Witzig-fantasievolle Kinderbuchverfilmung vom Traumduo Tim Burton (Regie) und Johnny Depp (Star).

Kinostart: 11.08.2005

Johnny Depp

Johnny Depp
als Willy Wonka

Freddie Highmore

Freddie Highmore
als Charlie Bucket

David Kelly
als Grandpa Joe

Helena Bonham Carter
als Mrs. Bucket

Noah Taylor
als Mr. Bucket

James Fox
als Mr. Salt

Missi Pyle
als Mrs. Beauregard

Christopher Lee
als Dr. Wonka

AnnaSophia Robb
als Violet Beauregarde

Jordan Fry
als Mike Teavee

Julia Winter
als Veruca Salt

Philip Wiegratz
als Augustus Gloop

Deep Roy
als Oompa Loompa

Adam Godley
als Mr. Teavee

Franziska Troegner
als Mrs. Gloop

Blair Dunlop
als Little Willy Wonka

Liz Smith
als Grandma Georgina

Eileen Essell
als Grandma Josephine

David Morris
als Grandpa George

Handlung

Der aus armseeligen Verhältnissen stammende, gutmütige Charlie Bucket (Freddie Highmore) verbringt sein Leben hauptsächlich in einer Traumwelt aus Schokolade. Sein Traum wird Realität, als sein exzentrischer Nachbar Willy Wonka (Johnny Depp), der selbst aus einer zerrütteten Familie stammt und Kopf des berühmten Wonka-Schokoladen-Imperiums ist, einen Wettbewerb ausruft. Zusammen mit vier anderen Kindern gewinnt Charlie dabei einen Besuch in Willy Wonkas fantastischer Schokoladenfabrik und erlebt zahlreiche verrückte Abenteuer.

In seinem typisch schrulligen Tim-Burton-Stil inszenierte der Regisseur den Kinderbuchklassiker "Charlie und die Schokoladenfabrik" von Roald Dahl für die Leinwand - natürlich mit seinem Lieblingsschauspieler Johnny Depp in der Hauptrolle.

Nach 15-jährigem Rückzug aus der Öffentlichkeit lädt Willy Wonka fünf Kinder mit erwachsener Begleitung ein, seine legendäre Schokoladenfabrik zu besichtigen. Auf der Tour durch das süße Paradies entpuppen sich vier Kinder als verzogene kleine Albträume. Der junge Charlie aber hat ein großes Herz, einen vorbildlichen Charakter und damit beste Chancen, nicht nur Wonkas Überraschungspreis zu erobern.

Seit langem hat niemand mehr den exzentrischen Schokoladenhersteller Willy Wonka gesehen. Eines Tages gewährt der bizarr ausstaffierte Fabrikbesitzer fünf Kindern samt Begleitperson freien Eintritt in seine Fabrik - vorausgesetzt, sie besitzen eines der goldenen Tickets, die nach dem Zufallsprinzip in den Wonka-Schokoladentafeln verteilt wurden. Gegen jede Wahrscheinlichkeit findet der bettelarme Charlie das letzte Ticket und schon am nächsten Tag geht's los mit der abenteuerlichsten Sightseeingtour der Schokoladengeschichte.

Kritik

Die Wahrheit über Charlie ist, dass sie bei Depp im Unterschied zu Demme nur mit Vergnügen zu tun hat. Der Top-Akteur überzeugt auch in seinem vierten Film für Tim Burton mit einer originellen Rolleninterpretation, ist einer der Schlüsselreize in einem fantasievollen, liebevoll visualisierten Märchen, das sich frech, aber nie Grimm-ig als Qualitätsunterhaltung für mehrere Generationen präsentiert.

