True-Crime-Thriller über eine vermeintlich gutbürgerliche Familie, die einem blutigen Handwerk nachgeht.

Kinostart: 03.03.2016

Guillermo Francella
als Arquímedes Puccio

Peter Lanzani
als Alejandro Puccio

Lili Popovich
als Epifanía Puccio

Gaston Cocchiarale
als 'Maguila'

Giselle Motta
als Silvia Puccio

Franco Masini
als Guillermo

Antonia Bengoechea
als Adriana

Stefania Koessl
als Monica

Handlung

Argentinien zu Beginn der Achtziger, die Militärdiktatur liegt in den letzten Zügen. Nach außen sind die Puccios eine respektable Familie in einer wohlhabenden Vorstadt von Buenos Aires. Tatsächlich leitet Vater ein privates Verbrecherunternehmen, in das die ganze Familie eingespannt ist: Die Beziehungen des populären Sohnes, ein gefeierter Spieler der Rugby-Nationalmannschaft, werden genutzt, um reiche Mitmenschen auszuspionieren, zu entführen, Lösegelder einzufordern und die Entführten danach erbarmungslos zu ermorden.

Der Puccio-Clan geht einem blutigen Handwerk nach: Sie entführen wohlhabende Menschen, erpressen Lösegelder und bringen ihre Opfer dann um. Brillanter True-Crime-Thriller, der einen spektakulären Kriminalfall mit dem Psychogramm einer vermeintlich gutbürgerlichen Familie vermischt.

Kritik

Eindringlicher Real-Crime-Thriller über eine freundliche Familie, die hinter der Fassade spießiger Gutbürgerlichkeit einem blutigen Handwerk nachgeht.

Unbändige Wut über die sozialen Missstände in Argentinien war stets das Kennzeichen der ungeschminkten Filme von Pablo Trapero, ob er nun in "Löwenkäfig" einer schwangeren Frau in einen unmenschlichen Frauenknast folgte oder Engagierte in "Die verborgene Stadt" in einem höllischen Slum scheitern ließ. Die gerechte Wut, das Feuer spürt man auch in jeder Einstellung von "Der Clan", aber erstmals kanalisiert der 43-jährige Argentinier seinen Zorn in einen Genrefilm - ein Genrefilm, der auf einem realen Kriminalfall aus dem Argentinien der frühen Achtziger fußt, wohlgemerkt. So souverän ist Trapero hier im Umgang seiner filmischen Mittel, dem eleganten Springen zwischen verschiedenen Zeitebenen und der Verschmelzung von Bildern und präzise ausgewählter Rockmusik, dass man sofort an Scorsese denken muss. Vor allem "Hexenkessel" und "GoodFellas" standen Pate für die Umsetzung dieser aberwitzigen Geschichte einer gut bürgerlichen Familie und ihres eiskalten Patriarchen, die die Beziehungen des populären Sohnes, ein gefeierter Spieler der Rugby-Nationalmannschaft, nutzt, um reiche Mitmenschen auszuspionieren, zu entführen, immense Lösegelder einzufordern und die Entführten danach erbarmungslos zu ermorden. Brillant balanciert Trapero die disparaten Elemente, Krimigeschichte auf der einen, Porträt einer Familie auf der anderen Seite, und erhöht die Spannung, wenn sich zunehmend Fehler einschleichen und der Familienverbund ins Wanken gerät, während unten im Keller Menschen um ihr Leben flehen. All das für sich wäre packend genug, zumal der eigentlich für seine Komödienarbeit bekannte Guillermo Francello ("In ihren Augen") als freundliches Monster von nebenan absolut furchterregend ist, aber Trapero gelingt noch ein politischer Überbau: Er verschränkt die Horrorgeschichte der Familie Puccio mit der Geschichte eines Landes, das den Schrecken der Junta-Diktatur ablegen will, aber doch gefangen bleibt in den menschenverachtenden Strukturen und Denkweisen. Kein Wunder, dass die unbändige Wut des Filmemachers ungebrochen ist: Nur hat er sie noch nie so vorzüglich artikuliert wie hier. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 03.03.2016

Argentinien/Spanien 2015

Länge: 1 h 49 min

Genre: Thriller

Originaltitel: El Clan

Regie: Pablo Trapero

Drehbuch: Julian Loyola, Esteban Student, Pablo Trapero

Musik: Sebastián Escofet

Produktion: Pedro Almodóvar, Esther Garcia, Agustin Almodóvar, Hugo Sigman, Matias Mosteirin, Pablo Trapero

Kostüme: Julio Suarez

Kamera: Julian Apezteguia

Schnitt: Pablo Trapero, Alejandro Carrillo Penovi

Ausstattung: Sebastián Orgambide

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