Nach Batman und Spider-Man schlüpft nun Ben Affleck im Kampf gegen das Verbrechen in das Kostüm des blinden Superhelden "Daredevil".

Kinostart: 20.03.2003

Ben Affleck

Ben Affleck
als Matt Murdock/ Daredevil

Jennifer Garner

Jennifer Garner
als Elektra

Szenenbild aus Daredevil mit Colin FarrellColin Farrell

Colin Farrell
als Bullseye

Michael Clarke Duncan
als Kingpin/Fisk

Jon Favreau
als Franklin Nelson

Ellen Pompeo
als Karen Page

Joe Pantoliano
als Urich

Leland Orser
als Wesley

Lennie Loftin
als Manolis

Erick Avari
als Natchios

Derrick O'Connor
als Pater Everett

Paul Ben-Victor
als Quesada

David Keith
als Jack Murdock

Scott Terra
als Matt (jung)

Casey McCarthy
als Angela Sutton

Handlung

Als junger Mensch wurde Anwalt Matt Murdock (Ben Affleck) mit einer radioaktiven Substanz vergiftet und erblindete. Doch das Gift hinterließ Murdock auch einige erstaunliche Kräfte und stattete ihn obendrein mit einer Art Fledermaus-Radar aus, der ihn nun besser "sehen" lässt als so manchen gesunden Menschen. Solchermaßen gewappnet, kümmert sich der äußerlich unauffällige Jurist nach vollbrachtem Tagwerk als mysteriöser "Daredevil" um jene faulen Früchtchen, denen das Justizsystem auf legalem Wege nicht beikommt.

"Pearl Harbor"-Strahlemann Ben Affleck ist wieder im Dienst als Marvel-Comic-Superheld, dessen Karriere 1964 im Rahmen von "Spider-Man" begann.

Als Kind kam Matt Murdock bei einem Unfall mit radioaktivem Müll in Kontakt und erblindete. Gleichzeitig erhielten alle seine übrigen Sinne eine übermenschliche Schärfe. Nun - seit dem brutalen Mord an seinem Vater - sorgt Murdock tagsüber als Anwalt für Gerechtigkeit, während er nachts als akrobatischer Superheld Daredevil den Verbrechern New Yorks das Fürchten lehrt.

Tagsüber steht der blinde, verbitterte Anwalt Matt Murdock auf der richtigen Seite des Gesetzes. Nachts jedoch nimmt er seine zweite Identität als "Daredevil" an, zwängt sich ins rotlederne Teufelskostüm und wird zum gnadenlosen Rächer unschuldiger Opfer. Bei seinen Helden-Touren durch die Hell's Kitchen von New York lernt er nicht nur die undurchsichtige Kampfmaschine Elektra kennen und lieben, sondern muss sich auch mit dem hünenhaften Gangsterboss Kingpin und dessen skrupellosem Auftragskiller Bullseye herumschlagen.

Nachts zwängt sich der blinde, verbitterte Anwalt Matt Murdock ins rotlederne Teufelskostüm und wird zum gnadenlosen Rächer unschuldiger Opfer. Hauptgegner sind der hünenhafte Gangsterboss Kingpin und dessen skrupelloser Killer Bullseye. Solides, nahe an der Comic-Vorlage angesiedeltes Superhelden-Spektakel von Mark Steven Johnson mit atemberaubenden Kampfszenen.

Kritik

Justiz ist blind: In "Daredevil", der nach "X-Men" und "Spider-Man" neuesten Filmadaption aus dem Marvel-Comics-Universum, verkörpert der Protagonist dieses Sprichwort regelrecht körperlich. Es handelt sich dabei nicht um einen der üblichen Superhelden, sondern um einen blinden Anwalt, der nächtens in ein rotledernes Kostüm mit Teufelshörnchen gehüllt den kriminellen Untergrund von New Yorks Hell's Kitchen mit akrobatischen Martial-Arts-Manövern aufmischt. Dieses ritterlich-rächerische Rotkäppchen wird mit schnittigen Posen und markanter Miene von Ben Affleck ("Spurwechsel") gespielt, dessen Verlobung mit Überdiva J. Lo ihn zu einem Dauergast in der Boulevardpresse gemacht hat.

