Bisweilen auch schwarzhumoriges Drama um einen rastlosen Versicherungsvertreter mit einem hervorragenden Hauptdarsteller.

Kinostart: 07.12.2006

Jens Harzer
als Burkhard Wagner

Anna Maria Mühe

Anna Maria Mühe
als Heike

Christian Blümel
als Charlie

Marina Galic
als Carolin Wagner

Tom Jahn
als Walter R

Hussi Kutlucan
als Herr Wokalek

Mehdi Nebbou
als Rashid

Eva Mannschott
als Frau Hufschmidt

Oliver Marlo
als Herr Hauser

Patrizia Moresco
als Frau Wokalek

Irina Potapenko
als Larissa

Birgit Funke
als Busfahrerin

Daniel Jeroma
als Autow

Lukas Weerts
als Philippe

Handlung

Versicherungsvertreter Burkhard Wagner (Jens Harzer) lebt ganz für seinen Job. Rastlos saust er durchs Land, schwatzt den Leuten seine Policen auf, akzeptiert kein Nein als Antwort und glaubt, er tut das alles nur für seine Familie. Von der allerdings hat er sich durch seinen Einsatz längst entfremdet. Kaum merkt er in all der selbstkonstruierten Hektik, wie Einsamkeit von seinem Dasein Besitz ergreift. Da macht er an einer Raststätte die Bekanntschaft der Wirtin Caroline. Eine Chance zur Umkehr?

Von der Suche nach Liebe und einem Sinn im Dasein singt Regisseur Bülent Akinci ein tragikomisches Lied in diesem atmosphärisch dichten Roadmovie-Drama.

Andere Leute über den Tisch ziehen, ist sein Job. Und er macht ihn gut. Versicherungsvertreter Burkhart Wagner möchte seiner Familie ein besseres Leben bieten und rast rastlos über die Autobahnen im Land, findet in Tankstellen und Wohnwagen Leute, denen er eine Police aufschwatzt. Zwischendurch ruft er immer wieder mal zu Hause an, spricht Erfolgsberichte auf den Anrufbeantworter.

Kritik

Andere Leute über den Tisch ziehen, ist sein Job. Und er macht ihn gut.

Versicherungsvertreter Burkhart Wagner möchte seiner Familie ein besseres Leben bieten und rast rastlos über die Autobahnen im Land, findet in Tankstellen und Wohnwagen Leute, denen er eine Police aufschwatzt. Gegen sein Mundwerk und seine Penetranz ist kein Kraut gewachsen. Zwischendurch ruft er immer wieder mal zu Hause an, spricht Erfolgsberichte auf den Anrufbeantworter, kündigt sein baldiges Kommen an. Immer tiefer gerät er in einen Teufelskreis von aggressiven Verkaufsgesprächen, Suche nach "Opfern" und Versinken in Einsamkeit. Keine Hoffnung, keine Erlösung, nirgends. Erst die Begegnung mit einer fremden und seltsamerweise dennoch vertrauten Wirtin einer kleinen Pension nahe der Raststätte lässt ihn zur Ruhe kommen. Für eine Umkehr ist es aber zu spät.

Bülent Akinci, mit Preisen ausgezeichnet u.a. für seinen Kurzfilm "Eine kleine Geschichte" und für "Die letzten Bilder", gelingt in seinem ersten langen Spielfilm die atmosphärisch dichte Tragödie eines Mannes auf der Flucht vor sich selbst und den Furien der Vergangenheit. Eine Aura der Verlorenheit umgibt die Hauptfigur, die erst jeglichen Selbstzweifeln ausweicht, Selbstbestätigung durch billige Tricks sucht und letztendlich ohne Ziel vor Augen sukzessive den Halt verliert. Jens Harzer, festes Ensemble-Mitglied am Bayerischen Staatsschauspiel, spielt diesen Mann, der anderen das Leben versichert und das eigene darüber vergisst, in einer fulminanten Tour de Force. Sein schrill-meckerndes Lachen, die fahrigen Gesten und die todtraurigen Augen bei dieser Reise in die ganz persönliche Hölle wird man lange nicht vergessen. Das Highlight der Reihe "Perspektive Deutsches Kino" bleibt hoffentlich nicht nur Festivalbesuchern und Fernsehzuschauern vorbehalten. mk.

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Info

Plakat des Films: Der Lebensversicherer
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.12.2006

Deutschland 2006

Länge: 1 h 41 min

Genre: Drama

Originaltitel: Der Lebensversicherer

Regie: Bülent Akinci

Musik: Wim Mertens

Produktion: Roman Paul, Gerhard Meixner

Kostüme: Dagmar Fabisch

Kamera: Henner Besuch

Schnitt: Inge Schneider

Ausstattung: Benedikt Lange