In den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts angesiedelter Thriller von Clint Eastwood über eine Mutter, deren neunjähriger Sohn spurlos verschwindet.

Kinostart: 22.01.2009

Angelina Jolie

Angelina Jolie
als Christine Collins

John Malkovich

John Malkovich
als Reverend Gustav Briegleb

Jeffrey Donovan
als Captain J.J. Jones

Michael Kelly
als Detective Lester Ybarra

Colm Feore
als Chief James E. Davis

Amy Ryan
als Carol Dexter

Jason Butler Harner
als Gordon Northcott

Denis O'Hare
als Dr. Jonathan Steele

Eddie Alderson
als Sanford Clark

Handlung

1928 lebt Christine Collins (Angelina Jolie) mit ihrem Sohn Walter (Gattlin Griffith) in Los Angeles. Als sie sich eines Tages verabschiedet, um zur Arbeit zu gehen, sieht sie ihn nie wieder: Walter wurde entführt! Fünf Monate lang sucht die Polizei ergebnislos, bis man ihn vermeintlich findet. Doch Christine glaubt als einzige nicht, ihren Sohn vor sich zu haben. Sie sucht auf eigene Faust weiter und erhält nur von Pfarrer Briegleb (John Malkovich) Unterstützung.

Oscarpreisträger Clint Eastwood ("Million Dollar Baby") räumt mit den Goldenen Zwanzigern auf und zeigt das historische Los Angeles als frauenfeindlichen Moloch. Angelina Jolie leistet Großes in einem Thriller nach Tatsachen - den berüchtigten Wineville-Chicken-Morden.

Im Los Angeles des Jahres 1928 verabschiedet sich Christine Collins von ihrem neunjährigen Sohn Walter, um zur Arbeit zu gehen. Am Abend ist der Junge spurlos verschwunden. Christines verzweifelte Suche ist ein gefundenes Fressen für die Presse. Monate später wird ein Junge, der behauptet, Walter zu sein, zu ihr gebracht. Sie erlaubt ihm zu bleiben, weiß aber, dass er nicht ihr Sohn ist. Und sucht unbeirrt weiter, immer größerer Widerstände zum Trotz.

Im Los Angeles des Jahres 1928 verabschiedet sich Christine Collins von ihrem neunjährigen Sohn Walter, um zur Arbeit zu gehen. Am Abend ist der Junge spurlos verschwunden. Christines verzweifelte Suche ist gefundenes Fressen für die Presse. Monate später wird ein Junge, der behauptet Walter zu sein, zu ihr gebracht. Sie erlaubt ihm zunächst zu bleiben, weiß aber, dass er nicht ihr Sohn ist. Und sucht unbeirrt weiter, immer größerer Widerstände zum Trotz, denn die Polizei braucht vieles, nur keine schlechte Publicity.

Kritik

Die mit "Mystic River" begonnene Renaissance hält an. Mit seiner 28. Regiearbeit fügt Clint Eastwood seinem Alterswerk einen weiteren Meilenstein hinzu.

Man kann "Changeling" als thematisches Komplementärwerk zu "Mystic River" verstehen - in beiden Filmen sind verschwundene Kinder Auslöser für eine komplexe Abfolge von Ereignissen - oder als ambitionierter Thriller, der mit seinem Versuch, die Schattenseiten der Stadt der Engel zu offenbaren, inhaltlich und stilistisch in einer Ahnenreihe mit "Chinatown" und "L.A. Confidential" steht. Wie auch immer: Die Verfilmung eines wahren Falls, der Ende der Dreißigerjahre die Justiz Kaliforniens in ihren Grundfesten erschütterte, ist ein weiteres Meisterwerk von Clint Eastwood, der es mittlerweile fast blind beherrscht, seinem betörend gradlinigen Kino auf Augenhöhe eine Komplexität und Vielschichtigkeit zu verleihen, die ein Publikum gleichermaßen fesselt und fordert. Die Geschichte einer alleinstehenden Mutter, deren neunjähriger Sohn spurlos verschwindet, bis ihr von der Polizei von Los Angeles fünf Monate später ein anderer Junge als ihr Sprössling präsentiert wird, verfehlt ihre intendierte Wirkung nicht. Während die Mutter bei den Behörden mit ihrer fortgesetzten Suche nach dem richtigen Sohn auf Granit beißt und schließlich sogar in die Psychiatrie eingeliefert wird, um den Ruf der überforderten Polizei nicht weiter zu gefährden, deckt ein Beamter zufällig außerhalb der Metropole das Werk eines Serienmörders auf, der 20 Kinder auf dem Gewissen hat.

Kunstvoll lässt Eastwood die beiden Handlungsstränge zunächst völlig unbeteiligt nebeneinander herlaufen, um sie danach zwingend zusammenzuführen. Er lässt keinen Zweifel über seine Empörung über den Behördenskandal aufkommen, ist aber gleichzeitig clever genug, immer das nötige Quentchen Ambivalenz beizubehalten: Schließlich schält sich aus dem kunstvollen Gefüge aus Thriller und Sozialkritik eine regelrechte Odyssee heraus: Die Suche einer Frau nach Gewissheit, nach Wahrheit. In der ihm eigenen entspannten Art als Filmemacher gibt Eastwood dabei Angelina Jolie mit der Rolle der Christine Collins, die aller anders lautender Hinweise zum Trotz die Suche nach ihrem Sohn nie aufgab, die Bühne für einen ihrer besten Auftritte. Wie immer bei Eastwood erhält sie Unterstützung von einer ganzen Phalanx von brillanten Kollegen, allen voran John Malkovich als Prediger wider die Korruption in Los Angeles und der beeindruckende Jeffrey Donovan als abgebrühter Captain JJ Jones, dem das Ansehen der Polizei allemal wichtiger ist als die Wahrheit. Sieht man von der etwas überzogenen Episode in der Psychiatrie ab, stimmen hier auch stets Look und Feel des Gezeigten: So überzeugend wurde das Los Angeles von einst lange nicht mehr evoziert, auch wenn es sich in den Händen von Eastwood als pures Hollywood Babylon erweist. ts.

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Info

Plakat des Films: Der fremde Sohn
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 22.01.2009

USA 2008

Länge: 2 h 22 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Changeling

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: J. Michael Straczynski

Musik: Clint Eastwood

Produktion: Clint Eastwood, Robert Lorenz, Ron Howard, Brian Grazer

Kostüme: Deborah Hopper

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Joel Cox, Gary Roach

Ausstattung: James J. Murakami

Website: http://www.changeling-film.de