Erich Kästners Kinderbuch in der Kino-Version mit Ulrich Noethen, Sebastian Koch und Piet Klocke.

Kinostart: 31.01.2019

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Szenenbild aus Das fliegende Klassenzimmer mit Ulrich NoethenUlrich Noethen

Ulrich Noethen
als Dr. Justus B

Szenenbild aus Das fliegende Klassenzimmer mit Sebastian KochSebastian Koch

Sebastian Koch
als Bob "Nichtraucher" Uthofft

Szenenbild aus Das fliegende Klassenzimmer mit Piet KlockePiet Klocke

Piet Klocke
als Kreuzkamm senior

Anja Kling
als Kathrin

Hauke Diekamp
als Jonathan Trotz

Philipp Peter-Arnolds
als Martin Thaler

Frederick Lau
als Matz Selbmann

Hans Broich-Wuttke
als Uli von Simmern

François Goeske
als Kreuzkamm junior

Theresa Vilsmaier
als Mona

Handlung

Jonathan ist schon von acht Internaten geflogen. Das neunte ist das Internat des berühmten Thomanerchors in Leipzig. Jonathan rechnet nicht damit lange dort zu bleiben, doch dann komponiert er eine Space-Oper und führt sogar Regie.

Kritik

Auch mit der dritten Kästner-Adaption nach "Emil und die Detektive" und "Pünktchen und Anton" gelingt es dem Produzentenduo Reich/Zenk einen beliebten und bekannten Jugendroman des Literaten in die heutige Zeit zu transformieren, ohne den Charme des Originals zu zerstören.

Tommy Wiegand, der mit "Fußball ist unser Leben" im Jahr 2000 sein Kinodebüt gab, kriegt es hin, Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu begeistern, wenn er den etwas zerfahrenen Lehrer und Chorleiter Justus Bökh und die Jungs vom berühmten Thomanerchor einige turbulente Abenteuer bestehen lässt, bis sie in die Weihnachtsferien fahren dürfen. In Tempo und Fantasie kann er es locker mit der Kurt Hoffmann-Verfilmung von 1954 aufnehmen. Für Kids bieten die fünf Freunde Identifikationsmöglichkeiten: Jonathan, der aus acht Internaten rausgeflogen ist und sich trotz anfänglicher Skepsis bei den Thomanern in Leipzig so richtig wohlfühlt, Martin, der lange nachdenkt, bevor er handelt, Uli, ein schmächtiges Kerlchen, das irgendwann keine Mädchenrollen mehr spielen will und eine gefährliche Mutprobe wagt, Kreuzkamm, der experimentierfreudige Sohn des skurrilen Direktors (Piet Klocke urkomisch) und der stets etwas in sich hineinfutternde gutmütige Matz. Nicht zu vergessen den süßen und namenlosen Strubbel-Hund, den Jonathan verbotenerweise ins Internat schmuggelt. Das Quintett trifft sich gerne zum Abhängen in einem alten Eisenbahnwaggon und entdeckt dort das auf vergilbte Blätter hingekritzelte Theaterstück "Das fliegende Klassenzimmer", was sie zu Weihnachten als coole Spaceoper à la Raumschiff Enterprise aufführen wollen. Aber alle Pläne gehen den Bach runter. Erst einmal jedenfalls. Behutsam wurde der Stoff modernisiert und in Leipzig lokalisiert. Da haben sich Justus Bökh (Ulrich Noethen nach Herr Taschenbier in "Das Sams" und "Bibi Blocksberg"-Vater erneut in der Welt des Kinderfilms) und der "Nichtraucher" lange nicht gesehen, weil letzterer vor der Wende in den Westen ging und erst nach Jahren wieder auftaucht, eben in diesem Eisenbahnwaggon - Relikt aus der einstigen Freundschaft mit Justus. Das Internat ist nicht mehr nur Tummelplatz für reiche Sprösslinge, sondern auch Jungen aus weniger betuchtem Elternhaus dürfen durch Stipendium im Thomanerchor die Stimmbänder strapazieren. Heftige Keilerei zwischen Internen und Externen amüsieren noch knapp 70 Jahre nach Erscheinen des Buches und der Rap (statt Lyrik) bei den Proben zum "Fliegenden Klassenzimmer" sollte jeden davon überzeugen, dass es sich hier nicht um eine gediegene, traditionelle Literaturverfilmung handelt, sondern um lebendiges Familienkino für Leute von Heute. Wenn's am Ende friedlich weihnachtet, der alte Kreuzkamm den Hund "adoptiert" und bei Jonathan die erste Liebe ausbricht, wird's dem kleinen und großen Zuschauer ganz warm ums Herz. Kinder- und Familienfilme sind "in", das bewiesen 2001 "Der kleine Eisbär", "Das Sams" und "Emil und die Detektive". Im Kielwasser von "Bibi Blocksberg" sollte auch "Das fliegende Klassenzimmer" fröhlich auf Erfolgskurs schwimmen und die Kinokassen (leider) erst nach Weihnachten klingeln lassen. Der eigentlich passendere Dezember-Start wäre unter der Wucht von "Herr der Ringe - Die zwei Türme" und "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" wohl zu riskant gewesen. mk.

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Info

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FSK: ab 0

Kinostart: 31.01.2019

Deutschland 2002

Länge: 1 h 54 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Das fliegende Klassenzimmer

Regie: Tomy Wigand

Drehbuch: Henriette Piper, Hermine Kunka

Musik: Biber Gullatz, Niki Reiser, Moritz Freise

Produktion: Peter Zenk, Uschi Reich

Kamera: Peter von Haller

Schnitt: Christian Nauheimer

Ausstattung: Ingrid Henn

Website: http://www.das-fliegende-klassenzimmer.de

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