Drama um den Zerfall einer scheinbar intakten Familie und einen Mann, der sich den Fehlern der Vergangenheit stellen muss.

Kinostart: 05.02.2009

Josef Bierbichler

Josef Bierbichler
als Georg Winter

Hilde Mieghem
als Eva Winter

Sophie Rois

Sophie Rois
als Hanna

Die Handlung von Der Architekt

Als er vom Tod seiner Mutter erfährt, bedeutet die Beerdigung für den 58-jährigen Architekten Georg Winter (Josef Bierbichler) nur einen leidigen Pflichttermin. Der Misanthrop fährt mit seiner Frau Eva (Hilde van Mieghem) und den längst erwachsenen Kindern Reh (Sandra Hüller) und Jan (Matthias Schweighöfer) von Hamburg in sein Tiroler Heimatdorf. Die Begegnung mit Jugendfreunden konfrontiert ihn mit Lebenslügen, das Testament enthüllt Peinliches.

Eine scheinbar heile Familie zerpflückt die Schauspielerin Ina Weisse in ihrem reifen Regiedebüt nach allen Regeln der Kunst. Das stark besetzte wie gespielte Drama um die Fehler der Vergangenheit entfaltet seine Emotionen vor gewaltiger, metaphernreicher Winterlandschaft.

Georg Winter fährt mit Frau und den zwei erwachsenen Kinder von Hamburg in ein entferntes Tiroler Bergdorf zur Beerdigung seiner Mutter. Ein Pflichttermin, den er schnell absolvieren will. Bei der Begegnung mit seiner Jugendfreundin und dem gemeinsamen Sohn wird der Misanthrop mit seiner Feigheit und Lebenslüge konfrontiert. Bei der Testamentseröffnung kommt es zur Enthüllung des streng gehüteten Geheimnisses.

Georg Winter fährt mit Frau und den zwei erwachsenen Kinder von Hamburg in ein entferntes Tiroler Bergdorf zur Beerdigung seiner Mutter. Ein Pflichttermin, den er schnell absolvieren will. Doch eine Lawine macht es unmöglich, der Situation zu entkommen. Bei der Begegnung mit seiner Jugendfreundin und dem gemeinsamen Sohn wird der Misanthrop mit seiner Feigheit und Lebenslüge konfrontiert. Bei der Testamentseröffnung kommt es zur Enthüllung des streng gehüteten Geheimnisses.

Bei der Beerdigung seiner Mutter in einem abgelegenen Bergdorf wird ein Misanthrop mit seiner Lebenslüge konfrontiert. Das Familiendrama und Regiedebüt von Schauspielerin Ina Weisse wird dominiert vom gewaltigen Josef Bierbichler.

Kritik zu Der Architekt

Drama um den Zerfall einer scheinbar intakten Familie und einen Mann, der sich den Fehlern der Vergangenheit stellen muss.

Josef Bierbichler ist der filmische Außenseiter, dem Probleme wie ein Mühlstein am Halse hängen, egal ob hier in Ina Weisses Debütfilm, Caroline Links "Im Winter ein Jahr", Hans Steinbichlers "Hierankl" oder "Winterreise". Als "Der Architekt" gehört er zu jener Spezies, die möglichst niemanden an sich heranlassen, über andere - wie Frau, Kinder oder Bauarbeiter - herrschen, mit Tunnelblick durchs Leben stapfen und emotionalen Kollateralschaden in Kauf nehmen, sich durch eine Mauer aus Menschenverachtung und Egozentrik schützen.

Georg Winter fährt mit Frau und den zwei erwachsenen Kinder von Hamburg in ein entferntes Tiroler Bergdorf zur Beerdigung seiner Mutter. Ein Pflichttermin, den er schnell absolvieren will. Bei der Begegnung mit seiner Jugendfreundin und dem gemeinsamen Sohn wird der Misanthrop mit seiner Feigheit und Lebenslüge konfrontiert. Bei der Testamentseröffnung kommt es zur Enthüllung des streng gehüteten Geheimnisses. Als dann noch eine Schneelawine den Ort von der Außenwelt abschottet, es keine Fluchtmöglichkeit mehr gibt, muss sich nicht nur der Pater Familias den inneren Dämonen stellen, auch die anderen Familienmitglieder müssen die neue Situation bewältigen.

Weisse zeichnet den sukzessiven Einsturz der falschen Fassade und den Ausbruch lang schwelender Konflikte. Kameramann Carl-Friedrich Koschnick arbeitet mit langen Brennweiten auf 35mm, vermeidet Postkartenklischees und zeigt fast nie Horizont oder Berggipfel. In den weiten weißen Bildern verlieren sich die Gestalten wie kleine schwarze Punkte, ist auch visuell der psychische Druck zu spüren. Der 40-jährigen Regisseurin gelingt die einfühlsame Beschreibung von Verdrängung, Angst, Schuld und Selbstbetrug, sie interessiert sich für die Familie als Spiegelbild unserer Gesellschaft, für Macht und Ohnmacht des Individuums. Die Fernseh- und Filmschauspielerin bändigt sogar Bierbichler, der sehr zurückgenommen agiert, und legt Wert auf kleine, aber bedeutsame Gesten, die Entfaltung der Schauspieler. Allerdings misstraut sie der Kraft der Geschichte und Figuren, so muss Winter ganz symbolisch an einer Herzkrankheit leiden (und sterben), sie lässt der Fantasie und Interpretation keinen Raum, setzt auf Direktheit, wenn der massige Mann am Ende neben der Straße die zum Dorf führt, zusammenbricht. Unklar bleibt der Ersatz des treffenderen Arbeitstitels "Rigor Mortis" (für die todesähnliche Seelenstarre) durch den beliebigen Titel "Der Architekt". mk.

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Info

Plakat des Films: Der Architekt
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 05.02.2009

Deutschland 2008

Länge: 1 h 33 min

Genre: Drama

Originaltitel: Der Architekt

Regie: Ina Weisse

Drehbuch: Ina Weisse, Daphne Charizani

Musik: Annette Focks

Produktion: Peter Schwartzkopff, Felix Eisele

Kostüme: Stefanie Bieker

Kamera: Carl-Friedrich Koschnick

Schnitt: Andreas Wodraschke

Ausstattung: Susann Bieling