Gary Oldman als legendärer britischer Premier Winston Churchill in der dunkelsten Stunde seiner Amtszeit: dem Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Kinostart: 18.01.2018

Handlung

Worte können die Welt verändern. Gerade in den dunkelsten Stunden. Das beweist Winston Churchill, dem die undankbare - wenn auch ehrenvolle - Aufgabe zuteil wird, das britische Volk im Zweiten Weltkrieg anzuführen.

Nachdem Premierminister Neville Chamberlain (Ronald Pickup) im Jahr 1940 zurücktritt, ist es Churchill (Gary Oldman), dem man zutraut, die ausweglose Situation abzuwenden. Doch Churchill ist keineswegs populär. Weder unter Regierungsmitgliedern noch in der Öffentlichkeit kommt sein kategorischer Ausschluss von Friedensgesprächen gut an.

Selbst als die britische Armee in Dünkirchen strandet und von den Nazis eingekesselt wird, hält Churchill an seiner Überzeugung fest. In seiner wohl dunkelsten Stunde als Premier trifft er die Entscheidung, für die Freiheit seiner Nation zu kämpfen. Mit drei großen Reden wendet sich Churchill 1940 an das britische Volk. Es sind Worte wie in der berühmten Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede, die den Lauf der Geschichte und somit die Zukunft Großbritaniens entscheidend prägen werden.

Im Grunde ist dieser opulente Historienfilm von Joe Wright

das Gegenstück zu Christopher Nolans „Dunkirk“. Während

Nolan konsequent den Soldaten folgt, rückt Wright

die Machtspiele, die politische Drucksituation und Churchill

selbst als entscheidenden Faktor in den Fokus. Oldman liefert

dabei eine überwältigende, ja atemberaubende Vorstellung,

in der er den kauzigen Politiker in dieser dunkelsten

Stunde überraschend humorvoll präsentiert.

Kritik

Prächtiger Historienfilm mit viel Emotion und überraschendem Humor über die Tage, in denen sich für den britischen Premier Churchill und sein Land der Zweite Weltkrieg entscheidet.

Um die schmerzhafte Bauchlandung mit dem teuren Flop "Pan" zu verkraften, kehrt der Brite Joe Wright zu den eigenen Anfängen und auf beeindruckende Weise zurück auf Erfolgskurs. Nachdem er die Schlacht von Dünkirchen bereits in seiner Ian-McEwan-Adaption "Abbitte" thematisiert hatte, seinerzeit in einer längst legendären fünfminütigen Plansequenz, rückt dieser für den Fortbestand Englands entscheidende Moment des Zweiten Weltkriegs wieder in den Mittelpunkt eines Films, den man auch als Begleitfilm zu "Dunkirk" betrachten könnte. Weicht Christopher Nolans Meisterwerk nicht einen Moment von der Seite der am französischen Strand ums Überleben kämpfenden Männer - selbst Churchills "Never surrender"-Rede wird ganz am Ende von einem Soldaten aus der Zeitung vorgelesen -, nimmt "Die dunkelste Stunde" den Zuschauer mit in die Räume der Macht, in denen über das Schicksal der englischen Armee entschieden wird: Wenn sie in Frankreich zerrieben wird, kann sich die Insel nicht länger gegen Nazi-Deutschland verteidigen und wird gewiss fallen, wie schon Holland, Belgien und nun auch Frankreich gefallen sind. Selten weicht die Kamera von der Seite Churchills, der nach mehrjährigem Exil aus der Politik ausgewählt wird, den schwachen Chamberlain als Premierminister abzulösen. Fast nicht wiederzuerkennen ist Gary Oldman, der voll und ganz hinter der Figur verschwindet, die er zu spielen hat - und vor allem John Lithgow und Brian Cox sofort vergessen lässt, die sich in "The Crown" respektive "Churchill" ebenfalls gerade erst an dem bekanntesten englischen Politiker des 20. Jahrhunderts versucht hatten.

Was den Film öffnet, ist neben Wrights visuellem Einfallsreichtum die clevere Entscheidung, die Geschichte aus der Sicht von Churchills neuer Tippse, der für die Handlung erfundenen Elizabeth Layton zu erzählen: Lilly James aus "Downton Abbey" ist mit ihren großen Rehaugen eine optimale Identifikationsfigur, ein einfaches Mädchen, das zunächst von Churchills grober Art eingeschüchtert ist, aber nach und nach auch den Menschen entdeckt, der sich hinter dem barschen Auftreten versteckt: Daraus entwickelt "Die dunkelste Stunde" einen Humor, den man ihm nicht so ohne weiteres zugetraut hätte - und das Drama umso besser funktionieren lässt. Im Kern geht es um die wagemutigen Manöver des mehr und mehr isolierten und längst nicht immer hundertprozentig von seinem Weg überzeugten Premiers, einerseits die Bestrebungen der politischen Kontrahenten einzudämmen, Friedensverhandlungen mit Hitler aufzunehmen, andererseits sein Volk auf einen Kampf einzuschwören, der womöglich nicht gewonnen werden kann. Was zu einem genialen dramaturgischen Kniff führt, Churchill am Tag seiner wichtigsten Rede erstmals die U-Bahn nach Westminster nehmen zu lassen und ihn mit ganz normalen Bürgern zu konfrontieren. Es ist eine emotional höchst befriedigende Präambel für seinen Auftritt vor dem Parlament, den Joe Wright als berauschendes Erlebnis inszeniert. Überwältigungskino kann so schön sein. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 197 -7

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 18.01.2018

Großbritannien 2017

Länge: 2 h 6 min

Genre: Doku

Originaltitel: Darkest Hour

Regie: Joe Wright

Drehbuch: Anthony McCarten

Musik: Dario Marianelli

Produktion: Anthony McCarten, Tim Bevan, Lisa Bruce, Eric Fellner, Douglas Urbanski

Kostüme: Jacqueline Durran

Kamera: Bruno Delbonnel

Schnitt: Valerio Bonelli

Ausstattung: Sarah Greenwood

Website: http://upig.de/micro/die-dunkelste-stunde

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe:

Ticker

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.