Charmantes Melodram, in dem zwei betagte Schwestern kurz vor dem Zweiten Weltkrieg einen schiffbrüchigen jungen Polen bei sich aufnehmen.

Kinostart: 06.10.2005

Judi  Dench

Judi Dench
als Ursula Widdington

Maggie Smith

Maggie Smith
als Janet Widdington

Daniel Brühl

Daniel Brühl
als Andrzej Marowski

Miriam Margolyes
als Dorcas

Natascha McElhone
als Olga Danilof

David Warner
als Dr. Francis Mead

Freddie Jones
als Jan Pendered

Clive Russell
als Adam Penruddocke

Gregor Henderson-Begg
als Luke Pendered

Toby Jones
als Hedley

Timothy Bateson
als Mr Hallett

Richard Pears
als Barry

Jimmy Yuill
als Constable Timmins

Ian Marshall
als Fischer

Peter Cellier
als BBC-Moderator

Alan Cox
als Zuvorkommender Mann

Trevor Ray
als Sehr Alter Mann

John Boswell
als Sehr alter Mann

Joanna Dickens
als Mrs Pendered

Geoffrey Bayldon
als Mr Penhaligan

Rebecca Hulbert
als Fiance

Finty Williams
als H

Roger Booth
als Arthur

Jack Callow

Tom Hill

Scott Hinds

Handlung

Mitte der 30er Jahre wird ein Jüngling (Daniel Brühl) offenbar polnischer Herkunft an die Gestade von Cornwall gespült. Er weckt bei einem kauzigen, älteren Schwesternpärchen (Maggie Smith und Judi Dench), das gemeinsam ein Haus bewohnt und den Schiffbrüchigen dort gesund pflegt, mütterliche und auch noch andere Instinkte. Als der junge Mann bald darauf mit Kostproben reichen musikalischen Talents die Aufmerksamkeit einer russischen Exilkünstlerin (Natascha McElhone) weckt, erblühen Eifersucht und Spekulation.

Charles Dance

Die betagten Schwestern Ursula und Janet Widdington aus Cornwall nehmen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg einen schiffbrüchigen jungen Polen bei sich auf. Die Damen leben so richtig auf, lauschen den Klängen des begabten Violinisten, der sich dann in die hübsche Russin Olga verliebt. Was die Damen so eifersüchtig macht wie den Dorfdoktor, der sich Chancen bei der Schönen ausrechnet.

Ein abgelegenes Fischerdorf in Cornwall. Bei einem Strandspaziergang entdecken die alleinstehenden Schwestern Ursula und Janet zwischen den Felsen einen bewusstlosen jungen Mann. Die beiden nehmen den Schiffbrüchigen mit nach Hause und pflegen ihn gesund. Nach und nach versuchen sie, etwas über ihren geheimnisvollen Gast, der nicht einmal ihre Sprache spricht, in Erfahrung zu bringen. Zunächst finden die Schwestern lediglich heraus, dass er wunderschön Geige spielen kann, und das genügt ihnen auch erst einmal - vor allem Ursula.

Kritik

Ein unbestrittener Höhepunkt des Filmfests München kam erst als Abschlussfilm: Charles Dances Regiedebut "Der Duft von Lavendel" mit den Schauspiel-Legenden und Oscar-Preisträgerinnen Dame Judi Dench und Maggie Smith. Daniel Brühl spielt an ihrer Seite einen jungen schiffbrüchigen Polen, den die Land-Ladies liebevoll aufpäppeln und der ganz unterschiedliche Gefühle in ihnen weckt. Ein charmantes Melodram gespickt mit englischem Witz und bestückt mit total skurrilem Personal.

Endlich hat es geklappt. Schon seit Jahren laborierte Schauspieler Charles Dance ("Gosford Park", "Swimming Pool") an Drehbüchern, plante einen Film. Erst diese Kurzgeschichten aus William J. Lockes "Faraway Stories" löste den Knoten. Die Schwestern Ursula und Janet Widdington verbringen ihre Tage geruhsam mit Spaziergängen, Gartenarbeit und Stickereien. Als eines Tages das Meer einen jungen Mann vor den Klippen ausspuckt, nehmen sie den Schiffbrüchigen auf, pflegen ihn gesund und betrachten ihn bald als Konstante. Zwar kann der Fremde, der sich als Pole Andrea Marowski entpuppt, kaum ein Wort englisch, was aber die Konversation nicht weniger reizvoll macht. Man verständigt sich mit einigen deutschen Wortbrocken, die Janet mal vor Urzeiten gelernt hat und durch Gesten. Die beiden Damen leben so richtig auf und lauschen bald verzückt den Klängen des begabten Violonisten. Dass sich ausgerechnet die hübsche Russin Olga sich für den Wunderknaben und seine Musik interessiert, macht sie eifersüchtig, wie auch den Dorfdoktor, der sich Chancen bei der Schönen ausrechnet. Subtil spinnt Dance die Schicksalsfäden - da ist die robuste Witwe Janet mit ihrer pragmatischen Sicht der Dinge, die sensible Ursula, bei der die Liebe zum ersten und wohl letzten Mal aufflackert und die sich eingestehen muss, dass es zu spät ist, der geheimnisvolle Andrea, dessen Hintergrund im Dunkeln bleibt, die aktive Olga, die seine Musiker-Karriere vorantreibt, der düpierte Doktor, der seinen Frust über das Love Interest mit Whiskey runterspült und - eine helle Wonne - die resolute Haushälterin (Miriam Margolyes). An der Küste von Cornwall gehen die Uhren 1936, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges noch anders. Man gluckt zusammen, hört Nachrichten und Konzerte im Radio und igelt sich in die kleine Gemeinschaft ein. "Der Duft von Lavendel" erzählt von der heilen Welt mit feinen Rissen, von der Jugend des Herzen und dem Alter des Körpers, von brennender Sehnsucht, die nicht an Jahre auf dem Papier gebunden ist. Eine bessere Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle hätte es nicht geben können. Maggie Smith und Judi Dench (der man die mädchenhafte Verliebtheit abnimmt) sind ein Power-Paar, dem der Zuschauer stundenlang zugucken möchte und bestes Beispiel für das Charisma britischer Bühnen- und Kinostars. Daniel Brühl schlägt sich neben diesen Ikonen wacker als netter Junge ohne seelische Untiefen. Das Feuerwerk an typisch englischem Witz und Sarkasmus bricht geschickt aufkommende Traurigkeit, ohne in Fröhlichkeit abzudriften. Die schmerzhafte Zärtlichkeit und zarte Melancholie dieses Melodrams sollte niemanden unberührt lassen, weder Jung noch Alt. mk.

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Info

Plakat des Films: Der Duft von Lavendel

Kinostart: 06.10.2005

Großbritannien 2004

Länge: 1 h 44 min

Genre: Drama

Originaltitel: Ladies in Lavender

Regie: Charles Dance

Drehbuch: Charles Dance

Musik: Nigel Hess, Joshua Bell

Produktion: Nicolas Brown, Charles Dance, Elizabeth Karlsen

Kostüme: Barbara Kidd

Kamera: Peter Biziou

Schnitt: Michael Parker

Ausstattung: Caroline Amies, David Hindle