TV-Satire über die Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

Kinostart: nicht bekannt

Kai Schumann

Kai Schumann
als Franz Ferdinand von Donnersberg

Alexandra Neldel

Alexandra Neldel
als Viktoria von Donnersberg

Johann von Bülow

Johann von Bülow
als Max Drexel

Katharina Thalbach
als Angela Murkel

Walter Sittler
als Rochus von Donnersberg

Peter Prager
als Ehemann der Kanzlerin

Stefanie Stappenbeck
als Lisa Drexel

Thomas Heinze
als Jan Breitmann

Susan Sideropoulos
als Karin Breitmann

Walter Kreye
als Frank Walter Steinbrenner

Christoph Hofrichter
als Finanzminister Sch

Klaus-Peter Grap
als Au

Klaus Schindler
als Generalinspekteur

René Schoenenberger
als Staatssekret

Heike Warmuth
als Mandy

Kritik zu Der Minister

Die gelungene Satire auf den rasanten Aufstieg und den abrupten Absturz des Polit-Popstars zu Guttenberg erzählt eine unglaubliche wahre Geschichte.

Diesen Film muss man schon allein deshalb schätzen, weil Politsatiren hierzulande ausgesprochenen Seltenheitswert besitzen. Und da die Ereignisse rund um Karl-Theoder zu Guttenberg noch in bester Erinnerung sind, muss Autorin Dorothee Schön auch nicht alles erklären. Oftmals genügen Andeutungen, zumal viele Zuschauer die authentischen Bilder noch im Kopf haben werden. Gerade deshalb bereitet die teamWorx-Produktion so ein großes Vergnügen: Guttenbergs Karriere war derart eng mit der medialen Aufmerksamkeit verknüpft, dass viele seiner Auftritte ins kollektive Bewusstsein eingebrannt sind. Regisseur Uwe Janson brauchte seinen formidablen Hauptdarsteller Kai Schumann, der als Figur Franz Ferdinand zu Donnersberg heißt, bloß in entsprechender Pose auf den New Yorker Times Square postieren; der Rest funktioniert quasi von selbst.

Von diesem Wiedererkennungseffekt profitiert der gesamte Film, denn sein Reiz besteht natürlich auch darin, in den Mitwirkenden das Personal der Berliner Republik wiederzuerkennen. In einigen Fällen gelingt das mühelos, zumal die Kabinettsmitglieder mitunter verblüffend gut getroffen sind (etwa Walter Kreye als Frank Walter Steinbrenner). Ähnlich treffend besetzt ist Thomas Heinze als "Bild"-Chef Kai Diekmann, der hier Jan Breitmann heißt; seine Postille, der "Blitz-Kurier", hat maßgeblichen Anteil an der Karriere Donnersberg. Um den rasanten Aufstieg zu erklären, hat Schön einen Strippenzieher erfunden: Schulfreund Max (Johann von Bülow) wird wie Cyrano de Bergerac zum Einflüsterer seines Freundes; selbstredend schreibt er ihm auch die Doktorarbeit.

Die Idee mit dem "Ghostwriter" ist Fiktion, der Rest ist Realität, und die war im Grunde schon derart satirisch, dass Schön sie nur ein bisschen zuspitzen musste. Kurzweiliger als die vielen Pointen und die diversen amüsanten Details (Seehofers Modelleisenbahn!) sind nur die Bosheiten am Rande, gern auf Kosten von Donnersberg-Gattin Viktoria (Alexandra Neldel). Doch bei allem Respekt für die formidable Leistung Kai Schumanns und die Körperspannung, mit der er "Donni" versieht: Heimlicher Star des Films ist Katharina Thalbach als Angela Murkel. Sie hat die mit Abstand besten Dialoge, stattet die Kanzlerin mit liebenswerten Marotten aus und sorgt bei den Ausflügen in die heimische Uckermark zum Gatten (Peter Prager) mehrfach für erstaunliche und äußerst vergnügliche Einblicke ins Privatleben der mächtigsten Frau der Welt, zumal Janson diese Augenblicke mit lässiger Beiläufigkeit inszeniert. tpg.

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Info

Plakat des Films: Der Minister

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2013

Genre: Komödie

Originaltitel: Der Minister

Regie: Uwe Janson

Drehbuch: Dorothee Schön

Musik: Marcel Barsotti

Produktion: Nico Hofmann, Benjamin Benedict, Jürgen Schuster

Kamera: Marcus Stotz

Schnitt: Boris Gromatzki

Ausstattung: Olaf Rehahn