Terry Gilliams Märchenabenteuer über das Leben der legendären Erzähler als geläuterte Gauner.

Kinostart: 06.10.2005

Matt Damon

Matt Damon
als Wilhelm Grimm

Heath Ledger

Heath Ledger
als Jacob Grimm

Monica Bellucci

Monica Bellucci
als Spiegel-K

Peter Stormare
als Cavaldi

Lena Headey
als Angelika

Jonathan Pryce
als General Delatombe

Tomas Hanak
als Angelikas Vater

Julian Bleach
als Letorc

Mackenzie Crook
als Hidlick

Richard Ridings
als Bunst

Barbora Lukesová
als Mutter Grimm

Anna Rust
als Schwester Grimm

Radim Kalvoda
als Gendarme

Martin Hofmann
als Gendarme

Harry Gilliam
als Stallbursche

Miroslav Táborský
als Alter M

Roger Ashton-Griffiths
als B

Marika Sarah Procházková
als M

Rudolf Pellar
als Wachmann

Hanus Bor
als Vater der Zwillinge

Ota Filip
als Besitzer der Taverne

Audrey Hamm
als Reisende

Annika Murjahn
als Reisende

Lukas Bech
als Barmann

Karel Kohlicek
als Franz

Bruce McEwan
als Dax

Martin Kavan
als Delatombes Diener

Denisa Vokurkova
als Greta

Jan Unger
als Gregor

Laura Greenwood
als Sasha

Frantisek Velecky
als Old Crone

Jakub Zindulka
als Minister

Milan Gargula
als Contemptuous Villager

Drahomira Fialkova
als Gro

Ludek Elias
als Grizzled Elder

Jana Radojcicová
als W

Josef Vajnar
als Bischof

Handlung

Die Brüder Will und Jake Grimm (Matt Damon und Heath Ledger) gaunern sich Anfang des 19. Jahrhunderts durch ungastlichen Hinterwald, indem sie vor staunendem Landvolk Spuk inszenieren und diesen anschließend unter allerhand Brimborium exorzieren. Als jedoch ein General der napoleonischen Besatzungsmacht die Brüder zwingt, die Behörden bei der Suche nach vermissten Mädchen zu unterstützen, muss man erstaunt feststellen, dass draußen im dunklen Tann tatsächlich Hexen, Ungeheuer und Zauberer ihr Unwesen treiben.

Unter großem Hollywoodaufwand degradiert Regie-Exzentriker Terry Gilliam ("Brazil") zwei verdiente Kulturarchäologen zu unterbelichteten Trickbetrügern. Dabei trieb er einmal mehr Studio und Produzent zur Weißglut.

Sie inszenieren Spuk, nur um ihn dann gegen Bezahlung theatralisch zu eliminieren. So gaunern sich Will und Jake Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts durchs Leben. Doch als ein General der französischen Besatzungsmacht die deutschen Brüder zwingt, das Verschwinden mehrerer Mädchen zu klären, erwartet sie ein Schock. Werwölfe und Zauberwald gibt es wirklich und mittendrin eine vergreiste Königin, die mit frischem Blut nach Jugend sucht.

Die Vertreibung von Hexen und Dämonen aus ländlichen Spukhäusern ist für die deutschen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts ein einträgliches Geschäft - zumal sie die Geistererscheinungen mit viel Tamtam und billigen Jahrmarkttricks selbst inszenieren. Doch ein französischer Besatzungsoffizier kommt den Schwindlern auf die Schliche. Zur Strafe verdonnert er sie dazu, eine echte Hexe zu besiegen, die in einem verwunschenen Wald schon zehn junge Mädchen auf Nimmerwiedersehen entführt hat.

Kritik

Wenn Terry Gilliam den Fluch, der schon viele seiner Projekte platzen ließ, einmal überwinden und einen neuen Film ins Kino bringen kann, gleicht das einem Märchen. "Brothers Grimm" ist nun selbst eines, fabuliert mit großem Ausstattungs-Aufwand darüber, was die legendären Mythensammler aus Hanau tatsächlich zu ihren Geschichten inspirierte. Gilliams Märchen-Medley gefällt mit magischer Optik, einem schaurig-schrulligen Atmosphäre-Mix und einigen vital inszenierten Fantasysequenzen, auch wenn die Brüder, verglichen mit den Bildern, etwas farblos bleiben.

