Sensibles Liebesdrama mit Maximilian Brückner und Luise Heyer über ein Ehepaar, das ein traumatisches Erlebnis verarbeiten muss.

Kinostart: 02.05.2019

Handlung

Malte (Maximilian Brückner) und Liv Blendermann (Luise Heyer) sind ein junges Lehrerpaar, das den Sommerurlaub auf einer Insel im Mittelmeer genießt. Doch dann werden sie von drei Jugendlichen überfallen und Liv vergewaltigt.

Zwei Jahre später scheinen die beiden mit dem Trauma umgehen zu können und an ihrer Beziehung zu arbeiten. Doch dann trifft Malte zufällig auf einen der Täter und nimmt die Verfolgung auf – und plötzlich kommen alle Emotionen wieder hoch …

Kritik

Ein Ausnahmezustand steht im Zentrum dieses ganz feinen und ungemein intensiven Films, der Peckinpahs "Wer Gewalt sät" auf den Kopf stellt und noch einmal ganz neu denkt: Ein perfektes deutsches Paar, wunderbar gespielt von Maximilian Brückner und Luise Heyer mit Leistungen, die Amerikaner immer so schön "career best" nennen, wird im Urlaub auf Mallorca nach seinem Liebesspiel am Strand von drei angetrunkenen Jungs gestellt und in seinen Bungalow gedrängt. Er wird auf dem Boden festgehalten und muss hilflos mitansehen, wie sie vergewaltigt wird. Schnitt auf zwei Jahre später in die Gegenwart: Rein äußerlich hat das Paar, beide arbeiten als Lehrer, die Attacke gut überstanden. Sie sind immer noch zusammen, und es ist ihnen gelungen, wieder in eine Art Normalzustand zu finden. Bis er auf der Straße den Jungen sieht, der sie vergewaltigt hat und ihm folgt. In klug arrangierten Szenen hält Sven Taddicken fest, wie diese neue Realität alle verdrängten Komplexe, Ängste und Schuldgefühle hochspült und die Beziehung nun beginnt, sich an ihren Rändern aufzulösen. Das Beziehungsdrama wird unmerklich zum Thriller. Es geht jetzt auch um Rache und um Vergebung, was aber alles nicht so einfach ist, weil auf einmal der zuvor eher gesichtslose Junge nicht einfach mehr Buhmann und Monster ist und an Konturen gewinnt, der Film ihm eine menschliche Existenz mit Freundin und Job und ganz eigenen Nöten zugesteht. Bis zur Eskalation bleibt "Das schönste Paar" immer nachvollziehbar mit seinem "Wie würde man selbst in dieser Situation reagieren"-Ansatz. Der Film findet immer die richtigen Kinobilder für die zunehmende Frustration seiner beiden Helden, die sich nichts mehr wünschen, als ihren Alltag wieder zurückzuerobern, der ihnen aber durch die Finger rinnt und sie allein lässt mit sich und ihren lodernden Gefühlen. Das wusste auch das Weltpremierenpublikum in Toronto zu schätzen und spendete viel Applaus. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 02.05.2019

Deutschland/Frankreich 2018

Länge: 1 h 33 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das schönste Paar

Regie: Sven Taddicken

Drehbuch: Sven Taddicken

Produktion: Sol Bondy, Jamila Wenske

Kamera: Daniela Knapp

Schnitt: Andreas Wodraschke

Website: https://www.youtube.com/watch?v=_9S0yi8tYtw

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