Drama mit komischen Untertönen um einen Jungen, der von seinem Vater in ein Heim gegeben wird und zwischen Sehnsucht nach Liebe und Freiheitsdrang hin und her gerissen wird.

Kinostart: 09.02.2012

Thomas Doret
als Cyril Catoul

Cécile de France

Cécile de France
als Samantha

Jérémie Renier

Jérémie Renier
als Guy Catoul

Egon Di Mateo
als Wes

Fabrizio Rongione
als Buchh

Olivier Gourmet
als Bistro-Inhaber

Handlung

Der Junge Cyril wird von seinem Vater in einem Kinderheim abgegeben - nur vorübergehend sagt der Vater. Bei der Friseuse Samantha findet Cyril zumindest fürs Wochenende ein richtiges Zuhause. Doch nichts ist ihm wichtiger, als seinen Vater wiederzufinden.

Cyril wurde von seinem überforderten Vater in einem Kinderheim abgegeben. Vorübergehend nur, heißt es, aber allen ist klar, dass es permanent ist - außer Cyril selbst, der keine Gelegenheit ungenutzt lässt, um mit seinem Fahrrad auszubüchsen und in der Stadt nach dem Vater zu suchen. Bei der Friseuse Samantha findet der verstörte, überaggressive Junge schließlich zumindest fürs Wochenende ein richtiges Zuhause. Es ist ein langsames, mühseliges Annähern.

Ein von seinem Vater in ein Heim abgeschobener Junge findet erstmals Rückhalt an der Seite einer verständnisvollen Friseuse. Großartiger Film der Dardenne-Brüder, die erneut mit unbestechlichem Blick aber nicht ohne Hoffnung ein Kinderschicksal erzählen.

Kritik

Die Regie-Brüder Dardenne erzählen in gewohnt perfekter und emotionaler Form von kaputter Kindheit, der Suche nach dem Vater und dem Finden einer Ersatzfamilie.

Mit ihrem Blick auf einen Jungen, der nicht weiß, wohin mit seiner Wut und einen Teil seiner Aggressionen beim Radfahren abreagiert, spiegelten die Brüder Luc und Jean-Pierre Dardenne den Trend des Festival de Cannes wider - Kinder- und Jugendschicksale in einer Gesellschaft, die ihnen keinen Zukunft bietet. Bestechend die Einfachheit mit der sie diese komplexe Geschichte auf die Leinwand bringen, mit uneingeschränkter Leidenschaft für die "kleinen Leute", großer emotionaler Integrität, aber dennoch ganz ohne falsche Sentimentalität. Jeder Dialog und jede Geste stimmen, keine Einstellung wird verspielt. Trotz des schweren Themas dominieren lichte Momente und am Schluss ein Hoffnungsschimmer. Die Dreharbeiten fanden im hellen Licht des Sommers statt, Symbol der Zuversicht und Perspektive. Erstmals besetzen die Belgier die weibliche Hauptrolle mit einem veritablen Star, mit Cécile de France als unglamouröse Friseuse Samantha, die den Heimzögling Cyril, großartig verkörpert von Thomas Doret, am Wochenende aufnimmt. Als der Elfjährige auf der Flucht vor den Sozialarbeitern sich an sie klammert, weckt er einen unerklärlichen und beschützenden Instinkt in ihr. Der Junge will nicht glauben, dass sein verantwortungsloser Vater ihn verlassen und sein Fahrrad verkauft hat, begibt sich auf die Suche nach ihm und bettelt um ein bisschen Zuneigung, wenigstens mal um einen Anruf. In einer zarten Annäherung füllt die Frau die Gefühlslücke aus, sie hält auch zu ihm, als er einem Dealer auf den Leim geht und zwei Menschen fast erschlägt. Wenn sie ihn in den Arm nimmt und tröstet, ist sie seine zukünftige Verbündete, die seine seelischen Verletzungen pflegt, vielleicht sogar heilen kann und ihm die lang ersehnte familiäre Wärme gibt.

"Le gamin au vélo", ein starkes Plädoyer für den Sieg der Liebe über den grauen Alltag und eine Ode an das Leben, war der fünfte Film der Dardennes im Wettbewerb von Cannes und beweist Kontinuität und sukzessive Perfektionierung ihrer Arbeit, das Feilen an Kleinigkeiten, die ihr Werk groß machen. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.02.2012

Belgien/Frankreich/Italien 2011

Länge: 1 h 27 min

Genre: Drama

Originaltitel: Le gamin au vélo

Regie: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne

Drehbuch: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne

Produktion: Denis Freyd, Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne

Kostüme: Maïra Ramedhan Lévy

Kamera: Alain Marcoen

Schnitt: Marie-Hélène Dozo

Ausstattung: Igor Gabriel

Website: http://www.derjungemitdemfahrrad.de

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