Verfilmung der gleichnamigen Biografie von 68er-Sexsymbol Uschi Obermaier.

Kinostart: 01.02.2007

Natalia Avelon

Natalia Avelon
als Uschi Obermaier

Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer
als Rainer Langhans

David Scheller
als Dieter Bockhorn

Alexander Scheer
als Keith Richards

Victor Noren
als Mick Jagger

Handlung

Die 68er: Sex, Drugs & Rock 'n' Roll. Niemand verkörpert dieses wilde Jahrzehnt besser als Sex-Ikone Uschi Obermaier (Natalia Avelon). Schon als Teenie verdreht das selbstbewusste Mädchen Männern reihenweise den Kopf. Sie zieht von München nach Berlin, um in der legendären "Kommune 1" mit Rainer Langhans (Matthias Schweighöfer) zu leben. Als sie wie er die freie Liebe praktiziert, ist Schluss, während ihr Aufstieg zum Top-Model und Groupie von Keith Richards (Alexander Scheer) beginnt. Die Freiheit bleibt ihr dennoch wichtiger als aller Ruhm.

Den autobiografischen Erinnerung von Uschi Obermaier frei nachempfundene Lebensgeschichte, die sich auf das Porträt einer charismatischen Frau und ihrer Lovestory zu Rolling-Stones-Gitarrist Richards konzentriert - und auch Schattenseiten beleuchtet.

Der Münchner Teenager Uschi Obermaier verdreht in den Sechzigern den Männern den Kopf. Bald schon steigt sie zum begehrten Topmodel auf, erscheint auf dem Cover des "Playboy" und wird zum Sexsymbol der 68er-Generation. Affären mit Rockstars wie Keith Richards, Mick Jagger und Jimi Hendrix folgen. Doch bald lernt Uschi auch die Schattenseiten des Ruhms kennen.

Teenager Uschi rebelliert gegen die Eltern, packt die Koffer und geht nach Berlin. Sie wird Mitglied der legendären Kommune 1, findet Gefallen an der freien Liebe und in Rainer Langhans einen Freund. Doch weil der zum eifersüchtigen Besserwisser avanciert, kehrt sie, inzwischen Topmodel, der WG den Rücken. Das Covergirl unterhält Affären, mit Mick Jagger und Keith Richards etwa, und landet schließlich im Hamburger Kiez. Dort trifft "die Obermaier" in dem Abenteurer und Kneipier Bockhorn die Liebe ihres Lebens.

Kritik

Die von 70er Jahre Sex-Symbol Uschi Obermaier autorisierte Verfilmung ihrer bewegten Vergangenheit bietet vor allem im ersten Teil hohen Unterhaltungswert.

Fast 40 Jahre ist sie nun schon her, die 68er Revolution, die eigentlich gar keine war und dennoch so viel veränderte. Vielleicht nicht so sehr auf politischer Ebene, trotzdem tat sich in Sachen Lebensgefühl und Lebenseinstellung eine ganze Menge. Eine, die nie einen Hehl daraus gemacht hat, sich mehr für die sexuelle Umwälzung interessiert zu haben, ist Uschi Obermaier. Wenige Monate nach ihrem 60. Geburtstag kommt nun "Das wilde Leben" in die Kinos, ein von ihr autorisiertes und während der Dreharbeiten begleitetes Biopic über die stürmischen 60er und nicht weniger aufregenden 70er Jahre. Ihr Mitwirken hatte für die Filmemacher fraglos den Vorteil, sämtliche Informationen aus erster Hand zu bekommen, aber auch den Nachteil, Ereignisse könnten beschönigt oder verschwiegen worden sein. Doch Newcomer-Regisseur Achim Bornhak und Produzenten-Veteran Eberhard Junkersdorf hatten sowieso in erster Linie Entertainment im Sinn und nicht akribische Authentizität.

Diese Rechnung geht insbesondere in der ersten Hälfte des Films auf, wenn Teenager Uschi (Natalia Avelon, mindestens so apart wie das Original) gegen die Eltern rebelliert, erste Nacktfotos von sich machen lässt, eines Tages die Koffer packt und nach Berlin geht, weil sich da etwas rührt. Prompt wird sie Mitglied der Kommune 1. Sprüche wie "Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren" lassen die unpolitische Uschi allerdings kalt, erwärmen kann sie sich dagegen für das Prinzip der freien Liebe und deren Verfechter Rainer Langhans (Matthias Schweighöfer, zeigt diesmal auch körperlich, was er zu bieten hat). Doch weil Langhans zum eifersüchtigen Bock avanciert, kehrt das Topmodel, von Fritz Teufel (großartig zynisch: Milan Peschel) spöttisch Untermaier genannt, der Kommune den Rücken, verlustiert sich bei einer Parallel-Affäre mit Mick Jagger und Keith Richards, um schließlich im Hamburger Kiez zu landen. Dort trifft sie in dem Abenteurer und Kneipier Bockhorn (David Scheller) die Liebe ihres Lebens.

Wenn Uschi dann mit Bockhorn im Spezial-Luxus-Bus auf Weltreise geht, durch Indien und Mexiko tourt, wird "Das wilde Leben" zahm. Die Komödie weicht dem Road Movie, deftiger Sprachwitz melancholischen Zwischentönen. Dennoch haben Bornhak und sein junger Kameramann Benjamin Dernbecher, der auch "Die wilden Kerle 4" fotografierte, einige Male den richtigen Ton, das richtige Bild getroffen. Das gilt insbesondere für die Schauplätze Berlin und Hamburg. Auch bei der Besetzung der Nebenrollen gab es mit Milan Peschel und dem Österreicher Georg Friedrich, der Bockhorns besten Kumpel Lurchi spielt, zwei Volltreffer. Und Natalia Avelon macht Uschi Obermaier in Sachen Freizügigkeit ernsthaft Konkurrenz und bringt auch deren einfach strukturierte Intelligenz adäquat rüber. Nur mit deren bayerisch-breitem Sprachduktus hat sie Probleme, rutscht bei den Off-Kommentaren ins Hochdeutsche ab. Zu guter Letzt wird "Das wilde Leben" dann auch noch zur unfreiwilligen Hommage an den italienischen Produzenten Carlo Ponti. Denn dieser hatte Obermaier einst einen Deal über zehn Filme angeboten, nachdem er sie in Rudolf Thomes "Rote Sonne" gesehen hatte. Wie im richtigen Leben so im Film lehnte der Freigeist ab. Heute lebt Uschi in Kalifornien und entwirft Schmuck. lasso.

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Info

Plakat des Films: Das wilde Leben
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 01.02.2007

Deutschland 2007

Länge: 1 h 54 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das wilde Leben

Regie: Achim Bornhak

Drehbuch: Olaf Kraemer, Achim Bornhak

Produktion: Eberhard Junkersdorf, Dietmar Güntsche

Kamera: Benjamin Dernbecher

Website: http://www.daswildeleben.de

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