Angesichts dieses Publicitywirbels darf angenommen werden, dass sich der Hauptdarsteller eines größeren Bekanntheitsgrades erfreut als die doch relativ obskure Comicfigur. Erstmals im Jahre 1964 erschienen, handelt es sich um einen schwermütig-dunklen Cousin von Spiderman & Co., der in seinen blutigen Fights auch schon mal einen Zahn verliert, Schmerztabletten schluckt und seine moralischen Gewissensbisse im Beichtstuhl gesteht. Als eine Art Underdog unter Underdogs war die Figur für Regisseur und Drehbuchautor Mark Steven Johnson (Regiedebüt mit "Simon Birch") besonders reizvoll. Er setzte sich mehrere Jahre für die Verfilmung ein und konnte das Studio letztlich auch überzeugen, das ursprünglich vorgesehene Budget von 40 Mio. Dollar zu verdoppeln. Ein Großteil davon ist (neben Afflecks Gage) in die CGI-Effekte geflossen, die Daredevil mindestens ebenso mühelos wie Spiderman an Wolkenkratzern im nächtlichen Gotham herumhangeln lassen. Obwohl immer wieder betont wird, dass er keine übernatürlichen Fähigkeiten besitzt, sind seine hyperentwickelten Sinne - vor allem seine "Radarvision" (diese stilistische Visualisierung seiner Schattenwelt-Wahrnehmung ist der beste Effekt des Films) eine Übersteigerung des menschlich Möglichen. So klammert sich Daredevil in einer der ersten Aufnahmen, die superb den zum Leben erweckten Comic suggeriert, an einem Kirchturm, stürzt ab und erinnert sich in Rückblicken an die Ereignisse, die zu seiner Lage geführt haben. Angeknüpft wird nun mit einem etwa 15-minütigen Kindheitsprolog, der seine Familienverhältnisse (sein Vater ist ein gestrauchelter Boxer, der von der Mafia ermordet wird) und den tragischen Unfall, der zu seiner Erblindung führt, skizziert. Jahre später ist Matt Murdock ein idealistischer Anwalt, der mit seinem Partner (Jon Favreau) nur unschuldige Klienten verteidigt. Den Schuldigen, die durch das Netz des Justizsystems fallen, nimmt er sich selbst als nächtlicher Rächer an. Mit von Cheung Yan Yeung ("Drei Engel für Charlie") choreographierten, jegliche Anziehungskraft überwindende Kampfsportkünsten macht er sämtliche Übeltäter platt. Eine ebenbürtige Kämpferin lernt er zufällig in der hübschen Millionärstochter Elektra Natchios (Jennifer Garner aus "Alias" kicks butt), die sich nach anfänglichem Sparring zum romantischen Partner entwickelt. Doch die Mafia-Verbindung ihres Vaters mit Kingpin (Michael Duncan Clarke aus "The Green Mile" bleibt trotz Körpermasse ein wenig dünn als Bösewicht) hat verheerende Konsequenzen. Denn Kingpin beordert den Hitman Bullseye (völlig durchgeknallt: Colin Farrell, der dabei einen Heidenspaß hat), sich seines ehemaligen Partners zu entledigen, und Bullseye schiebt die Schuld anschließend prompt Daredevil in die roten Schuhe. Nach dem Showdown in einer Kirche wird die Bühne für ein mögliches Sequel freigegeben.

Das Startwochenende mit 43,5 Mio. Dollar verblasst zwar im Vergleich zu "Spider-Man" (114,8 Mio. Dollar), und die Besetzung von Affleck, der generell eher in Yuppie-Rollen brilliert, wird nicht jedermanns Sache sein, dennoch handelt es sich um absolut kurzweilige (und mit 104 Minuten Länge knappe) Popcorn-Unterhaltung, die Fans perfekt auf die Sommersaison einstimmt und das Warten auf "Matrix Reloaded" überbrückt.ara.

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Info

Plakat des Films: Daredevil
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 20.03.2003

USA 2003

Länge: 1 h 42 min

Genre: Action

Originaltitel: Daredevil

Regie: Mark Steven Johnson

Drehbuch: Mark Steven Johnson

Musik: Graeme Revell

Produktion: Arnon Milchan, Avi Arad, Gary Foster

Kostüme: James Acheson

Kamera: Ericson Core

Schnitt: Dennis Virkler, Armen Minasian

Ausstattung: Barry Chusid, James E. Tocci

Website: http://www.daredevil-derfilm.de

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