Hartes, authentisches Jugenddrama, angesiedelt im Hamburger Migrantenmilieu.

Kinostart: 17.04.2008

Denis Moschitto

Denis Moschitto
als Chiko

Volkan Özcan
als Tibet

Moritz Bleibtreu

Moritz Bleibtreu
als Brownie

Fahri Yardim
als Curly

Reyhan Sahin
als Meryem

Lilay Huser
als Tibets Mutter

Philipp Baltus
als Scholle

Hans Löw
als Sascha

Lucas Gregorowicz
als Tonton

Pheline Roggan
als Jill

Die Handlung von Chiko

Über ihre Zukunft machen sich Chiko (Denis Moschitto) und sein Kumpel Tibet (Volkan Özcan) keine Illusionen: Sie sind im Hamburger Vorstadtghetto aufgewachsen. Aber Chiko will als Drogendealer eine Blitzkarriere hinlegen und sich Respekt und Geld verdienen - ein Weg, der nur über die Kiezgröße Brownie (Moritz Bleibtreu) führt, der das Geschäft kontrolliert. Chiko steigt bei ihm ein, muss aber seinen Freund Tibet verraten - eine folgenschwere Entscheidung.

Authentisches Verbrecherjugenddrama, das in den Farben der Straße schillert. Özgür Yildirims Spielfilmdebüt ist tief im Migrantenmilieu verwurzelt und vereint Martin Scorsese ("Taxi Driver") mit Fatih Akin ("Gegen die Wand") zu einer packenden Unterweltmoritat mit klasse Darstellern.

Die beiden jungen Männer Chiko und Tibet leben in einem Problemviertel der Hamburger Vorstadt und machen sich keine Illusionen über ihre Zukunft. So will es Chiko wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen und versucht, die Aufmerksamkeit der Kiezgröße Brownie zu erregen. Sein Freund Tibet scheint allerdings weniger Glück beim Aufbau einer Verbrecherkarriere zu haben.

Die beiden Freunde Chiko und Tibet leben in einem Problemviertel der Hamburger Vorstadt und machen sich keine Illusionen über ihre Zukunft. So will es Chiko wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen und verprügelt einen Gras-Dealer, der für die Kiezgröße Brownie arbeitet, um so dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Prompt stellt ihn der Drogenboss und Musikproduzent an, bestraft aber Tibet im Gegenzug für heimliche Straßendeals. Das wird Folgen haben, für alle Beteiligten.

Kritik zu Chiko

Das Spielfilmdebüt von Özgür Yildirim entstand unter der Obhut seines Bekannten Fatih Akin, und ist ein fest im Hamburger Milieu verankertes Gangsterdrama, das nicht nur an Akins eigenes Debüt "Kurz und schmerzlos" erinnert, sondern auch seinen mit "Gegen die Wand" berühmt gewordenen Power-Stil, die frenetische Kraft und vitale Wucht aus jeder Pore atmet.

Authentisch in Lebensumständen und dem vulgären Sprachgebrauch erzählt der selbst in einem sozial schwachen Bezirk aufgewachsene Yildirim nach eigenem Drehbuch von zwei Freunden aus dem Vorort-Ghetto. Damit porträtiert er nebenbei jene bildungsferne Unterschicht, deren vermeintlich einzige Aussicht auf Erfolg in einer kriminellen Karriere besteht und deren Vorstellungswelt sich an Begriffen wie Ehre und Respekt buchstäblich aufhängt.

Fällt die eigene Sozialprognose schon desillusionierend genug aus, will Jungtürke Chiko (ein überzeugender Denis Moschitto aus "Kebab Connection") es wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen. Dafür hat er einen skrupellosen Plan, der ihn und seinem besten Freund, dem Afghanen Tibet (beeindruckende Tour de Force von Volkan Özcan), reich und mächtig machen soll. Chiko verprügelt einen Gras-Dealer, der für die Kiezgröße Brownie (Moritz Bleibtreu gefährlich unberechenbar) arbeitet, um so dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Prompt stellt ihn der Drogenboss und Musikproduzent an, bestraft aber Tibet für heimliche Straßendeals in einer der ersten von vielen Gewalteruptionen, die sich gewaschen haben und hierzulande wohl präzedenzlos sind. Nicht nur in dieser Beziehung warten an jeder Straßenecke Hinweise auf Scorsese und Verhoeven. Vor allem später, als Chiko den Aufstieg im Koks-Business schafft, aber der von ihm verratene Tibet als Drogenwrack auf den Travis-Bickle-Modus umschaltet und die Blutrache ausführt, für die Chiko zu feige war, wird aus dem schillernden Unterweltdrama eine Moritat, die Aufstieg und Fall entschieden anders als gewohnt abhandelt.

Eine zerbrechende Freundschaft, die durch nichts Tragfähiges ersetzt werden kann - beispielhaft demonstriert an der zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung Chikos zu einer türkischen Prostituierten -, ist das Zentrum dieses pulsierenden Debüts. Das will keine Anklage juveniler Migrantengewalt wie "Wut" oder "Knallhart" sein, sondern eine in brutalen Farben schillernde Verbrecher-Ballade, die keinesfalls zur Gangster-Lifestyle-Glorifizierung verkommt (wenn sie auch damit zeitweilig kokettiert), sondern einen ernüchternden Einblick in eine Welt liefert, in der derjenige, der Gewalt sät, zwangsläufig an ihren Wucherungen verendet - was durchaus als bittere Moral zu verstehen ist in einem cineastischen Ausrufezeichen. tk.

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Info

Plakat des Films: Chiko
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 17.04.2008

Deutschland 2008

Länge: 1 h 32 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Chiko

Regie: Özgür Yildirim

Drehbuch: Özgür Yildirim

Musik: Darko Krezic

Produktion: Fatih Akin, Özgür Yildirim, Klaus Maeck, Ann-Kristin Demuth, Andreas Thiel

Kostüme: Lore Tesch

Kamera: Matthias Bolliger

Schnitt: Sebastian Thümler

Ausstattung: Iris Trescher-Lorenz

Website: http://www.chiko-derfilm.de