Der Mord durch Stromschlag am Besitzer einer kleinen Bootswerft beschert dem Lübecker Team einen ganzen Strauß von Verdächtigen...

Kinostart: nicht bekannt

Ann-Kathrin Kramer

Ann-Kathrin Kramer
als Lizzy Kr

Charlotte Schwab

Charlotte Schwab
als Marion Ahrens

Peter Prager
als Viktor Ahrens

Björn Kirschniok
als Lars Rothe

Eva Herzig
als Grit Grube

Richy Müller
als Thomas Grube

Axel Prahl
als Jost Kupitzki

Marie-Luise Schramm
als Anna Grube

Bernd Stegemann
als Ole Pedersen

Sven Walser
als Heinz Evers

Brigitte Böttrich
als Sigrid Hoheisel

Michael Sideris
als Leo Kranz

Falk Rockstroh
als Markus Grube

Maya Bothe
als Edith

Andreas Kaufmann
als Rechtsmediziner

Handlung

Ein Werftbesitzer stirbt an einem Stromschlag. Die Verdächtigen drängen sich geradezu auf: Seine Freundin ist nicht nur Alleinerbin, sondern kassiert auch eine stattliche Lebensversicherung; seinem Bruder hat er die Frau ausgespannt; und ein windiger Immobilienspekulant ist scharf auf das Grundstück, weil es als letztes fehlendes Teilchen ein großangelegtes Hafenprojekt komplettiert. Doch dann stirbt erst ein Obdachloser, und anschließend fliegt der Spekulant samt Auto in die Luft.

Kritik

Hölzern aufgesagte Dialoge, hüftsteife Darsteller: Der vorletzte Auftritt von Ann-Kathrin Kramer als Kommissarin Lizzy Krüger beginnt wie eine Reminiszenz an den ZDF-Krimiklassiker "Der Kommissar".

Das überrascht, schließlich hat Urs Egger die Regie geführt. Der setzt nach seinem entfesselten "Opernball" (1998) zwar lieber auf Atmosphäre als auf Action, aber das auf regelmäßig höchstem Niveau; neben der Mankell-Verfilmung "Die Rückkehr des Tanzlehrers" (2003) profitierte zuletzt vor allem das ZDF von Eggers Gespür für Stimmungen ("Der Mörder meines Vaters", "Der Tod eines Keilers"). Tatsächlich zeigt auch "Unter Strom", der zehnte gemeinsame Fall des Damendoppels aus Lübeck, alsbald ein anderes Gesicht.

Dabei wirkt die Geschichte zunächst wie vom Reißbrett: Ein Werftbesitzer stirbt an einem Stromschlag; offenbar ist ein Hauptschalter manipuliert worden. Die Verdächtigen drängen sich geradezu auf: ein Obdachloser, den der Mann kürzlich recht rüde vom Werftgelände entfernt hat; sein Bruder, dem er die Frau weggenommen hat; und ein windiger Immobilienspekulant, der scharf auf das Grundstück ist, weil es als letztes fehlendes Teilchen ein großangelegtes Hafenprojekt komplettiert. Dann stellt sich auch noch raus, dass die Freundin des Toten nicht nur von der jüngst abgeschlossenen Versicherung eine Viertelmillion profitiert, sondern auch Alleinerbin ist.

Und während man noch gemeinsam mit Lizzy Krüger und Marion Ahrens (Charlotte Schwab) nach belastenden Hinweisen sucht, wird dem Duo die Arbeit erleichtert: erst stirbt der Obdachlose, später muss auch der Spekulant seinen Hut nehmen. Spätestens jetzt beweist Ralf Löhnhardts Handlungsidee ihre Qualität: Hinter jedem Todesfall steckt ein anderer Täter. Die alte Faustregel, dass der namhafte Gastdarsteller wohl auch der Mörder ist, stimmt ohnehin nicht: Den Bruder spielt Richy Müller, seine Ex-Frau Eva Herzig, und als "Napoleon von Lübeck" (Lebensmotto: "Glück im Spiel, Geld für die Liebe") stöckelt Axel Prahl auf gefährlich hohen Absätzen durch den Film.

Clever hat Löhnhardt auch die unvermeidlichen Ausflüge ins Privatleben mit dem Fall verknüpft: Spurensicherer Viktor Ahrens (Peter Prager) benimmt sich, als leide er unter den Wechseljahren, erleidet einen Rückfall in die alte Spielsucht und zockt zur Tatzeit mit gleich zwei Verdächtigen um richtig hohe Summen. Auf diese Weise haben die beiden zwar das denkbar beste Alibi; dafür ist es nun an Viktor, ein Geständnis abzulegen. Etwas irritierend ist allein die gelegentliche Vorweihnachtsstimmung; andererseits kann Krüger auf diese Weise den Weihnachtsmann abschleppen. tpg.

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Info

Plakat des Films: Das Duo: Unter Strom

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2006

Genre: Thriller

Originaltitel: Das Duo: Unter Strom

Regie: Urs Egger

Drehbuch: Ralf Löhnhardt

Musik: Ina Siefert, Nellis Du Biel

Produktion: Sven Burgemeister

Kamera: Martin Kukula