Ebenso berührende wie beschwingte Verliererballade mit Melissa McCarthy um eine Autorin, die sich mit gefälschten Briefen über Wasser hält.

Kinostart: 21.02.2019

Handlung

Dies ist die wahre Geschichte der Star-Biographin und Katzenfreundin Lee Israel (Melissa McCarthy), die in den 70er- und 80er-Jahren zahlreiche Portraits und Biographien von Promis wie Katharine Hepburn und Estée Lauder verfasste.

Doch dann werden ihre Werke nicht mehr veröffentlicht, weil sie nicht mehr den Geschmack der Leser treffen. In ihrer Not schmiedet sie gemeinsam mit ihrem Freund Jack (Richard E. Grant) einen betrügerischen Plan …

Kritik

Ebenso berührende wie beschwingte Verliererballade um eine Autorin, die sich mit gefälschten Briefen über Wasser hält.

Schauspielerin Melissa McCarthy zeigt sich von ihrer ernsten Seite und eine emotionale Tiefe, die man von der auf derbe Sprüche abonnierten Ulknudel aus "Brautalarm" und "Taffe Mädels" in dieser Form wohl nicht erwartet hätte. Der zweite Film von Marielle Heller, die mit The Diary of a Teenage Girl" ein tolles Debüt abgeliefert hatte, erzählt nach einem Drehbuch von Nicole Holofcener und Jeff Whitty eine Art amerikanischen "Schtonk!", eine wahre Geschichte über eine vom Glück verlassene Schriftstellerin, die sich mit der Fälschung von Briefen berühmter Romanciers und Dichter über die Runden bringt und dabei auf eine schräge Weise ihre kreative Erfüllung findet. In den ersten fünf Minuten beleidigt Lee Israel ihre Mitarbeiter, legt sich mit ihrem Vorgesetzten an, verliert ihren Job, trinkt viel zu viel Whisky und düpiert ihre Agentin. Man schließt diese kratzbürstige, schlecht frisierte, ungepflegte, gescheiterte und ruppige Frau sofort ins Herz. Sie ist, wie ihr ganz am Schluss vorgeworfen wird, "a horrid cunt", keine Frage, und doch fiebert man mit ihr bei ihrem Drahtseilakt Leben, wie sie sich bei jedem neuen Rückschlag wieder aufrappelt und weitermacht, eine Mischung aus dem misanthropischen Harvey Pekar aus "American Splendor" und Billy Bob Thorntons "Bad Santa", die nur ihrer Katze vertraut und schließlich doch Freundschaft schließt mit einer ebenso gestrandeten und noch unzuverlässigeren Seele, dem schwulen Jack Hock, absolut hinreißend gespielt von Richard E. Grant, dem man mehr solche Rollen wünschen würde: Gemeinsam wanken sie immer mit Schlagseite durch diesen Film, als wäre das Leben einer dieser besoffenen Shantys von Tom Waits während dessen "Rain Dogs"-Ära. Dabei ist alles ganz zauberhaft anrührend, eine beschwingte Verliererballade, in der jede noch so amoralische Untat willkommen ist. ts.

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Info

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Kinostart: 21.02.2019

USA 2018

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Can You Ever Forgive Me?

Regie: Marielle Heller

Drehbuch: Nicole Holofcener

Produktion: Anne Carey

Website: http://www.fox.de/can-you-ever-forgive-me

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