Zweite Patrick-McCabe-Adaption von Neil Jordan, in der ein femininer Mann in den 70er Jahren durch die Britischen Inseln streift, um die Mutter zu finden, die er niemals kannte.

Kinostart: 25.05.2006

Cillian Murphy

Cillian Murphy
als Patrick

Liam Neeson

Liam Neeson
als Vater Bernard

Ruth Negga
als Charlie

Laurence Kinlan
als Irwin

Stephen Rea
als Bertie

Brendan Gleeson
als John-Joe

Conor McEvoy
als Patrick, 10 Jahre

Gavin Friday
als Billy Hatchet

Ian Hart
als PC Wallis

Eva Birthistle
als Eily Bergin

Ruth McCabe
als Ma Braden

Steven Waddington
als Inspektor Routledge

Mark Doherty
als Running Bear

Sid Young
als Eilys Junge

Bryan Ferry
als Mr. Silky String

Seamus Reilly
als Laurence

Liam Cunningham
als Mosher

Die Handlung von Breakfast on Pluto

Im Irland der späten 50er Jahre wird der neugeborene Patrick "Kitten" Braden (Cillian Murphy) dem Priester, der ihn zeugte, auf die Treppe gelegt. Knapp zehn Jahre später entdeckt der aufgeweckte Knabe zum Entsetzen des konservativen Umfelds seine Begeisterung für Popkultur und - was noch schwerer wiegt - Frauenfummel. Noch mal ein paar Jahre später bricht er auf zu einer bemerkenswerten Odyssee, um die unbekannte Mutter im fernen London zu finden.

Nach "Butcher Boy" verfilmt Irlands Haus- und Hof-Regisseur Neil Jordan ("The Crying Game") zum zweiten Mal ein Buch von Patrick McCabe.

Als Baby wird Patrick Braden von seiner Mutter in einer irischen Kleinstadt vor der Haustür des Dorfpfarrers Bernard zurückgelassen. Früh wird dem Jungen klar, dass er anders ist als andere: Schon als Kind trägt er Kleider und Lippenstift. Als Teenager wird Patrick zunehmend androgyner. Er sammelt erste Erfahrungen mit Männern, hat Kontakte zur IRA und geht in London auf den Strich, während er nach der "Phantom Lady" sucht - der Mutter, die ihn zurückließ und die er niemals kannte.

Ein Neugeborenes wird dem Pfarrer einer irischen Kleinstadt auf die Türschwelle gelegt. Der Findling wächst unter dem Namen Patrick auf und macht seiner Pflegefamilie rechte Sorgen, weil er sich gerne wie ein Mädchen kleidet und Lippenstift trägt. Als Patrick die Wahrheit über seine Herkunft herausfindet, wendet er dem Dorf den Rücken zu und beginnt, seine Neigungen voll auszuleben. Als Transvestit Kitten gerät er dann sogar in Kontakt mit der IRA und geht auf den Strich, immer auf der Suche nach seiner unbekannten Mutter.

Kritik zu Breakfast on Pluto

Nach "The Crying Game" greift Neil Jordan erneut die Suche nach sexueller Identität auf und entwickelt vor dem Hintergrund des Irland-Konflikts in den 70er Jahren ein lustbetontes Drama und Popmärchen.

Mit "Breakfast on Pluto" verfilmt Neil Jordan nach "Butcher Boy" ein weiteres Buch von Patrick McCabe. Im Ton ganz anders - auf den ersten Blick weniger tiefgründig, aber auf den zweiten mit allen politischen Wassern gewaschen. Die Erzählung beginnt noch vor der Geburt mit der Zeugung durch einen Priester (vor dessen Türschwelle das Neugeborene in einem kleinen Kaff gefunden wird), schlägt dann den Bogen zur Kindheit von Patrick Braden, der schon früh in Schminke und Mädchenkleidern herumstolziert und damit Pflegemutter und die gesamte gestrenge Umgebung verzweifeln lässt. In der katholischen Schule macht er sich in den 60er Jahren mit Fragen nach Geschlechtsumwandlung auch keine Freunde, schon mal gar nicht, als er Pater Bernhard im Beichtstuhl auf seine mögliche Vaterschaft anspricht und in einem Aufsatz sich auch noch als dessen und einer naiven Haushaltshilfe illegitimen Spross beschreibt. Früh beginnt er von einem Treffen mit der unbekannten Mutter zu träumen. "Saint Kitten", wie er sich als Heranwachsender nennt, verführt mit Jugend, Charme und Androgynität. Seine erste Liebe, ein Leadsänger, engagiert ihn als Squaw auf der Bühne und wie auf einer Bühne läuft bald Kittens Leben ab. Er laviert sich durch alle Höhen und Tiefen, lacht seinen Feinden ins Gesicht, macht Bekanntschaft mit einem Gewalttäter, mit der IRA und landet sogar als Terrorist im Knast. Wie ein Wunder entkommt der Transvestit gefährlichsten Situationen.

In 36 Kapiteln ist die Suche nach Liebe und Verständnis nachgezeichnet, an dessen Ende eine anonyme Begegnung mit der Mutter in London steht, dem ultimativen Objekt seiner Sehnsucht. Shooting-Star Cillian Murphy spielt die schillernde Persönlichkeit (mit gewöhnungsbedürftiger Hochstimme), rast durch die einzelnen Stationen ohne eine wirkliche Entwicklung durchzumachen oder die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen, zelebriert seinen glamourösen Auftritt als opulente One-Man-Show, wickelt Menschen mit einem Augenaufschlag um den Finger, wie den wehmütigen Stephen Rea als ihm verfallenen Zauberer. Gleichzeitig ist "Breakfast on Pluto" auch eine Geschichte über die Freundschaft von vier Außenseitern, die wie Pech und Schwefel seit Kindesbeinen zusammenhalten. Der bunte Mix aus Popkultur, Politik und Provokation nimmt mit auf einen spannenden Trip durch Zeit- und Musikgeschichte, umwerfender Soundtrack inklusive. Ein Wechselbad exzessiver Gefühle zum Genießen. mk.

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Info

Plakat des Films: Breakfast on Pluto
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 25.05.2006

Großbritannien/Irland 2005

Länge: 2 h 9 min

Genre: Drama

Originaltitel: Breakfast on Pluto

Regie: Neil Jordan

Drehbuch: Neil Jordan, Patrick McCabe

Buchvorlage: Patrick McCabe

Produktion: Stephen Woolley, Alan Moloney, Neil Jordan

Kostüme: Eimer Ní Mhaoldomhnaigh

Kamera: Declan Quinn

Schnitt: Tony Lawson

Ausstattung: Tom Conroy

Website: http://www.breakfast-on-pluto.de/