Engagierte Doku über den Widerstand von Menschen in vier Kontinenten gegen Privatisierung von Grundversorgung als fehlgeschlagenen Versuch zur Steigerung des Wirtschaftswachstums.

Kinostart: 17.05.2007

Handlung

Vier Menschen aus verschiedenen Erdteilen leiden unter der Privatisierung ihrer Grundversorgung: Ein südafrikanischer Aktivist protestiert gegen einen Stromkonzern, der die Preise so hochtreibt, dass viele Einwohner Sowetos im Dunkeln sitzen müssen. Ein britischer Lokführer beklagt den lebensgefährlich maroden Zustand des kaum noch gewarteten Schienennetzes. Eine arme Philippinin kann sich das Dialysegerät für ihren kranken Sohn nicht mehr leisten und die Bürger einer Stadt Boliviens erhalten kein kostenfreies Leitungswasser mehr.

Den Ausverkauf der menschlichen Gesellschaft durch die grassierende Globalisierung klagt diese engagierte Doku an: In vier konkreten Geschichten über den Privatisierungswahn, der von Florian Opitz mit schockierender Deutlichkeit entlarvt wird.

Ein britischer Lokführer, eine philippinische Mutter, ein südafrikanischer Aktivist und die Bürger einer bolivianischen Stadt kämpfen gegen den großen Ausverkauf. Die Privatisierung der staatlichen Stromversorgung in Südafrika etwa ließ die Stromrechnungen so massiv nach oben schnellen, dass sie die Bewohner von Soweto nicht mehr bezahlen konnten und seitdem im Dunkeln sitzen.

Kritik

Engagierte Doku über den Widerstand von Menschen in vier Kontinenten gegen die Privatisierung von Grundversorgungsleistungen als fehlgeschlagener Versuch zur Steigerung des Wirtschaftswachstums.

Heuschrecken, Hedge-Fonds, Globalisierung - Begriffe einer rein profitorientierten und oft entmenschlichten Gesellschaft. Dokumentarfilmer Florian Opitz zeichnet die konkrete Geschichte des globalen Privatisierungswahns. Und das ist keine Erfolgsstory. Ein britischer Lokführer, eine philippinische Mutter, ein südafrikanischer Aktivist und die Bürger einer bolivianischen Stadt kämpfen gegen den großen Ausverkauf. Ob es nun die Privatisierung der einstmals staatlichen Stromversorgung in Südafrika ist, die die Stromrechnungen nach oben schnellen lässt, sodass die Bewohner von Soweto sie nicht mehr bezahlen können und seitdem im Dunkeln sitzen, ob seit der Übernahme von British Rail durch private Eisenbahnfirmen die tödlichen Unfälle aufgrund des kaputten Schienennetzes zunehmen, eine arme Frau auf den Philippinen zusehen muss, wie ihr kranker Sohn im privaten Gesundheitssystem aus Geldmangel keine Dialyse bekommt oder die Bürger einer Großstadt in Bolivien einen US-Konzern verjagen, der die Wasserversorgung kontrollierte und das Trinkwasser unbezahlbar macht - immer sind es die Ärmsten der Armen, die darunter leiden, aber auch Möglichkeiten finden, den Mächtigen ein Schnippchen zu schlagen wie ein Team von "Guerilla-Elektrikern" in den Townships. Realitätsfern die Argumente der Herren im feinen Zwirn von Weltbank, Internationalem Währungsfonds oder privatisierten Konzernen, die Privatisierung für das Allheilmittel maroder Volkswirtschaften, für mehr Wettbewerb und Sanierung öffentlicher Kassen halten. Das komplexe Thema wird in vier verwobenen Erzählsträngen verständlich umgesetzt, das abstruse Ziel von mehr Effizienz und mehr Einsparungen ad absurdum geführt (so erhält die britische Eisenbahn trotz desolaten Zustands heute mehr Subventionen als vor der Privatisierung). Ein Blick in die Gegenwart, informationsreich, schockierend, entlarvend. mk.

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Info

Plakat des Films: Der große Ausverkauf
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 17.05.2007

Deutschland 2006

Länge: 1 h 34 min

Genre: Doku

Originaltitel: Der große Ausverkauf

Website: http://www.dergrosseausverkauf.de

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