Einfühlsames Drama über eine Fabrikarbeiterin, die auf einer Ölplattform anheuert, um das Brandopfer eines Unfalls zu pflegen.

Kinostart: 27.04.2006

Sarah Polley

Sarah Polley
als Hanna

Tim Robbins

Tim Robbins
als Josef

Sverre Anker Ousdal
als Dimitri

Steven Mackintosh
als Dr. Sullitzer

Javier Cámara
als Simon

Eddie Marsan
als Victor

Julie Christie
als Inge

Daniel Mays
als Martin

Dean Lennox Kelly
als Liam

Danny Cunningham
als Scott

Reg Wilson
als Manager

Emmanuel Idowu
als Abdul

Die Handlung von Das geheime Leben der Worte

Fabrikarbeiterin Hanna (Sarah Polley) ist zu gut für ihre Firma. Damit ihr Arbeitseifer und unermüdlicher Einsatz die Kolleginnen nicht zur Weißglut treibt, verordnet der Chef der Nimmermüden ein paar Ferientage am Meer. Sie heuert jedoch kurzerhand als Krankenschwester auf einer Ölbohrinsel an und kommt dabei dem Brandverletzten Josef (Tim Robbins) langsam näher.

Verletzte Seelen lecken sich gegenseitig ihre Wunden in einem stimmungsvollen, stark gespielten Drama von Isabel Coixet ("Mein Leben ohne mich").

Nach vier Jahren Arbeit in einer Fabrik ohne Pause wird Hanna von ihrem Chef in Zwangsurlaub geschickt. In einem Restaurant in Nordirland verfolgt sie ein Gespräch über einen Unfall auf einer Ölplattform und bietet ihre Hilfe an, den einzigen Überlebenden, Josef, zu pflegen. Dort fühlt sich Hanna sofort wohl in der Gruppe von Außenseitern, aber vor allem mit Josef, schwer verbrannt und vorübergehend blind, freundet sie sich an. Schließlich vertrauen sie einander ihre Geheimnisse an.

Bei einer Explosion auf einer Ölbohrinsel stirbt ein Arbeiter, ein zweiter, Josef, erleidet schwerste Verbrennungen und wird die Insel in naher Zukunft nicht verlassen können. Derweil wird auf dem Festland die überkorrekte Fabrikarbeiterin Hanna von ihrem Chef auf Zwangsurlaub geschickt. Doch des Nichtstuns ist die junge Frau unfähig. Sie reist ins regnerische Irland und hört, dass eine Krankenschwester auf der Ölbohrinsel gebraucht wird. So lernt sie Josef kennen, und die beiden kommen sich in ihrer Einsamkeit bald näher.

Kritik zu Das geheime Leben der Worte

In Isabel Coixets emotionalem Drama treffen Sarah Polley und Tim Robbins als zwei an Leib und Seele verwundete Menschen aufeinander und versuchen, die Schatten der Vergangenheit zu vergessen.

Auch in ihrem zweiten englischsprachigen Film nach "Mein Leben ohne mich" beweist Isabel Coixet ihre Gabe zur leisen und vielschichtigen Form der Erzählung, die sich um so tiefer ins Herz bohrt. Erneut spielt die famose Sarah Polley die Hauptrolle. Diesmal zieht sie als hyper-zuverlässige Fabrikarbeiterin den Unmut der Kollegen auf sich. Um die Situation zu entspannen, schickt ihr Chef sie in den Urlaub. Aber Hanna fürchtet zu viel Zeit und damit die Beschäftigung mit persönlichen Problemen, aalt sich nicht an Sonnenstränden unter Palmen, sondern nimmt statt dessen einen ihr zufällig angebotenen Job als Krankenschwester auf einer Bohrinsel in der stürmischen See an, wo sie ein durch Verbrennungen kurzzeitig erblindetes Unfallopfer pflegen soll. Wendepunkt in ihrem Leben wie dem des Patienten.

Die Geschichte über die Stärke des Schweigens und die Macht der Worte funktioniert schon allein wegen der fantastischen Darsteller. Neben der wandlungsfähigen Sarah Polley beweist sich Tim Robbins als Meister des Subtilen. Die zurückhaltende und spröde Betrachtung der Zerbrechlichkeit von Gefühlen erfordert ein Sich-Einlassen, ein genaues Zuhören. Während Hanna sich in Arbeit flüchtet und kaum redet, sucht Josef das Gespräch und den Austausch. Mit Humor gelingt es ihm, den inneren Panzer der Unbekannten zu lockern.

Neben dem Motiv des Vergnügens am Kochen und Essen durch die Besatzung, steht das Motiv des Scherzens - eine Durchbrechung der erzählerischen Stringenz. Ganz langsam wird der Zuschauer in den Vertrauensprozess hineingezogen, in dem beide ihren Schmerz offenbaren, der sie am Leben hindert. Treibgut der Vergangenheit. Trotz Angst vor zuviel Nähe spricht Hanna endlich über das Ereignis, das sie zerstörte, zeigt ihm ihre Narben, zieht sich aber wieder zurück und verschwindet als der Malade aufs Festland geflogen wird.

Unspektakulär und vorsichtig ist die Herangehensweise an die Figuren, deren Seele Schaden zugefügt wurde und offen bleibt der Versuch für eine mögliche gemeinsame Zukunft. Denn die Zeit heilt keine Wunden, der Mensch gewöhnt sich nur an den Schmerz. mk.

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Info

Plakat des Films: Das geheime Leben der Worte
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 27.04.2006

Spanien 2005

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Secret Life of Words

Regie: Isabel Coixet

Drehbuch: Isabel Coixet

Produktion: Esther Garcia

Kostüme: Tatiana Hernández

Kamera: Jean-Claude Larrieu

Schnitt: Irene Blecua

Ausstattung: Pierre-François Limbosch

Website: http://www.dasgeheimelebenderworte.de