Bei seiner Wanderung quer durch die Republik trifft ein Träumer auf unterschiedliche Menschen, die ihn ein Stück des Weges begleiten. Tragikomisches Roadmovie mit skurrilem Humor.

Kinostart: 09.06.2011

Anna Schudt
als Ruth

Mark Waschke
als Sebastian

Robert Schupp
als Matthias

Irene Rindje
als Davids Mutter

Justus Carrière
als Oberarzt

Simon Licht
als Dr. Brakmann

Peter Becker
als Polizist

Claudia Renner
als Rezeptionistin

Handlung

Julian ist Psychiatriepatient und will zu Fuß von Berlin nach Süddeutschland. Er glaubt, dass er durch die Kraft des Gehens den herzkranken Vaters seines gestorbenen Freundes heilen kann. Erst einmal läuft er der jungen Ärztin Ju vors Auto, der er bald zufällig wiederbegegnet. Sie fühlt sich unglücklich, sucht ihr Herz, und schließt sich spontan dem sympathischen Träumer auf seinem Weg nach Tuttlingen an, wo der kranke Mann lebt. In einem Touristenort schließt sich ihnen eine frustrierte Ehefrau und Mutter an.

Kritik

Bei seiner Wanderung quer durch die Republik trifft ein Träumer auf unterschiedliche Menschen, die ihn ein Stück des Weges begleiten. Tragikomisches Roadmovie mit skurrilem Humor.

Ich bin dann mal weg, sagt sich ein junger Mann mit strohblondem Haar und wirft seinen Rucksack über eine Mauer. Julian ist Psychiatriepatient und will zu Fuß von Berlin nach Süddeutschland, um durch die Kraft des Gehens den herzkranken Vaters seines gestorbenen Freundes zu heilen. Deutschlands Straßen führen zwar nicht ins spanische Santiago de Compostela, sondern nur ins schwäbische Tuttlingen, aber die Stimmung ist dennoch religiös bis esoterisch geschwängert. Bald wandert er nicht mehr alleine, sondern in Gesellschaft. Erst schließt sich ihm eine Assistenzärztin an, die nach dem Tod einer Patientin "ihr Herz" verloren hat, dann stößt noch eine frustrierte Hausfrau und Mutter dazu, zuguterletzt ein verlotterter Berliner Kriminalbeamter, der Julian wieder in die Anstalt zurückbringen soll.

Wie das Quartett sich seinen ganz individuellen Problemen stellt und damit der Einzelne sein Leben existenziell verändert, wird bei diesem Road-Movie zur philosophisch angehauchten Lehrstunde über das Ausschöpfen persönlicher Möglichkeiten und Fähigkeiten. Der Ausgangsplot ist dem Marsch 1974 von Werner Herzog nach Paris nach empfunden, eine Art Bittgang für die erkrankte Filmhistorikerin Lotte Eisner, die aus dem Krankenhaus schon entlassen war, als der Regisseur die Stadt an der Seine erreichte.

Robert Stadlober als unfreiwillige Heilsfigur mit amourösem Faible für die Ärztin kann über glühende Kohlen wandeln und Gedanken lesen, ist aber nicht übertrieben gezeichnet, sobald Ernsthaftigkeit überhand nimmt, bricht wohl dosierter Humor sie wieder auf. Die drei Begleitfiguren kreisen um Stadlober wie Planeten um die Sonne - Jessica Schwarz als pragmatische Realistin, Anna Schudt als geknechtete Gattin mit Widerstandspotenzial, Martin Feifel als an sich selbst scheiternder harter Knochen. Ruhige Bilder, wenig Dialoge, eine schöne Landschaft, meditative Atmosphäre funktionieren wie Yoga für die Seele. Und wenn Julian am Ende wirklich die Schwerkraft überwindet und über ein fahrendes Auto springt, sind für einen kurzen Moment Glaube und Hoffnung zum Greifen nah. mk.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 09.06.2011

Deutschland 2010

Länge: 1 h 52 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Der Mann, der über Autos sprang

Regie: Nick Baker-Monteys

Drehbuch: Nick Baker-Monteys

Musik: Fabian Römer

Produktion: Andreas Bareiss, Gloria Burkert, Andreas Born

Kostüme: Constanze Knapp

Kamera: Eeva Fleig

Schnitt: Dagmar Lichius

Website: www.der-mann-der-ueber-autos-sprang.de/

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