Sex und Rock'n'Roll - Rowan Joffe transportiert die Handlung von Graham Greenes Vorlage ins Jahr 1964 und setzt eher auf soziokulturelle Aspekte als auf film noir.

Kinostart: 21.04.2011

Sam Riley

Sam Riley
als Pinkie

Andrea Riseborough

Andrea Riseborough
als Rose

Helen Mirren

Helen Mirren
als Ida

John Hurt
als Phil Corkery

Philip Davis
als Spicer

Nonso Anozie
als Dallow

Craig Parkinson
als Cubitt

Andy Serkis
als Colleoni

Sean Harris
als Hale

Geoff Bell
als Kite

Steven Robertson
als Crab

Maurice Roeves
als Chief Inspector

Steve Evets
als Mr. Wilson

Francis Magee
als Pavement Photographer

Adrian Schiller
als Registrar

Handlung

Mods und Rocker liefern sich im englischen Seebad Brighton wüste Schlägereien, Arbeiterklasse-Gangster sorgen für Schlagzeilen, und der Ganove Pinkie will zum großen Capo aufsteigen. Im Zuge eines Revierkriegs ermordet Pinkie einen Rivalen, Kellnerin Rose ist im Besitz eines Fotos, das ihn der Tat überführen könnte. Um sie zum Schweigen zu bringen, macht Pinkie ihr einen Heiratsantrag. Verliebt und begierig, ihrem trostlosen Leben zu entfliehen, stimmt sie der Hochzeit zu und begibt sich so in Lebensgefahr.

Mods und Rocker liefern sich im englischen Seebad Brighton wüste Schlägereien, Arbeiterklasse-Gangster sorgen für Schlagzeilen, und der Ganove Pinkie will zum großen Capo aufsteigen. Im Zuge eines Revierkriegs ermordet Pinkie einen Rivalen, Kellnerin Rose ist im Besitz eines Fotos, das ihn der Tat überführen könnte. Um sie zum Schweigen zu bringen, macht Pinkie ihr einen Heiratsantrag. Verliebt und begierig, ihrem trostlosen Leben zu entfliehen, stimmt sie der Hochzeit zu und begibt sich so in Lebensgefahr.

Kritik

Sex und Rock'n'Roll - Rowan Joffe transportiert die Handlung von Graham Greenes Vorlage ins Jahr 1964 und setzt eher auf soziokulturelle Aspekte als auf film noir.

Nach John Boulting 1947 hat nun Rowan Joffe, Drehbuchautor von "The American" und "28 Tage später", "Brighton Rock", den wohl berühmtesten Roman von Graham Greene - ursprünglich von diesem als Drehbuch angelegt - für die Leinwand adaptiert. Richard Attenborough spielte in der Urfassung den gewalttätigen Kleinganoven Pinkie Brown, ein Part, der ihn über Nacht zum Star machte. In dessen Fußstapfen tritt Sam Riley ("Control"), als angry young man, der alles daran setzt, um zum großen Capo aufzusteigen.

Von den späten 1930ern ins Jahr 1964 hat Joffe die Handlung verlegt, Mods und Rocker liefern sich im (einst) beschaulichen englischen Seebad wüste Schlägereien. Die wegweisende Rockband The Who formiert sich - ihr Konzeptalbum "Quadrophenia" wird 1973 von den wilden Tagen in Brighton berichten -, hemdsärmelige Arbeiterklasse-Gangster wie die Kray-Zwillinge beherrschen die Schlagzeilen. Im Zuge eines Revierkriegs hat Pinkie einen Mann ermordet, Kellnerin Rose ist im Besitz eines Fotos, das ihn der Tat überführen könnte. Um sie zum Schweigen zu bringen, macht Pinkie ihr einen Heiratsantrag. Verliebt und begierig ihrem trostlosen Leben zu entfliehen, stimmt sie einer Hochzeit zu.

Nicht als Opfer zeichnet der Regisseur und Drehbuchautor seine Heldin, sondern als moderne Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hand nimmt. Dem Gatten stiehlt sie Geld, um sich ein modisches Outfit kaufen zu können und nicht mehr wie ein Mauerblümchen auszusehen. Das britische Nachwuchstalent Andrea Riseborough ("Happy-Go-Lucky") füllt diese Rolle mit Leben, ist ebenso verletzlich wie stark und hinterlässt neben Helen Mirren den nachhaltigsten Eindruck. Die Oscar-prämierte "Queen" spielt deren Arbeitsgeberin Ida, eine durchsetzungskräftige, selbstbestimmte Teestubenbesitzerin, die sieht wie Rose ins Unglück rennt und (vergeblich) versucht, die drohende Katastrophe abzuwenden.

War das Original noch knallharter film noir, interessiert sich Joffe eher für den soziokulturellen Aspekt des Stoffes, für die Gesellschaft im Umbruch. Alte Hierarchien werden aufgeweicht, die Jugend erhebt die Stimme, die Frauen streben nach Gleichberechtigung - so zahlt Ida, nicht ihr hartnäckiger Verehrer Phil (knorrig-elegant: John Hurt), das Luxushotelzimmer für die Liebesnacht. Wie bei Greene geht es auch hier um Schuld und Sühne - wobei die zentralen katholischen Motive der Vorlage in den Hintergrund treten -, um bedingungslose Liebe, um Verrat, Tod und Erlösung.

Eine Klasse für sich ist Kameramann John Mathieson ("Gladiator"), der mit alten 35-mm-Optiken arbeitet und die weißen Klippen von Sussex und das Brighton Pier zum Strahlen bringt, bestechend - weil fast unsichtbar - die CGI-Effekte der schwedischen Firma Filmgate. "Brighton Rock" ist wie die namensgebende Süßigkeit hart, verlockend und süß, eine insgesamt packende, eigenständige Literaturverfilmung, der man nur etwas mehr Budget gewünscht hätte - am uneinheitlichen Produktionsdesign musste sichtbar gespart werden. geh.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 21.04.2011

Großbritannien 2010

Länge: 1 h 51 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Brighton Rock

Regie: Rowan Joffe

Drehbuch: Rowan Joffe

Musik: Martin Phipps

Produktion: Paul Webster

Kamera: John Mathieson

Schnitt: Joe Walker

Ausstattung: James Merifield

Website: www.brightonrock.de