Zwischen Thriller und Arthousedrama mäandert dieser Film Noir mit Josef Bierbichler als Schriftsteller in der Abwärtsspirale.

Kinostart: 01.12.2011

Denis Moschitto
als Caymaz Celik

Manuel Rubey
als Philip

Heribert Sasse
als Garleitner

Franz J. Csentsits
als Priester

Karlheinz Hackl
als Viktor Altenberg

Die Handlung von Brand

Schriftsteller Brand will seine Schreibblockade überwinden, indem er ein Fototagebuch über das Sterben seiner unheilbar krebskranken Frau Martha verfasst. Eigentlich ist der notorische Lügner längst bankrott und betrügt Martha nun auch noch mit der hübschen türkischstämmigen Krankenschwester Angela. Ihr eifersüchtiger Mann, der Polizist Celik, kommt ihnen auf die Spur und plant einen Ehrenmord. Zwischen ihm und Brand entspinnt sich ein Psychoduell, das den Schriftsteller in eine ruinöse Abwärtsspirale bringt.

Kritik zu Brand

Josef Bierbichler gerät als notorischer Lügner in Thomas Roths eigenwilligem Film Noir in eine gefährliche Abwärtsspirale aus Leidenschaft und Gewalt.

Als "Schwarzweißfilm in Farbe" bezeichnet der selten Kinoprojekte realisierende Österreicher Thomas Roth und stellt - nach so unterschiedlichen Werken wie der schwarzen Krimigroteske "Kaliber Deluxe" und dem Mainstream-Biopic "Falco - Verdammt, wir leben noch!" - seine Vielseitigkeit mit einem Arthouse-Thriller unter Beweis. Mit dem Charakterstar Josef Bierbichler hat er einem minimalistischen Film Noir gewirkt, der im Grenzbereich von undurchsichtigem Genre-Thriller und anspruchsvollem Autorenkino eigene Weg beschreitet und seine Hauptfigur in ein Verhängnis aus Kunst, Sex und Tod taumeln lässt.

Die mit den Mitteln des Arthousedramas erzählte Thrillerhandlung wird von den Charakteren angetrieben und entfaltet unterschwellige Spannung, deren fatale Entwicklung von Beginn an erahnbar ist, so sehr steht eine morbide Faszination für den Tod im Zentrum: Der schreibblockierte Schriftsteller Brand (Name ist Programm: Bierbichler) dokumentiert das Sterben seiner krebskranken Frau fotografisch und beginnt mit ihrer türkischen Krankenschwester Angela (Angela Gregovic) eine Affäre, die verborgene Leidenschaften weckt und sich zur Amour fou ausweitet. Das bringt dem notorischen Lügner und Bankrotteur, der seine Frau laufend hintergeht, nicht nur die ersehnte Inspiration, sondern weckt auch in Angelas eifersüchtigen Mann Celik (gefährlich wie ein Klappmesser: Denis Moschitto aus "Chiko") Gelüste einen Ehrenmord zu begehen Als Polizist nutzt er seine Machtposition aus.

Zwischen den Männern entbrennt ein Psychoduell, das eine eskalierende Gewaltspirale in Gang setzt. Dabei erweist sich vor allem Bierbichlers amoralische Figur als Brandstifter, der mit seinem Leben spielt, und Moschitto als dazugehöriges Pulverfass. Die Nachtfahrt ins Seelendunkel überzeugt, die Naivität, blind in jede erdenkliche Falle zu tappen, hingegen lässt vieles konstruiert erscheinen. Das Charakter-Nocturno, bei dem mitunter schwer zu entscheiden ist, wen man unsympathischer finden soll, gefällt vor allem als künstlerischer Entwurf menschlicher Leidenschaften, erzählt von Liebe, Eifersucht, Rache und Betrug, Schuld und Erlösung, Ruin und Schöpfung.

tk.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 01.12.2011

Deutschland/Österreich 2010

Länge: 1 h 49 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Brand - Eine Totengeschichte

Regie: Thomas Roth

Drehbuch: Thomas Roth

Musik: Lothar Scherpe

Produktion: Thomas Pridnig, Peter Wirthensohn, Erich Lackner

Kostüme: Erika Navas

Kamera: Jo Molitoris

Schnitt: Bernhard Schmid

Ausstattung: Georg Resetschnig

Website: http://www.brand-derfilm.at