Drama über einen jungen Mann, der sich nach dem Selbstmord seiner Mutter auf die Suche nach seinem wahren Vater begibt.

Kinostart: 13.02.2014

Tilman Strauß
als Patrick

Thomas Schendel
als Reimund Borz

Judith Rosmair

Judith Rosmair
als Judith

Niklas Kohrt
als Elmer

Ruby O. Fee
als Romy

Suzanne von Borsody
als Birgit

Tobias Kay
als Holger

Hark Bohm
als Jugendstiftleiter

Anette Hellwig
als Verk

Matthias Wiebalck
als Pfarrer

Simon Görts
als Betreuer

Handlung

Als der 30jährige Patrick seine am Strick baumelnde Mutter findet, bricht für ihn eine Welt zusammen. Nach der Beerdigung der Frau, die ihn nie geliebt hat, rast er mit seinem Freund Elmar im alten Ami-Schlitten zum "Erzeuger", der nichts von seinem Glück weiß und stört dessen Geburtstagsfeier zum 60. mit erster und zweiter Frau, verwöhntem Sohn und jungfräulichem Töchterchen ganz gewaltig. Bald pflastern Leichen seinen Weg, kracht die kleinbürgerliche Fassade der Familie zusammen. Der Rachefeldzug endet in Blut und Tränen.

Kritik

Pulp aus Hamburg: Eine kleinbürgerliche Geburtstagsfeier wird zum monströsen Rache-Schlachtfeld à la Tarantino.

"Erst lässt sie sich von jedem bumsen und dann verpisst sie sich". Trauer sieht anders aus nach dem Selbstmord der Mutter. Aber bei Patrick und seinem Freund Elmer ticken die Uhren sowieso anders. Nach der Beerdigung geht's zum Leichenschmaus, einer fetten Wurst am Kiosk. Ansonsten sind sie nicht gut drauf. Der Sohnemann kriegt Name und Adresse seines Erzeugers raus, der von den Folgen des One Night Stands vor 30 Jahren nichts weiß. Erst einmal knallt er dessen Boutique-Freundin ab und kleidet sich samt Freund schick ein, dann brettert das Duo mit einem alten roten Ami-Schlitten zum neu entdeckten "Dad" und platzt mitten in dessen 60. Geburtstagsfeier. Auftakt zu einer Zerstörungsorgie und Abschied von der Familienidylle in der schicken Vorstadt- Villa.

Der Absolvent der Hamburger Filmhochschule Sven Halfar liefert in seinem ersten Langfilm eine wüste Dosis Trash mit Drastik erster Güte. Pate stand wohl Quentin Tarantino mit seinen durchgedrehten Protagonisten. Aber "DeAd" ist trotz cooler Herumballerei, seltsamen Todesfällen und durchgeknallten Typen mehr als schlichtes Epigonentum. Die Dialoge kommen rabenschwarz auf den Punkt, der Horror entwickelt sich langsam, erst geht ein Foto des glücklichen Paares "zufällig" zu Bruch, dann krepiert ein Fisch im "heiligen" Aquarium des Pater Familias, endet dessen verwöhnter Filius aus erster Ehe, auf dessen schickem Porsche steht "Eure Armut kotzt mich an", unglücklich im Hirschgeweih. Anschließend brechen alle Dämme.

Beim Rachefeldzug des Rockabilly-Rebellen, der am liebsten mit Haartolle, spitzen Texas-Schuhen und Cowboyhut herumläuft, kämpft jeder gegen jeden. Den Geburtstags-Crashern Tilman Strauß als pervers narzisstisch veranlagtem Bösewicht mit Niklas Kohrt als perfidem Adlatus gelingt es, zwischenmenschliche Abgründe aufzudecken und die Scheinwelt der netten Familie als Lüge zu entlarven. Da TV-Anstalten keinen Cent zahlen wollten, wurde der Film privat finanziert, etwas Geld kam durch die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Und wenn's ans Tanzen geht, ist der Hamburger Sänger Jan Delay mit "Oh Johnny" dabei. Das Publikum sollte sich beim Pulp deutscher Provenienz amüsieren. mk.

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Info

Plakat des Films: DeAD
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 13.02.2014

Deutschland 2012

Länge: 1 h 43 min

Genre: Drama

Originaltitel: DeAD

Regie: Sven Halfar

Drehbuch: Sven Halfar

Musik: Nils Kacirek

Produktion: Sven Halfar, Rike Steyer

Kostüme: Heidrun Schwantge

Kamera: Carol Burandt von Kameke

Schnitt: Angela Tippel

Ausstattung: Kay Kulke

Website: http://www.dead-derfilm.com

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