Intensives, bitteres Drama, das vor dem Hintergrund von mafiösen Machenschaften beim Doping in der Rinderzucht ein feines psychologisches Porträt der Hauptfigur zeichnet.

Kinostart: 24.11.2011

Matthias Schoenaerts

Matthias Schoenaerts
als Jacky Vanmarsenille

Jeroen Perceval
als Diederik Maes

Barbara Sarafian
als Eva Forrestier

Jeanne Dandoy
als Lucia Schepers

Frank Lammers
als Sam Raymond

Sam Louwyck
als Marc De Kuyper

David Murgia
als Bruno Schepers

Tibo Vandenborre
als Antony De Greef

Philippe Grand'Henry
als David Filippini

Stefaan Degand
als Leon

Robin Valvekens
als Jacky, jung

Baudouin Wolwertz
als Diederik, jung

Erico Salamone
als Christian Budo

Kris Cuppens
als Jean Vanmarsenille

Sofie Sente
als Irene Vanmarsenille

Kristof Renson
als Stieve Vanmarsenille

Hein Heijden
als Renaat Maes

Mike Reus
als Charles Richter

Ludmilla Kleijniak
als Daphne

Handlung

Der wie ein Bulle gebaute und zu Jähzorn neigende Jacky stammt aus einer flämischen Viehzüchterfamilie, deren Patriarch schwer krank geworden ist. Doping für die Tiere ist übliche Praxis auf dem Hof. Auch er selbst spritzt sich Hormone. Als Mann fürs Grobe kümmert er sich außer um die Herde auch um die Kontakte mit den zwielichtigen Lieferanten, die nicht vor Mord zurückschrecken. Bei einem der Treffen sieht er einen Freund aus seiner Kindheit wieder und versucht ihn erst zu vermeiden.

Kritik

Wuchtiger belgischer Film Noir, der mit einem krassen Drama um die Macht des Schicksals in die Welt der Rinder-Mafia führt.

Natürlich gibt es in Belgien keine den Corleones vergleichbare Patengesellschaft, aber die in Michael R. Roskams aufwühlendem Debütfilm agierende Rinder-Mafia ist in der Wahl ihrer Mittel nicht weniger zimperlich. Das muss Jungbauer Jacky Vanmarsenille (Matthias Schoenaerts) erfahren, der von einem Veterinär dazu gebracht wird, als Lieferant für einen flämischen Rindfleischhändler zu arbeiten. Jacky gerät ins Visier der Fahnder, als ein Polizist von den Gangstern ermordet wird. Die Begegnungen mit dem verdeckt arbeitenden Jugendfreund Diederik, der in dem Milieu seine Homosexualität verbergen muss, und Jugendliebe Lucia, eine unerreichbare Schöne, die von ihm verschreckt wird, wecken Jackys Erinnerungen an ein Kindheitstrauma, das er mit den Hormonen verdrängt, die er seinen Rindern spritzt. Der Koloss wird in eine Katastrophe getrieben.

Der beklemmende Film Noir basiert frei auf der Ermordung eines Veterinärinspektors 1995, ist aber keine Rekonstruktion, sondern eine wuchtige und krasse Krimi-Tragödie um die Macht des Schicksals, Freundschaft und vergebliche Liebe. Der von Schoenaerts brillant gespielte Jacky, mit Stiernacken und aufgepumpten Muskeln seinen Rindern ähnlich bis zur Deckungsgleichheit, ist eine in die Enge getriebene gequälte Seele, deren mühsam unterdrückte Aggressivität sich mit den einzigen Mitteln Bahn brechen wird, die sie kennt.

Realistisch in der Wiedergabe der Rinderhaltung, beginnt "Rundskop" (Stierkopf, Dickkopf) mit einer Schlachtszene und schildert detailliert die Geschäftsmechanismen der Kriminellen. Als Chargen im Spiel sorgen zwei wallonische Mechaniker, die für die Flamen arbeiten, für komische Intermezzi im so grausamen wie grotesken Geschehen. In den dunklen, verhangenen Bildern, die Belgien so charakterisieren wie Jacques Brels Chanson vom Flachland, scheinen sich in den Innenaufnahmen die Bauern vom Vieh kaum zu unterscheiden. Purer Rinderwahnsinn. ger.

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Info

Plakat des Films: Bullhead
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 24.11.2011

Belgien/Niederlande 2011

Länge: 2 h 9 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Rundskop

Regie: Michaël R. Roskam

Drehbuch: Michaël R. Roskam

Musik: Raf Keunen

Produktion: Bart Langendonck

Kostüme: Margriet Procee

Kamera: Nicolas Karakatsanis

Schnitt: Alain Dessauvage

Ausstattung: Walter Brugmans

Website: http://rundskop.be

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