Wunderbar leicht und lässig über zwölf Jahre hinweg erzählte Geschichte einer Kindheit und Jugend in den USA.

Kinostart: 05.06.2014

Ellar Coltrane

Ellar Coltrane
als Mason

Patricia Arquette

Patricia Arquette
als Olivia, Masons Mutter

Ethan Hawke

Ethan Hawke
als Masons Vater

Lorelei Linklater
als Samantha

Tamara Jolaine
als Tammy

Nick Krause
als Charlie

Jordan Howard
als Tony

Shane Graham
als Stanley

Evie Thompson
als Jill

Sam Dillon
als Nick

Cambell Westmoreland
als Kenny

Lauren Lee
als Klassenkameradin

Handlung

Der sechsjährige Mason lebt mit seiner nervigen Schwester Samantha und seiner alleinerziehenden Mutter Olivia in Texas. Der Vater hofft immer noch auf eine Karriere als Musiker und kümmert sich wenn dann nur an den Wochenenden um die Kiddies. Olivia zieht mit ihnen zu ihrer Mutter, um ein Studium zu beginnen, dass ihr einen besseren Job ermöglichen soll. Bald heiratet sie ihren Professor, zieht mit ihm und dessen zwei Kindern zusammen. Das bedeutet, dass Mason und Samantha erneut die Schule wechseln müssen und bringt bald schwerwiegendere Probleme mit sich.

Kritik

Mit einer wunderbar leicht und lässig erzählten Geschichte einer Kindheit und Jugend reüssierte Richard Linklater bei den Festivals in Sundance und Berlin und sollte es auch beim breiten Publikum tun.

Dabei war die Produktion alles andere als leicht und ein Wagnis. Zwölf Jahre lang hat der Independentfilmer immer wieder mit seiner Hauptdarstellern, dem jungen Ellar Coltrane, seiner Tochter Lorelei, Patricia Arquette und Ethan Hawke, Star seiner drei "Before Sunrise"-Filme, gedreht. Sein einzigartiges Konzept für einen Spielfilm, das man sonst nur aus Dokus kennt, ging auf.

Unglaublich frisch und authentisch wirkt der Film. Das liegt nicht nur an den jungen Gesichtern. Es ist spannend, nicht nur der Veränderung des Kindes zum jungen Mann zu zu sehen, sondern auch dem Älterwerden seiner getrennt lebenden Eltern. Die Übergänge zwischen den Drehblöcken fallen dabei überhaupt nicht ins Auge, alles erscheint in einem Guss, in den hellen, warmen Farben des sonnigen Texas getaucht. Linklater gelingt das Kunststück, nicht nur typische Erfahrungen aus dem Alltag von Kids, Schülern und Studenten so treffend zu schildern, dass sich jeder darin wiederfinden kann, sondern auch die Entwicklung in Politik und Popkultur in den USA genau und augenzwinkernd zu betrachten. In einer herrlichen Szene etwa stiftet Hawke, der vom verplanten Möchtegernmusiker irgendwann doch noch zum verantwortungsbewussten Familienvater wird, seine beiden Kinder an, Obama-Plakate in die Vorgärten der Nachbarschaft zu pflanzen. Es wird "Harry Potter" vorgelesen und über "Star Wars" diskutiert.

In der über 160 Minuten langen, von populären Songs begleiteten Coming-of-Age-Geschichte steckt auch Linklaters (Werk-)Geschichte, wie sein Gespür für das Lebensgefühl der Jugend, das er etwa in "Dazed and Confused" demonstrierte, oder die ausgefeilt-verspielten Dialoge aus den "Before Sunrise"-Filmen, die vor allem in den späteren Szenen zum Tragen kommen. Bei aller Leichtigkeit schlägt der Film auch ernste Töne an, muss sich Arquettes Olivia als alleinerziehende Mutter durchschlagen und sich und ihre Kinder vor einem vom Alkohol aggressiv gewordenen Mann in Sicherheit bringen. Linklaters individuelles ebenso wie gesellschaftliche Panorama der Jahre 2002 bis 2013 ist US-Independentkino von seiner besten Seite, verbindet Arthouse- mit Popcorn-Kino, Anspruch mit Unterhaltung. hai.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 05.06.2014

USA 2014

Länge: 2 h 46 min

Genre: Drama

Originaltitel: Boyhood

Regie: Richard Linklater

Drehbuch: Richard Linklater

Produktion: Richard Linklater, Cathleen Sutherland

Kostüme: Kari Perkins

Kamera: Lee Daniel, Shane Kelly

Schnitt: Sandra Adair

Ausstattung: Rodney Becker

Website: http://movies.universalpictures.ch/Boyhood

Auszeichnungen

1 Oscar: 2 Golden Globes: 1 x Berlinale:

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