Romeo & Julia-Burleske voller Slapstick-Elemente.

Kinostart: 16.06.2005

Slavko Stimac
als Luka

Vuk Kostic
als Milos

Aleksandar Bercek
als Veljo

Natasa Solak
als Sabaha

Stribor Kusturica
als Kapit

Vesna Trivalic
als Jadranka

Nikola Kojo
als Filipovic

Mirjana Karanovic
als Nada

Davor Janjic
als Tomo

Nele Karajilic
als Beckenschl

Vanessa Glodjo
als Krankenschwester

Branislav Lalevic
als Presdjednik

Adnan Omerovic
als Eso

Obrad Durovic
als Vujan

Dana Todorovic
als TV-Reporter

Josif Tatic
als Arzt

Dragan Zurovac
als Fu

Die Handlung von Das Leben ist ein Wunder

Im Bosnien der frühen 90er Jahre wirft der kommende Krieg drohende Schatten voraus, während der serbische Ingenieur Luka (Slavko Stimac) noch davon träumt, durch den Ausbau der lokalen Eisenbahn den Tourismus in der Gegend anzukurbeln. Auch als der Krieg ausbricht und seine Frau, eine Opernsängerin, mit ihrem Kollegen durchbrennt, trübt dies den gemütlichen Alltag nur bedingt. Dann aber wird sein Sohn vom Feind entführt, und nun ist guter Rat teuer. Ein gefangen genommenes Moslemmädchen (Natasa Solak) könnte zum Austausch dienen. Doch Luka hat selbst Gefallen an der Kleinen gefunden.

Emir Kusturica

1992: Der serbische Ingenieur Luca will durch den Ausbau der Eisenbahn Touristen in seine Ortschaft locken. Kriegsgerüchte ignoriert der Tüftler - bis zur Gefangennahme seines Sohnes. Durch die hübsche Moslemin Sabaha als Geisel für den Austausch gibt es Hoffnung. Doch das Mädel erobert nicht nur Haus und Bett Lucas, sondern auch sein Herz.

Luca, einen serbischen Ingenieur aus Belgrad, hat es mit Frau und Sohn in die Provinz verschlagen. Von hier aus soll der weltfremde Techniker den Ausbau der Eisenbahnlinie leiten, um Touristen ins strukturschwache Hinterland anzulocken. Versunken in seine Arbeit "überhört" Luca den nahenden Krieg. Selbst als die Gattin mit einem Musiker durchbrennt, verliert er seine gute Laune nicht. Erst als der Filius überraschend in die Armee eingezogen und eine Moslemin als Geisel bei ihm einquartiert wird, stellt er sich der Realität.

Kritik zu Das Leben ist ein Wunder

Der magische Realismus ist seine Welt. Die neueste schwarze 'comédie humaine' von Emir Kusturica spielt 1992 zu Beginn des Bosnien-Krieges. Ein junger, von der Eisenbahn besessener Serbe lernt eine Moslemin kennen, die gegen seinen gefangenen Sohn ausgetauscht werden soll. Und gegen alle Vernunft erweist sich die Liebe stärker als der Krieg. Die französische Presse bejubelte den Wettbewerbsbeitrag.

Nach zwei Goldenen Palmen (1985 "Papa ist auf Dienstreise" und 1995 "Underground") sowie den Regiepreis für "Time of the Gypsies" (1988) rechnete niemand mit einer erneuten Auszeichnung, auch wenn Emir Kusturica gewohnt pralles Kino präsentierte. Die Handlung spielt in einem kleinen bosnischen Dorf im Jahre 1992. Die Einwohner genießen das Leben, als sei jeder Tag der letzte. Luca, den Ingenieur aus Belgrad, der durch den Ausbau der Eisenbahn Touristen anlocken soll, seine Frau Jadranka, eine Ex-Opernsängerin, und Sohn Milos hat es in einen alten Bahnhof verschlagen. Kriegsgerüchte ignoriert der Tüftler von sympathischer Schlichtheit, sogar als seine manisch-depressive Gattin mit einem Musiker durchbrennt, trübt das nur marginal die gute Laune. Erst mit der Gefangennahme seines Sohnes von der Gegenseite, stellt er sich der Wirklichkeit, wenn auch zögerlich. Durch die hübsche Moslemin Sabaha als Geisel für den Austausch gibt es Hoffnung. Doch urplötzlich bricht die Liebe aus, das Mädel erobert nicht nur Haus und Bett, sondern auch sein Herz.

Kusturicas Personal strotzt vor verrückten Typen: ein Soldat, der glaubt, der Krieg könne vermieden werden, ein Bürgermeister, der von der Mafia beseitigt wird, ein philosophierender Schäfer und - ganz wichtig - ein liebeskranker und suizidaler Esel, der als Running Gag das Bahngleis blockiert. Bei diesem Tanz auf dem Vulkan wird gefeiert, gesoffen und gehurt, dass die Schwarte kracht. Mit überschäumender Leidenschaft und überbordendem Temperament gehen die Protagonisten ans Werk. Kusturica vereinigt nach eigenen Worten Shakespeare und die Marx Brothers in dieser Romeo & Julia-Burleske voller Slapstick-Elemente. Wein, Weib und Gesang, dazu die Musik komponiert vom Meister selbst und Dejan Sparavolo, gespielt vom No Smoking Orchestra - das ist manchmal etwas zuviel des Guten, wie auch die Reduzierung der Kommunikation zwischen den Geschlechtern auf Hiebe, Triebe und etwas Liebe. Ein ambivalentes und lärmendes Vergnügen, das durch großartige Bilder in den Farben der vier Jahreszeiten vieles wettmacht. Feingeistern wird der laute Balkan fremd bleiben, Freunde deftigen Spaßes sollten sich jedoch für dieses visuell starke Stück Kino begeistern. mk.

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Info

Plakat des Films: Das Leben ist ein Wunder
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 16.06.2005

Frankreich/Serbien und Montenegro 2004

Länge: 2 h 35 min

Genre: Drama

Originaltitel: Zivot je cudo

Regie: Emir Kusturica

Drehbuch: Ranko Bozic, Emir Kusturica

Musik: Emir Kusturica, Dejan Sparavalo

Produktion: Alain Sarde, Emir Kusturica, Maja Kusturica

Kostüme: Zora Popovic

Kamera: Michel Amathieu

Schnitt: Svetolik Mica Zajc

Ausstattung: Milenko Jeremic