Sinnliches Drama über die Hochs und Tiefs der ersten großen Liebe mit Armie Hammer nach dem Roman von André Aciman.

Kinostart: 01.03.2018

Handlung

Gemeinsam mit seiner Familie verbringt der 17-jährige Elio Perlman (Timothée Chalamet) den Sommer 1983 in ihrer norditalienischen Villa. Während sein Vater, ein angesehener Professor, sich mit antiken Statuen beschäftigt, liest Elio, spielt Klavier oder trifft seiner Freundin Marzia (Esther Garrel).

Alles ändert sich, als der amerikanische Doktorand Oliver (Armie Hammer) in der Villa ankommt: Oliver macht ein Praktikum bei Elios Vater und fasziniert den altklugen Teenager sofort. In seiner Neugier kann Elio nicht anders, als viel mehr Zeit mit dem attraktiven und viel erfahreneren Oliver verbringen zu wollen.

Das reichhaltige Wissen, das seine Eltern ihm vermittelt haben, hat den Bereich des Herzens bisher vollkommen ausgelassen. Bald schon wird Elio durch die aufkeimende Leidenschaft zu Oliver jedoch so übermannt, dass der Junge in ein absolutes Gefühlschaos gestürzt wird …

Kritik

Viel gelungener und einfühlsamer erzählt kann man sich die Geschichte einer sexuellen Erweckung kaum vorstellen.

Es gibt Momente, da glaubt man diesen Sommer in der Lombardei im Jahr 1983 förmlich schmecken zu können, diese faule und süffige Atmosphäre, dieses Rumhängen und Mäandern und sich die Zeit Vertreiben und Entdecken: Das Leben steckt voller Möglichkeiten für den 17-jährigen Elio, Sohn eines amerikanischen Professors, der als griechisch-römischer Kunsthistoriker permanent seine Zelte in Cremona aufgeschlagen hat. Elio spricht mehrere Sprachen, ist ein begabter Klavierspieler und verbringt seine Zeit mit der Dorfjugend, besonders das reizende französische Mädchen Marzia ist ihm zugetan. Sein Fokus ändert sich, als Oliver auftaucht, ein ein paar Jahre älterer Student aus den USA, der Elios Vater den Sommer über als Assistent unterstützen wird. Elio soll Oliver mit der Umgebung vertraut machen. Blicke werden getauscht, Anspielungen gemacht, unverfängliche Berührungen haben eine elektrische Spannung, die Elio verwirren.

Der dritte Film des italienischen Regisseurs Luca Guadagnino, geschrieben von dem legendären James Ivory, der zunächst auch Regie führen sollte, nach einem Roman von Andre Aciman, erzählt die Geschichte einer sexuellen Erweckung und einer schwulen Liebe. Ein Coming-Out-Film ist "Call Me By Your Name" dennoch nicht, weil es gar nicht so sehr darum geht, dass sich hier ein junger Mann in einen anderen Mann verliebt, sondern um dieses unvergleichliche und prickelnde Gefühl des Verliebens selbst, um das sich Verlieren und Fallenlassen, um diesen Glaubenssprung, dass nichts so sehr zählt wie dieses Gefühl. Dabei geht es durchaus auch explizit zu: Die Szene mit dem Pfirsich ist jetzt schon ein erotischer Klassiker. Für wen Elios Herz schlägt, ist nicht so wichtig wie die Tatsache, dass es überhaupt für Jemanden schlägt. Timothée Chalamet spielt diesen Jungen mit faszinierender Feinheit, wie der ganze Film an Auserlesenheit und Sophistication kaum zu überbieten ist, er ist ein purer Rausch, schwelgerisches, kluges Kino in Reinkultur, mit Figuren, denen man stundenlang zuschauen könnte. Und dann ist da kurz vor Schluss noch die eine Szene zwischen Vater, gespielt von Michael Stuhlbarg, und Sohn. Davor war "Call Me By Your Name" toll. Danach ist er eine Wucht, kurz: ein Meisterwerk. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 01.03.2018

Italien 2017

Länge: 2 h 13 min

Genre: Drama

Originaltitel: Call Me By Your Name

Regie: Luca Guadagnino

Drehbuch: James Ivory

Produktion: James Ivory, Rodrigo Teixeira, Emilie Georges, Marco Morabito, Howard Rosenman, Luca Guadagnino

Kostüme: Giulia Piersanti

Kamera: Sayombhu Mukdeeprom

Schnitt: Walter Fasano

Ausstattung: Samuel Deshors

Website: https://www.sonypictures.de/sneak.html#x6439ef35-1ec5-4db4-a6b0-daf692dbcf52

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