34 Jahre nachdem Willy Wonkas Süßigkeitenparadies für Mel Stuarts Musical in den Bavaria Studios erstmals seine Pforten öffnete, erhält es nun mit künstlerischem Großkaliber vor und hinter der Kamera die verdiente Luxus-Behandlung. Trotz des opulenten Budgets präsentiert sich die Roald Dahl-Verfilmung nicht als seelenlose Unterhaltungsmaschine, sondern als intelligentes moralisches Märchen mit Herz und Witz. Der Humor umfasst als Ergänzung der Vorlage amüsante cineastische Vignetten mit Verweisen auf "Psycho", "Das Appartement" "2001 - Odyssee im Weltraum", Esther-Williams und Busby Berkeley-Musicals und ist immer Dahl-kompatibel. Typisch Burton-esk ist, dass die von Drehbuchautor John August hinzugefügte Figur von Wonkas Vater, ein berühmter Zahnarzt, ausgerechnet von Christopher Lee verkörpert wird, den man schon filmografisch mit Quälen verbindet. Vergleichbar subversiv sind die Parallelen zu einem weltberühmten Kinderfreund mit eigenem Wunderland - von Wonkas maskenhaftem Gesicht bis zum Handschuh-Fetisch. Depp legt die Figur als kindlich-kindische, von Erwachsenen verratene Seele mit subtil-sadistischen, unberechenbaren Zügen an.

Im Outfit ein Besetzungsrelikt aus "Velvet Goldmine" (mit Elton John-Affinität) ist Wonka ein exzentrischer Einsiedler, der nach Totalrückzug aus der Öffentlichkeit fünf Kindern mit erwachsener Begleitung die Chance gibt, seine Fabrik zu besichtigen. Vier Kids sind kleine egozentrische Monster. Charlie aber, der aus einer verarmten, aber glücklichen Familie kommt, repräsentiert unverdorben und uneigennützig ein Ideal, das auch die Distanz Wonkas überwinden kann. Während Rückblicke Wonkas Kindheit und Ruhm als Schokoladenfabrikant erklären, ist die Tour durch sein magisches Reich das Herzstück des Films. Hier fließt Schokolade in Wasserfällen, ist die ganze Flora und auch ihr Besitzer essbar - aber das wäre Kannibalismus, sagt Wonka. Hier werden Kühe gepeitscht, um Schlagsahne zu produzieren, knacken dressierte Eichhörnchen Nüsse im Akkord - einer der Höhepunkte des Films.

Vier Kinder werden für ihren Charakter bestraft und verschwinden, bis nur noch Charlie und sein Großvater Wonka begleiten. Bei jeder dieser Entsorgungsmaßnahmen haben Wonkas winzige Helfer, die Umpa Lumpas, absurd-komische musikalische Auftritte. Alle haben sie das Gesicht vom kleinwüchsigen Schauspielveteranen Deep Roy, der hier die Rolle seines Lebens gefunden hat.

In diesen Sequenzen, wie auch im gesamten Film, sind traditionelle (Puppen, Modelle, Perpektive) mit digitalen Effekten harmonisch verschmolzen. Bis zum Ende überrascht der Film mit visuellen Einfällen. Wonkas Auszug in die Welt entpuppt sich als Gang durch ein Flaggenmuseum, der schwarze Monolith aus "2001" als große Tafel Schokolade, die per Teleporter den Weg zu den Affen fand. Mit Werteverfall, Kinderpädagogik, Generationendialog und Industrialisierung werden eine Vielzahl von Themen angesprochen, dabei sind Unberührbarkeit und Künstlichkeit erkennbare Leitmotive. Verstörend artifiziell wirkt nicht nur Wonkas Welt und Gesicht, sondern etwa auch der deutsche Junge Augustus - als wäre er im Computer gezeugt worden. Auch wenn solche Aspekte meist nur erwachsenen Zuschauern zugänglich sein werden, ist "Charlie und die Schokoladenfabrik" vor allem ein märchenhaftes Angebot für die Kinder. Sie werden diesen Film lieben, sofern sie nicht zu jung (unter sechs) oder den Kids im Film zu ähnlich sind. kob.

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Info

Plakat des Films: Charlie und die Schokoladenfabrik

Kinostart: 11.08.2005

Großbritannien/USA 2005

Länge: 1 h 55 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Charlie and the Chocolate Factory

Regie: Tim Burton

Drehbuch: John August

Musik: Danny Elfman

Produktion: Richard D. Zanuck, Brad Grey

Kostüme: Gabriella Pescucci

Kamera: Philippe Rousselot

Schnitt: Chris Lebenzon

Ausstattung: Alex McDowell, Les Tomkins

Website: http://www.charlieunddieschokoladenfabrik.de/

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