Mitreißendes Drama mit Jake Gyllenhaal als Witwer, der als Weg aus der Existenzkrise Dinge zerstört.

Kinostart: 16.06.2016

Szenenbild aus Demolition - Liebe und Leben mit Jake GyllenhaalJake Gyllenhaal

Jake Gyllenhaal
als Davis Mitchell

Szenenbild aus Demolition - Liebe und Leben mit Naomi WattsNaomi Watts

Naomi Watts
als Karen Moreno

Chris Cooper

Chris Cooper
als Phil

Judah Lewis
als Chris Moreno

Heather Lind
als Julia

Polly Draper
als Margot

Brendan Dooling
als Todd Koehler

Wass Stevens
als Jimmy

Tom Kemp
als Dr. Brodkey

Handlung

Jake Gyllenhaal kämpft sich zurück ins Leben: Investmentbanker Davis Mitchell gerät durch den Unfalltod seiner Frau in eine Existenzkrise, fühlt sich isoliert und weiß nicht mehr, was es bedeutet, etwas zu fühlen.

Erst einmal muss er alles zerstören und in seine Einzelteile zerlegen, um sich neu zu finden und wieder aufbauen zu können. Von seinem mühsamen Weg zurück ins Leben erzählt der Kanadier Jean-Marc Vallée eindrucksvoll und intensiv.

Dem grandiosen Hauptdarsteller stehen unter anderem Naomi Watts und Chris Cooper zur Seite.

Kritik

Innovativ und bewegend erzähltes Drama über einen jungen Mann, der nach dem Unfalltod seiner Frau beginnt, sein Leben buchstäblich in seine Einzelteile zu zerlegen.

Drei Jahre in Folge hat der Kanadier Jean-Marc Vallée nunmehr einen neuen Film auf dem Toronto International Film Festival vorgestellt, und mit jedem neuen Film ist er als Filmemacher noch einmal gewachsen und souveräner geworden im Umgang seiner unkonventionellen Mittel. 2013 war er mit "Dallas Buyers Club" in Toronto, 2014 mit "Der große Trip - Wild" und nun stellte er den Eröffnungsfilm des TIFF 2015. Und beendet damit eine lose Trilogie über Menschen, die im Moment größter existenzieller Not lernen, was es wirklich heißt, am Leben zu sein. Genau das hat der von Jake Gyllenhaal gespielte Investmentbanker Davis Mitchell gemeinsam mit dem an AIDS erkrankten Redneck in "Dallas Buyers Club" und der vom Tod der Mutter aus der Lebensbahn geworfenen Wanderin durch einsamstes Terrain in "Der große Trip - Wild": Auch Davis spürt nicht mehr, was es bedeutet, Mensch zu sein. Die Existenzkrise wird hervorgerufen durch den tödlichen Autounfall von Davis' Frau. Wie bei Vallées so faszinierend unperfekten Helden üblich, fühlt auch er sich isoliert vom Rest der Welt. Und vom Kampf zurück ins Leben, so schmerzhaft er sein mag, erzählt auch "Demolition", in dem Davis erst einmal buchstäblich alles zerstören und in seine Einzelteile zerlegen muss, was er einmal war, um sich zu entdecken und wieder aufbauen zu können.

Einen Rahmen für die gewohnt feinfühlig zusammengesetzten assoziativen Bilder, in denen die Handlung immer wieder von blitzartigen Erinnerungen durchbrochen wird, bilden die Briefe, die die traumatisierte Hauptfigur an eine Getränkeautomatenfirma schickt, weil ein bereits bezahlter Schokoriegel im Krankenhaus nicht in den Ausgabeschlitz gefallen ist. Daraus ergibt sich der Kontakt zu Karen, gespielt von Naomi Watts, die in diesem Jahr schon in dem in der Prämisse sehr ähnlichen "The Sea of Tears" zu sehen war: Sie kümmert sich um die Kundenbeschwerden, hat es aber selbst nicht leicht, in ihrem Leben als alleinerziehende Mutter mit ihrem 14-jährigen Sohn fertig zu werden. Der wird von Judah Lewis als Bündel entgegengesetzter Emotionen gespielt, und er ist die eigentliche Sensation des Films. In seinen wunderbaren Szenen mit Gyllenhaal erinnert Lewis an den ganz jungen Leonardo DiCaprio aus "This Boy's Life" oder "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa": Seine Verletzlichkeit ist es, seine Unsicherheit, aber auch Lebensneugier, die dem Helden des Films den entscheidenden Stoß gibt, wieder den Schritt ins Leben zu wagen, auf dem Trümmerhaufen wieder aufzubauen. "Demolition" ist von den drei letzten Filmen Vallées vielleicht der konventionellste, aber vielleicht auch nur deshalb, weil Vallée seinen Stil mittlerweile bis zur Perfektion verfeinert hat - ein besonderes Kinoerlebnis bietet er allemal, denn der Regisseur arbeitet unvermindert am obersten Limit seiner Schaffenskraft. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 16.06.2016

USA 2015

Länge: 1 h 41 min

Genre: Drama

Originaltitel: Demolition

Regie: Jean-Marc Vallée

Drehbuch: Bryan Sipe

Produktion: Trent Luckinbill, Molly Smith, Sidney Kimmel, Lianne Halfon, Russell Smith, Jean-Marc Vallée

Kostüme: Leah Katznelson

Kamera: Yves Bélanger

Schnitt: Jay M. Glen

Ausstattung: John Paino

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