Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Skurril-verschrobene Independent-Komödie über ein Symposium von Computer-Nerds in den Achtzigerjahren.

Kinostart: 07.11.2013

Patrick Riester
als Peter Bishton

Wiley Wiggins
als Martin Beuscher

Myles Paige
als Michael Papageorge

Robin Schwartz
als Shelly Flintic

Gerald Peary
als Pat Henderson

Gordon Kindlmann
als Tom Schoesser

James Curry
als Carbray

Freddy Martinez
als Freddy

Jim Lewis
als John

Die Handlung von Computer Chess

1984. In einem Provinzhotel haben sich Programmierer zu einem Wettbewerb getroffen. Ein ganzes Wochenende lang lassen sie ihre selbst entwickelten Schachcomputer gegen Menschen antreten, um am Ende den Sieger zu küren. Die Technik-Nerds müssen sich die Tagungsräume jedoch mit einer esoterisch orientierten Selbsterfahrungs- und einer Swingergruppe teilen. Während widerspenstige Maschinen streiken, ist volle (Sozial)kompetenz gefragt.

Kritik zu Computer Chess

Schräge Indiekomödie um ein Treffen der Eierköpfe Anfang der 80er Jahre. Programmierer diskutieren bei einem Schachcomputerwettbewerb über künstliche Intelligenz.

Grob gesagt lässt sich das verschrobene Projekt von Independent-Filmer Andrew Bujalski, der an diversen Mumblecore-Titeln wie "Beeswax" mitwirkte, als Komödie über ein Wettkampfwochenende zwischen Menschen und Schachcomputern beschreiben. Nur verkleidet Bujalski das Nerd-Treffen als Doku, die er dermaßen authentisch ausstattet und technisch der damaligen Zeit angepasst ausführt, dass die Mockumentary weniger komisch denn zum experimentellen Kopfkino gerät, das durch alle Kategorien fällt.

Handwerklich tadellos erzeugt Bujalski die Illusion, einem von interessierten Amateuren gefertigten Report beizuwohnen: bis auf ein farbiges Intermezzo komplett in Schwarzweiß und im 4:3-Format, so unscharf und blass, wie VHS-Camcorder damals eben waren, samt Nachzieheffekten und leicht übersteuerten O-Ton. Willkommen also anno 1984, in dem "War Games" erschien und die Angst vor intelligenten Computern den Kalten Krieg noch bedrohlicher machte. So treffen sich in einem billigen Hotel ein paar Programmierteams, um mit ihren Schachcomputern gegeneinander anzutreten. Beim Symposium von MIT-Akademikern wird fachkundig über die neueste Hardware diskutiert. Aus heutiger Sicht wirkt die Uralt-Technik aus der Computersteinzeit skurril, derweil das Staunen vor den Möglichkeiten der K.I. und wie sie den Menschen überholt, mulmige Gefühle auslöst.

Da zeitgleich auch eine Selbsterfahrungs-Gruppe laut stöhnend ihre Treffen abhält und außerdem eine Swinger-Clique sexuellen Freuden frönt, kollidieren die verklemmten Nerds - die jedes Stereotyp erfüllen - auf schräge Weise in Hotelfluren und Tagungsräumen mit einem konträren Menschenschlag. Ratio trifft auf Emotion, Wissenschaft auf Gefühl, Programmcode auf Esoterik. Im Hintergrund des konsequent spannungslosen Unterfangens stellen sich philosophische Fragen, nach dem Geist in der Maschine oder dem Wesen von Intelligenz. Ob sich alles auf Zahlen reduzieren lässt, ist angesichts Big Data aktueller, als man sich wünscht. Und zwischen unheimlichen Gesprächen mit dem Rechner taucht obendrein das Gerücht auf, das Pentagon habe sein Interesse für militärische Anwendungen bekundet. tk.

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Info

Kinostart: 07.11.2013

USA 2013

Länge: 1 h 35 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Computer Chess

Regie: Andrew Bujalski

Drehbuch: Andrew Bujalski

Produktion: Alex Lipschultz, Houston King

Kostüme: Colin Wilkes

Kamera: Matthias Grunsky

Schnitt: Andrew Bujalski

Ausstattung: Michael Bricker

Website: http://computerchess-film.de