Skurrile Liebesgeschichte, in dem ein Mann seinem ehemaligen Schulkameraden als verführerischer Frau wiederbegegnet.

Kinostart: nicht bekannt

Die Handlung von Der kleine Unterschied

Karl und Paul waren während der Schulzeit Kumpel. Nach 20 Jahren krachen sie auf der Straße mit Auto und Motorrad zusammen. Aus Karl ist inzwischen die auf ein ruhiges Leben bedachte Kim geworden. Da kommt ihr der energisch-aggressive Paul nicht gerade recht, und Paul bringt sich und sie auch prompt in Schwierigkeiten...

Als der draufgängerische Motorradfahrer Paul von einem Taxi angefahren wird, kommt ihm die blonde Insassin gleich bekannt vor. Er folgt ihr und stellt fest, daß die attraktive Kim sein ehemaliger Schulfreund Karl ist, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat. Die beiden freunden sich erneut an. Als Kim Paul zu verstehen gibt, daß sie mehr für ihn empfindet, rastet der Macho aus, beginnt zu randalieren und wird von der Polizei verhaftet. Nur Kims Aussage könnte ihn vor dem Gefängnis retten. Doch Kim zieht sich zurück...

Ein Verkehrsunfall bringt die ehemaligen Schulkameraden Paul und Karl wieder zueinander. Karl hat sich mittlerweile einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und heißt nun Kim. Macho Paul weiß zunächst nicht damit umzugehen, muß er doch feststellen, daß er sich in Kim verliebt hat. Humorvolle britische Komödie mit ernsten Untertönen.

Kritik zu Der kleine Unterschied

Transsexualität ist ein heikles Sujet. Das Thema Geschlechtsumwandlung gehört noch zu den letzten Tabus im Kino, auch wenn Neil Jordans "The Crying Game" 1992 eine Bresche schlug. Richard Spence zeichnet in "Der kleine Unterschied" eine herzerwärmende Liebesgeschichte von einem Motorradmacho, der nach 20 Jahren seinen Schulfreund Karl wieder trifft. Nur heiß Karl jetzt Kim und ist eine attraktive Frau.

Wenn es um Sexualität außerhalb der Norm geht, setzt das Mainstream-Kino gerne auf schrille und laute Travestie-Typen, die als aufgetakelte Drag Queens den Bürgerschreck markieren. Spence läßt sich nicht von diesem Trend leiten, sondern entwickelt subtil die Geschichte einer ganz anderen Liebe. Paul Prentice (Rupert Graves) gehört zu der Kategorie von Männern, die polternd durchs Leben stolpern, damit nur niemand das Sensibelchen hinter der harten Schale bemerkt. Als er eines Morgens auf seinem Motorrad mit einem Taxi zusammenkracht, glaubt er, den Fahrgast, eine sympathisch wirkende Frau, schon einmal gesehen zu haben. Neugierig folgt er ihrer Spur, und wirklich - die elegante Lady besuchte mit ihm die Schule. Nur war sie damals ein schüchterner Junge, den Paul vor den Pöbeleien der anderen schützen mußte. Nach einer Geschlechtsumwandlung nennt sie sich Kim (Steven Mackintosh), arbeitet als Angestellte und will nur eines, ein unauffälliges Leben führen und in Ruhe gelassen werden, die männliche, oftmals schmerzhafte Vergangenheit vergessen. Bei Pauls Temperament ist das jedoch unmöglich, zumal beide plötzlich starke Gefühle füreinander entdecken. Bis das Paar sich zu einem unkonventionellen Leben und zu einer schwierigen Liebe bekennt, gibt es jede Menge Verwicklungen zu lösen, Vorurteile zu überwinden und Mißverständnisse auszuräumen.

Fünf Jahre dauerte es, bis der Brite diese 2-Mio.-Dollar-Produktion realisieren konnte. Ihm geht es vor allem um die aus dem üblichen Rahmen fallende Liebesgeschichte und um die Suche nach sexueller Identität. Ohne in Sozial-Larmoyanz zu verfallen, kratzt er am Lack der pseudo-liberalen Gesellschaft, erzählt von Intoleranz (dreckige Bemerkungen von Polizisten, Tuscheleien von Kims Bürokollegen), aber auch von der Unsicherheit eines normalen Hetero-Mannes, der sich in einen Transsexuellen verliebt und plötzlich mit seiner tradierten Rolle nicht mehr klarkommt, zumal Paul und Kim zwei Seiten derselben Medaille repräsentieren. Spence trennt klar Schwulenfilme, die Männlichkeit zelebrieren, von seinem Film, der dem Begriff der Transsexualität das Stigma des Gefährlichen und Unheimlichen nimmt. Dabei vergißt er nicht eine wunderbare Portion Humor und Sympathie für seine Helden. Daß die Story so authentisch und erfrischend wirkt, liegt vielleicht daran, daß die transsexuelle Schauspielerin Adele Anderson, zu Beginn des Projektes für die Rolle der Kim im Gespräch, als Beraterin fungierte und ihre Erfahrungen einbrachte. Und daß es trotz aller Probleme dann doch ein Happy End gibt und das Duo sich zusammenrauft, läßt den Zuschauer gut gelaunt und ein bißchen weiser das Kino verlassen. "Der kleine Unterschied" ist ein Feel-Good-Movie mit dem notwendigen Gefühlspotential für ein neugieriges und offenes Publikum, das durch Mundpropaganda, nicht nur in Programmkinos, für regen Zuspruch sorgen sollte. mk.

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Info

Plakat des Films: Der kleine Unterschied
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

Großbritannien 1995

Länge: 1 h 37 min

Genre: Drama

Originaltitel: Different for Girls

Regie: Richard Spence

Drehbuch: Tony Merchant

Musik: Stephen Warbeck

Produktion: John Chapman

Kamera: Sean Hales

Schnitt: David Gamble