Hauptgrund dafür ist, dass die Grimms hier keine charmanten Funboys sein dürfen, die sich als Dämonen-Crasher erfolgreich durchs Leben schwindeln. Stattdessen sind die Brüder überschaubar charismatisch, oft verstritten und müssen das zentrale Thema des Films, das Aufeinanderprallen von Mythen und Aufklärung, in ihren Persönlichkeiten spiegeln. Anfang des 18.Jahrhunderts repräsentiert der realistische Will (Matt Damon) den Aufbruch in ein neues Zeitalter, während Jake (Heath Ledger) in der Welt der Träume und magischen Geschichten lebt. Beide ergänzen sich, wenn sie für gutgläubige Landhirne mit billigen Schaustellertricks Spuk inszenieren, nur um dann Hexen und anderes Teufelszeug theatralisch zu exorzieren. "Ghostbusters" vermischt sich mit "Sleepy Hollow" und "Die Zeit der Wölfe" mit einem Touch "Dragonheart" - so könnte Terry Gilliam den Brothers Weinstein von Miramax das Drehbuch von Ehren Kruger schmackhaft gemacht haben, das zum großen Teil im Prager Studio und an einigen tschechischen Originalschauplätzen realisiert wurde. Ein amüsanter Prolog führt die Brüder als Hochstapler mit ihrer erprobten Arbeitsweise ein, konfrontiert sie dann aber mit der für sie erschreckenden Vorstellung, dass es Orte gibt, an denen der Spuk tatsächlich Realität sein könnte. Ein französischer Besatzungsoffizier zwingt die Dämonenprofis, das Geheimnis eines Dorfes zu klären, in dem bereits eine Reihe kleiner Mädchen spurlos verschwunden sind. Matt Damons pathetische Heldenansprache ironisiert Gilliam musikalisch, schickt dann mit dem Italiener Cavaldi den Brüdern einen Aufpasser zur Seite, der die Gewalt, noch mehr aber seine theatralischen Auftritte genießt. Peter Stormare ist das komische Highlight des Films, eine lustvolle Studie in Overacting, die von zu vielen Peter -Sellers- oder Terry-Thomas-Filmen animiert wurde. Mit Cavaldi und einer kriegerischen Dorfamazone im Schlepptau stoßen die Brüder in den Wald vor, zu einem verwunschenen Turm, in dem der Geist einer 500-jährigen intriganten Königin (Monica Bellucci) spukt, die keine Opfer scheut, um in der Blüte ihrer Schönheit wiedergeboren zu werden. Gilliam inszeniert sein überraschungsarmes Schwindlermärchen, in dem der Grimmsche Katalog in kurzen Zitaten eingebunden ist (Rotkäppchen, Rapunzel, Schneewittchen etc), als skurrile Farce, zeigt aber auch in einigen vital visualisierten Waldsequenzen mit Werwolf und wandernden, zupackenden Bäumen das Schauerpotenzial dieser Geschichte. Auch wenn die Brüder eher Reizfiguren als Sympathieträger sind und Gilliam gelegentlich zu dick aufträgt (Raben werden im 10-Minuten-Rhythmus aufgescheucht), wird "Brothers Grimm" den Normalzuschauer, der sich nicht an Spitzenwerten wie "Twelve Monkeys" oder "Brazil" orientiert, gut unterhalten können. kob.

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Info

Plakat des Films: Brothers Grimm
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.10.2005

Großbritannien/Tschechien/USA 2005

Länge: 1 h 59 min

Genre: Fantasy

Originaltitel: The Brothers Grimm

Regie: Terry Gilliam

Drehbuch: Terry Gilliam, Ehren Kruger

Musik: Dario Marianelli

Produktion: Charles Roven, Daniel Bobker

Kostüme: Gabriella Pescucci, Carlo Poggioli

Kamera: Nicola Pecorini, Newton Thomas Sigel

Schnitt: Lesley Walker

Ausstattung: Guy Dyas

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