Wie weit kommt ein Anwalt, der die Wahrheit sagt? Jim Carrey probiert's in dieser rasanten Slapstickkomödie aus.

Kinostart: nicht bekannt

Jim Carrey

Jim Carrey
als Fletcher Reede

Maura Tierney

Maura Tierney
als Audrey Reede

Jennifer Tilly

Jennifer Tilly
als Samantha Cole

Swoosie Kurtz
als Dana Appleton

Amanda Donohoe
als Miranda

Jason Bernard
als Richter Marshall Stevens

Mitchell Ryan
als Mr. Alan

Anne Haney
als Greta

Randall "Tex" Cobb
als Skull

Justin Cooper
als Max Reede

Cary Elwes
als Jerry

Chip Mayer
als Kenneth Falk

Eric Pierpoint
als Richard Cole

Cheri Oteri
als Jane

Krista Allen

Die Handlung von Der Dummschwätzer

Fletcher Reed ist der erfolgreichste Junganwalt der Stadt, doch jetzt könnte ein unbedacht gegebenes Versprechen seiner steilen Karriere ein ebenso spektakuläres Ende setzen: Reed hat nämlich seinem 5-jährigen Filius geschworen, 24 Stunden die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen. In seinem Job eine tödliche Entscheidung.

Fletcher Reede ist der erfolgreichste Anwalt der Stadt. Nicht zuletzt deshalb, weil er ein notorischer Lügner ist. Als er jedoch seinem vernachlässigten, fünfjährigen Sohn verspricht, einen Tag lang die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen, setzt er mit einem Mal seine Karriere aufs Spiel. Denn wenn Fletcher wirklich sagt, was er denkt, kommt niemand ungeschoren davon. Da wird seine Kollegin zur Sex-Bombe und die Geschäftspartner zu unterbelichteten Idioten. Kein Wunder, daß Fletcher sein hoch und heilig gegebenes Versprechen schon bald bitter bereut.

Staranwalt Fletcher sieht sich mit ungeahnten Schwierigkeiten konfrontiert. Zum fünften Geburtstag seines Sohnes hatte der notorische Lügner das Versprechen gegeben, 24 Stunden lang nur die Wahrheit zu sagen. Ein schweres Unterfangen, hat man seine Karriere doch nur auf schmierigen Schleimereien aufgebaut. Spaßige Komödie mit Knautschgesicht Jim Carrey.

Kritik zu Der Dummschwätzer

Bei der vergangenen Oscar-Zermonie ließ es sich Preisverleiher Jim Carrey nicht nehmen eine bescheidene Referenz über den grandiosen Start seiner neuen Komödie einfließen zu lassen. Das Gummigesicht darf zu Recht stolz sein: Nach seinem Ausrutscher mit "Cable Guy" konnte er in gewohnt manisch-panischer Topform als zwangsweise der Wahrheit verpflichteter Rechtsanwalt mit 31,4 Mio. Dollar den bisher besten Start einer Komödie in diesem Jahr erblödeln.

Das ist auch ein Verdienst von Regisseur Tom Shadyac, der zuletzt Eddie Murphy in seinem Comeback "Der verrückte Professor" pfundig in Szene setzte und nach Carreys Durchbruchfilm "Ace Ventura - Ein tierischer Detektiv" zum zweiten Mal mit dem 20-Mio.-Dollar-Star zusammenarbeitete. Er setzte den unangefochtenen neuen Meister der physischen Komödie mit seinen Darbietungen grotesk gestikulierter Grimassen, kuriosen Verrenkungskünsten und treffsicheren Onelinern gewohnt treffsicher als extrem effektive Einmann-Show in Szene. Im Unterschied zu seinen bisherigen Figuren muß Carrey diesmal allerdings keine reine Cartoon-Figur spielen, sondern einen, zugegebenermaßen wie aus Knetmasse geformten, Menschen mit dem nachvollziehbaren Bestreben nach Versöhnung mit seinen Liebsten. Carrey tritt ab als skrupelloser Rechtsanwalt Fletcher, der sich als notorischer Schwindler nach oben gearbeitet hat: Stets hat er für jeden ein öliges Kompliment parat, und auch sonst ist der Profilügner nie um Ausreden verlegen. Als er die Geburtstagsparty seines fünfjährigen Söhnchens Max (Justin Cooper zieht wie in "Bogus" magische Kräfte an) aufgrund von "Überstunden" der horizontalen Art verpaßt, wünscht sich der sträflich vernachlässigte Sprößling, daß sein Rabenvater für 24 Stunden keine Lüge über die Lippen bringen kann. Was nun folgt, dürfte als bisherige Sternstunde in Carreys Schaffen in die Geschichte eingehen, denn jetzt schaltet er in komödiantischen Turbo-Overdrive: Bar aller Höflichkeitsregeln muß er jedem unverblümt die ungeschminkte Wahrheit ins Gesicht sagen. Da werden beispielsweise die Bettqualitäten einer Kollegin schonungslos seziert, Blähungen ungeniert auf die eigene Kappe genommen und die Partner der Firma als Verlierer, Idioten, Waschlappen und Schlampen tituliert. Ins Kabinett klassischer Komikkuriositäten könnte zudem die Herrentoilettenszene aufgenommen werden, in der Fletcher voller Vehemenz den Versuch unternimmt, sich selbst bewußtlos zu schlagen (eine hübsche Verbeugung vor Steve Martin in "Solo für 2"). Die gegen sich selbst gerichtete Gewalt hat ihren Grund: Nur so glaubt sich der bedauernswerte Held aus einer Gerichtsverhandlung mit Jennifer Tilly ("Bound") winden zu können, da er keine Chance sieht, den Fall zu gewinnen, wenn er die Wahrheit nicht verdreht. Vom Erfolg des Prozesses hängt jedoch Fletchers Chance ab, in seiner Kanzlei als Partner aufgenommen zu werden.

Daneben werden die 87 Minuten Filmlänge damit ausgefüllt, daß Fletcher sich müht, seinem Sohn ein besserer Vater zu sein und seine Exfrau Audrey (Maura Tierney) zurückzugewinnen. In bester Disney-Manier wird bei der sentimentalen Zähmung des Widerspenstigen dermaßen dick aufgetragen, daß selbst die zuckersüßen Passagen des ansonsten völlig gnadenlosen Spasses schon fast wieder lustig wirken. Ein besonderer Spaß beim Abrollen der Credits sind wie bei "Der verrückte Professor" die Outtakes von verpatzten Szenen (Shadyac hat sich diesen gelungenen Gag bei den Filmen Jackie Chans abgeschaut), die Carrey zum Abschluß noch einmal in absoluter Hochform ziegen. So kann die Publikumsjury nach eingehender Inspektion der Gagindizien eigentlich nur einen gerechten Urteilsspruch fällen: Bombenhit! ara.

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Info

Plakat des Films: Der Dummschwätzer
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: nicht bekannt

USA 1997

Länge: 1 h 39 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Liar Liar

Regie: Tom Shadyac

Drehbuch: Paul Guay, Stephen Mazur

Musik: John Debney

Produktion: Brian Grazer

Kamera: Russell Boyd

Schnitt: Don Zimmerman

Ausstattung: Linda DeScenna, Richard A. Toyon