Vom japanischen Walt Disney Miyazaki fabelhaft und familiengerecht animierte, märchenhafte Reise eines kleinen Mädchens in die heimische Götterwelt.

Kinostart: 19.06.2003

Handlung

Chihiro und ihre Familie sind auf dem Weg ins neue Haus, als Vater sich unter Missachtung aller Warnungen für eine Abkürzung entscheidet. Als sich die Eltern in einem seltsam leeren Restaurant am Wegesrand stärken, wittert Chihiro Gefahr und nimmt Abstand. Tatsächlich verwandeln sich ihre Eltern kurz darauf in Schweine. Chihiro, nun auf sich allein gestellt, macht auf der Suche nach Hilfe die Bekanntschaft allerhand seltsamer Götter und Geister.

Hayao Miyazaki

Die kleine Chihiro ist mit ihren Eltern unterwegs in eine Vergnügungspark, bis diese sich nach Durchqueren eines Tunnes in Schweine verwandeln. Auf sich allein gestellt, trifft Chihiro in einem Erholungsbad für müde Gottheiten unter anderem mehrarmige Maschinisten, einen Stinkgott, den gesichtslosen Dämon Noface und einen Jungen, der jedoch tatsächlich ein Fluss ist.

Auf der Fahrt von Tokio in einen Vorort gelangt die kleine Chihiro mit ihren Eltern an einen Tunnel, der zu einem gigantischen, aber menschenleeren Vergnügungspark führt. Als die Eltern sich auf ein reichhaltiges Büffet stürzen, werden sie prompt in Schweine verwandelt. Chihiro, allein auf sich gestellt, irrt hilflos umher und trifft in der Folge auf den freundlichen Jungen Haku, die mächtige Hexe Yubaba und das ominöse Ohngesicht. Dabei versucht Chihiro verzweifelt, den Zauber, mit dem ihre Eltern belegt wurden, rückgängig zu machen.

Kritik

Seine Sonderstellung im Pantheon des Animés unterstreicht Hayao Miyazaki, der japanische Walt Disney, auch mit seinem jüngsten Film, "Spirited Away", der mit den technoiden Zukunftsutopien anderer Mangameister ebenso wenig zu tun hat wie mit dem eigenen vorangegangenem Zeichentrickhit, der extrem gewalttätigen Mythenschlachtplatte "Prinzessin Mononoke" (der auf der Berlinale 1998 im Wettbewerb außer Konkurrenz vorgestellt worden war). Dass diese ebenso fantasievolle wie familiengerechte Reise eines kleines Mädchens in die Götterwelt in ihrem Heimatland mit einem Einspiel von etwa 230 Mio. Dollar zum erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten avancierte, verwundert nicht. Warum man diese Antwort auf "Alice im Wunderland" allerdings mit einem Goldenen Bären auszeichnen musste, gibt ähnlich viele Rätsel auf wie der etwas wahllos fabulierende Film selbst.

Tatsächlich wäre ein Sonderpreis, etwa für die technische Leistung oder künstlerische Vision, allemal genug gewesen, um Miyazakis Fiebertraum mit brachial angetackerter Umweltbotschaft ausreichend zu würdigen. Der beste Film im Angebot der Berlinale 2002 war "Spirited Away" jedenfalls nicht (was sich mit Nachdruck auch über den bereits im britischen Fernsehen ausgestrahlten "Bloody Sunday" sagen lässt). Das soll allerdings weder die künstlerischen Meriten noch die Unterhaltungsqualitäten dieses Kinderfilms schmälern, aber zu oft reiht Miyazaki seine bisweilen auch etwas infantilen Einfälle einfach nur beliebig aneinander, als dass man von einem Meisterwerk (wie es "Prinzessin Mononoke" war) sprechen könnte. So erlebt man nach dem denkbar normalsten Intro eines Zeichentrickfilms aller Zeiten, in dem die Zeichner das Auto des Vaters der kleinen Heldin Chihiro beim Linksabbiegen an einer Kreuzung sogar den Gegenverkehr abwarten lassen (wozu die Mühe?), wie sich die Eltern nach dem Durchqueren eines verbotenen Tunnels in Schweine verwandeln und Chihiro, auf sich allein gestellt, ihren Weg weiter gehen muss. In einem großen Erholungsbad für müde Gottheiten und Dämonen trifft sie unter anderem auf mehrarmige Maschinisten, einen Stinkgott (Sinnbild für die Verschmutzung der Flüsse), wuselnde schwarze Flumibäusche, eine schrille Hexe und ihr bizarres Monsterbaby, das später in die niedlichste rosa Ratte der Filmgeschichte verzaubert wird, einen gesichtslosen Dämon namens Noface, der vermutlich die Versuchung des Menschen darstellen soll, und einen Jungen, der sich in einen Drachen verwandeln kann, aber tatsächlich ein Fluss ist. So weit, so gut. Das hält man, je nach Disposition, für einen Triumph unendlicher Fantasie über die Erzählkonvention oder einfach nur für absurden Quatsch, die unfokussierte, megalomanische Grille eines Altmeisters, der übers Ziel hinausschießt. Besonders zwingend ist das Ganze jedenfalls trotz der stets hervorragenden Umsetzung (selten sah klassische Folienanimation so hinreißend aus) und manch erquicklicher Szenen nicht unbedingt. Vielleicht bedarf es aber auch einfach nur eines gewissen Hintergrundwissen über japanische Mythen und Gottheiten, um den Reiz dieses mäandernden Märchens in seiner Komplettheit zu begreifen. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 3710 -292

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
1
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Chihiros Reise ins Zauberland

Kinostart: 19.06.2003

Japan 2001

Länge: 2 h 5 min

Genre: Animation

Originaltitel: Spirited Away

Website: http://www.chihirosreise.de

Ticker

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.