Elektrisierende Verfilmung des Bestsellers von John le Carré über einen britischen Diplomaten, der den Mord an seiner Frau aufdecken will und in Afrika einem skrupellosen Pharmakonzern auf die Spur kommt.

Kinostart: 12.01.2006

Ralph Fiennes

Ralph Fiennes
als Justin Quayle

Daniele Harford
als Miriam

Rachel Weisz

Rachel Weisz
als Tessa Quayle

Danny Huston
als Sandy

Pete Postlethwaite
als Marcus Lorbeer

Gerard McSorley
als Sir Kenneth Curtiss

Anneke Kim Sarnau
als Birgit

Hubert Koundé
als Arnold Bluhm

Richard McCabe
als Ham

Eva Plackner
als Crossing Guard

John Keogh
als Einwanderungsbeamter

Archie Panjabi

Donald Sumpter

Bill Nighy

Sidede Onyulo

Handlung

Im kenianischen Hinterland wird die übel zugerichtete Leiche der britischen Politaktivistin Tessa Quayle (Rachel Weisz) aufgefunden. Von ihrem letzten Begleiter, dem afrikanischen Arzt Arnold Bluhm (Hubert Koundé), fehlt jede Spur, was offizielle Stellen sofort als Zeichen für eine Tat aus Leidenschaft deuten. Tessas normalerweise eher zur Passivität neigender Botanikergatte Justin Quayle (Ralph Fiennes) will sich mit derlei Erklärungsversuchen keinesfalls zufrieden geben und strengt auf eigene Faust riskante Nachforschungen an.

Hochkarätige Darsteller in einem kunstvoll verschachtelten, romantischen Verschwörungsthriller. Fernando Meirelles, Schöpfer des international preisgekrönten Jugendbanden-Dramas "City of God", inszenierte nach einem Roman von John Le Carré.

Diplomat Justin Quayle verabschiedet sich von seiner Frau Tessa. Wenig später muss Justin ihre schrecklich zugerichtete Leiche identifizieren. Er erinnert sich an die Anfänge ihrer Beziehung und das Engagement Teresas, den Praktiken eines rücksichtslosen Pharmakonzerns auf die Spur zu kommen. Weil Justin nach ihrem Tod auf Ungereimtheiten stößt, wird auch er zum Detektiv und kann im Verlauf der Ereignisse ungeahnte Machenschaften aufdecken und ihm bislang verborgen gebliebene Aspekte von Tess' Lebenswerk entdecken.

Justin Quayle, wenig ambitionierter Diplomat in Nairobi, ist an seinen Pflanzen mehr interessiert als am Rest des Lebens. Bis seine geliebte, unkonventionelle und politisch engagierte Frau tot aufgefunden wird. Fanatisch beginnt er, die Hintergründe des Unglücks zu erforschen und kommt dabei einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur, in die nicht nur ein langjähriger Freund und Kollege, sondern auch ein mächtiger Pharmakonzern sowie hochrangige britische Politiker verwickelt sind.

Kritik

Oscar-nominiert für sein elektrisierendes Jugendbanden-Drama "City of God", legt der brasilianische Filmemacher und Ex-Werbefilmer Fernando Meirelles nun eine weitere cineastische Tour-de-Force vor. Von den Favelas in Rio geht es diesmal, basierend auf dem Roman von John le Carré, in die heruntergekommenen Shantytowns von Nairobi, wo Aids und Armut in die Hände von skrupellosen Pharmakonzernen und korrupten Regierungen spielen. Dies dient als nahezu dokudramatische Kulisse für die zentrale intensive Liebesgeschichte zwischen einem besonnenen britischen Diplomaten (Ralph Fiennes) und seiner jungen sozialpolitisch engagierten Ehefrau (Rachel Weisz). Ihre Ermordung und dessen Aufklärung fügt das für Spionage-Spezialist le Carré typische Thriller-Element hinzu.

Die verschiedenen Erzählstränge wurden dabei von Meirelles ohne chronologische Einschränkungen verwoben - dieselbe ungezügelte Struktur verwandte er bereits in "City of God". Auch die dynamische Kameraarbeit (erneut von Cesar Charlone) mit diversen Jumpcuts und handgehaltener Kamera fällt ähnlich, wenn auch nicht mehr ganz so extrem aus. Ruhigere Bilder erlauben mehr Zeit für eine detailliertere Bestandsaufnahme der angeprangerten Verhältnisse im Aids-gebeutelten Afrika, sowie der zärtlichen Momente von ergreifender Intimität und Verspieltheit zwischen den beiden großartig agierenden Protagonisten. Den Anfang macht eine Abschiedsszene am Flughafen, bei der sich Diplomat Justin Quayle von seiner Frau Tessa und ihrem schwarzen Kollegen (und, wie später impliziert wird, Liebhaber) Arnold Bluhm verabschiedet. Wenig später identifiziert Justin die schrecklich zugerichtete Leiche seiner Frau und erinnert sich in einer weiteren Plotschlaufe an ihre erste Begegnung in England. Nach dem smarten Skript von Jeffrey Caine werden konzentriert die kontrastierenden Charaktereigenschaften der beiden zukünftigen Eheleute skizziert: Im Maße wie Justin höflich und zurückhaltend ist und seine Pflanzen hegt und pflegt, hat Tess ein hitzköpfig-feuriges Temperament und keine Scheu, ihre (für das steife Establishment, in dem Justin beruflich verkehrt) radikalen Ansichten zu vertreten. So kommt sie den skandalösen Praktiken eines britischen Pharmakonzerns auf die Spur, der ein neues Medikament an nichts ahnenden Patienten mit oftmals fatalen Folgen austestet. Als Justin nach ihrem Tod auf einige Ungereimtheiten stößt, wird auch er zum Detektiv und kann im Verlauf der komplexen Ereignisse nicht nur ungeahnte Machenschaften aufdecken, sondern erkennt auch die ihm bislang verborgen gebliebenen Aspekte von Tess' Lebenswerk. Dadurch vertieft sich nicht nur posthum seine Liebe, sondern er taut auch auf als würde der passionierte Funke von Tess auf ihn überspringen.

Eine wichtige Nebenrolle wurde an den schwarzen Kontinent selbst vergeben, der, unterlegt von einem hypnotischen Score mit vorwiegend afrikanischen Rhythmen, gleichermaßen erschreckend in seiner Not als auch atemberaubend in seiner Naturschönheit porträtiert wird. All dies trägt dazu bei, ein mitreißendes Kinoerlebnis mit aufwühlender Botschaft zu schaffen. Und auch wenn sich in Meirelles Filmen viel Tod und Elend findet, sind sie doch vor allem voller prickelnder Lebendigkeit. ara.

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Info

Plakat des Films: Der ewige Gärtner
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 12.01.2006

Deutschland/Großbritannien 2005

Länge: 2 h 9 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Constant Gardener

Regie: Fernando Meirelles

Drehbuch: Jeffrey Caine

Musik: Alberto Iglesias

Produktion: Simon Channing Williams

Kostüme: Odile Dicks-Mireaux

Kamera: César Charlone

Schnitt: Claire Simpson

Ausstattung: Mark Tildesley, Chris Lowe

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe:

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