In einem streng und stringent inszenierten Drama bringt Sandra Hüller durch sexuelle Obsessionen ihre glückliche Ehe in Gefahr.

Kinostart: 30.06.2011

Sandra Hüller

Sandra Hüller
als Charlotte

Dragan Bakema
als Max

Sabine Timoteo

Sabine Timoteo
als Psychiaterin

Daniel Money-Kyle
als Benjamin

Frieda Pittoors
als Vermieterin

Ergun Simsek
als Mann 1

Kuno Bakker
als Mann 2

Gelijn Molier
als Mann 3

Lalit Parashar
als Kollege von Max

Handlung

Ärztin Charlotte mietet sie sich ein Apartment mit einem riesigen Bett. Dort lebt sie ihre Bedürfnisse aus und empfängt die unterschiedlichsten Männer, Patienten aus der Klinik, nicht gerade die Schönsten. Der Sex ist mechanisch und ohne Emotion. Zu Hause führt sie mit attraktivem Mann und Kind ein glückliches Dasein, bis sich eines Tages die säuberlich getrennten Welten überkreuzen. Auch Therapiesitzungen können ihren Trieb nicht klären. Sie verliert ihre Approbation. Der Neustart mit Mann, Sohn und den nachgeborenen Zwillingen in Indien steht unter keinem guten Stern.

Ärztin Charlotte mietet sich ein Apartment mit einem riesigen Bett. Dort lebt sie ihre Bedürfnisse aus und empfängt Männer, Patienten aus der Klinik, nicht gerade die Schönsten. Der Sex ist mechanisch und ohne Emotion. Zu Hause führt sie mit attraktivem Mann und Kind ein glückliches Dasein, bis sich eines Tages die säuberlich getrennten Welten überkreuzen. Auch Therapiesitzungen können ihren Trieb nicht klären. Sie verliert ihre Approbation. Der Neustart mit der Familie in Indien steht unter keinem guten Stern.

Kritik

In einem streng und stringent inszenierten Drama bringt Sandra Hüller durch sexuelle Obsessionen ihre glückliche Ehe in Gefahr.

Catherine Deneuve tat es verführerisch in "Belle de Jour", Marianne Faithfull verschämt in "Irina Palm". Filmheldinnen mit Doppelleben gehören in ihrer Ambivalenz zu den spannenden Leinwandheldinnen. Auch Sandra Hüller hat sich in einer Doppelexistenz eingerichtet.

Als Ärztin Charlotte mietet sie sich ein Appartement mit dem Nötigsten, in der Mitte ein riesiges Bett, auf das sie eine Decke drapiert. In diesem ihr eigenen Raum lebt sie ihre Bedürfnisse aus, hier empfängt sie die unterschiedlichsten Männer, Patienten aus der Klinik. Nicht gerade die Schönsten, sondern behaart, fett oder greisenhaft. Sex passiert wie unter dem Mikroskop - mechanisch und ohne Emotion. Zu Hause führt sie mit attraktiven Mann und Kind ein glückliches Dasein bis sich eines Tages die säuberlich getrennten Welten überkreuzen, als sie einen heimlichen Liebhaber auf der Baustelle ihres Architektengatten entdeckt. Auch Therapiesitzungen können ihren Trieb nicht klären, ihre Motivation bleibt unklar, sie verliert ihre Approbation. Schweigen lastet auf der einst so harmonisch scheinenden Verbindung, Worte beschreiben nur die innere Leere. Der Neustart mit Mann, Sohn und den nachgeborenen Zwillingen in Indien steht unter keinem guten Stern.

Die niederländische Regisseurin Nanouk Leopold spielt mit einem stark ausgeprägten Minimalismus, der Reduktion in Sprache und Gefühl, der Titel, der sich auf die von Robert Brown entdeckte Molekularbewegung bezieht, bei der plötzlich entstandene Bewegung von Teilchen sichtbar wird, erschließt sich nicht. Das in drei dramaturgisch abgeschlossenen Teilen und in drei Zeitebenen aufgegliederte Drama weckt anfänglich noch Interesse an der psychisch labilen Protagonistin, driftet dann aber in Ungewissheiten, das Hauptthema - die Einsamkeit und Verletzlichkeit in einer Liebesbeziehung - verliert sich, während die Vergangenheit wie ein Schatten auf der Gegenwart liegt. Trotz Nähe ist jeder für sich allein. Durch die drei Stränge führt eine formale Strenge, anfänglich in der quirligen Metropole Brüssel, dann in einem Vakuum von weißen abstrakten Räumen, die keinen Halt bieten und am Schluss im farbenfreudigen Indien, in dem die seelische Starre der Hauptfigur einen verstörenden Kontrast darstellt. Das kostet Nerven, ein Genuss ist einzig und allein Sandra Hüllers Performance. Ihr Gesicht spiegelt die Nacktheit der Seele: fragil, versehrt, verloren. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 1256 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 30.06.2011

Belgien/Deutschland/Niederlande 2010

Länge: 1 h 41 min

Genre: Drama

Originaltitel: Brownian Movement

Regie: Nanouk Leopold

Drehbuch: Nanouk Leopold

Musik: Harry de Wit

Produktion: Stienette Bosklopper

Kostüme: Ulrike Scharfschwerdt

Kamera: Frank van den Eeden

Schnitt: Katharina Wartena

Ausstattung: Elsje de Bruin

Website: www.brownianmovement.de/