Sensibles, mehrfach ausgezeichnetes Drama um einen jungen Ex-Häftling, dessen Neuanfang von Sensationsmedien torpediert wird.

Kinostart: 07.05.2009

Andrew Garfield

Andrew Garfield
als Jack Burridge

Peter Mullan

Peter Mullan
als Terry

Shaun Evans
als Chris

Jeremy Swift
als Dave

Katie Lyons
als Michelle

Anthony Lewis
als Steve

Alfie Owen
als Eric Wilson

Taylor Doherty
als Philip Craig

Handlung

14 Jahre saß Eric (Andrew Garfield) wegen Mordes an einem kleinen Mädchen in Haft. Der Presse ist er nur als "Boy A" bekannt. Als er auf Bewährung frei kommt, will der 24-jährige ohne Medienrummel unter falschem Namen einen Neuanfang wagen. Unterstützt von seinem väterlichen Bewährungshelfer Terry (Peter Mullan), nimmt er einen Job als Lagerarbeiter an und verliebt sich in Michelle (Katie Lyons) - bis die Medien auf seine Spur kommen.

Eindringlich beschreibt die Romanverfilmung von John Crowley ("Intermission"), wie die Medienhysterie einem schüchternen Gewalttäter die Chance raubt, den Fehler seines Lebens hinter sich zu lassen. In dem vielfach ausgezeichnete Drama fesselt Newcomer Andrew Garfield.

Jack ist in der Presse als "Boy A" eine Bekanntheit: Mit zehn Jahren wurde er zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er ein kleines Mädchen getötet hat. Die ist nun abgelaufen. Um dem Medienrummel zu entkommen, nimmt er kurz nach seiner Entlassung eine neue Identität an. Zunächst scheint sich sein Leben langsam zu ordnen: Er heißt nun Eric, nimmt einen Job an und verliebt sich. Dann rettet er sogar einem kleinen Mädchen das Leben.

Jack ist in der Presse als "Boy A" eine Bekanntheit: Mit zehn Jahren wurde er zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er ein kleines Mädchen getötet hat. Seine Zeit im Gefängnis ist nun vorbei. Um dem Medienrummel zu entkommen, nimmt er kurz nach seiner Entlassung eine neue Identität an. Zunächst scheint sich sein Leben langsam zu ordnen: Er heißt nun Eric, nimmt einen Job an und verliebt sich. Dann rettet er sogar einem kleinen Mädchen das Leben. Und gerät damit wieder in den Blick der Öffentlichkeit.

Als Kind nach dem Mord an einem kleinen Mädchen zu 14 Jahren Haft verurteilt, nimmt "Boy A" Jack nach seiner Entlassung eine neue Identität an. Hartes Drama um Resozialisierung und Medienhysterie von John Crowley ("Intermission").

Kritik

Sensibles, mehrfach ausgezeichnetes Drama um einen jungen Exhäftling, dessen Neuanfang von Sensationsmedien torpediert wird.

Gilt das Recht auf eine zweite Chance auch für einen jungen Mann, der als Kind ein kleines Mädchen ermordete? Da die Antwort darauf Nein lauten könnte, wird uns die Dimension des Verbrechens vorenthalten, bis wir uns mit dem 24-jährigen Eric (stark: Andrew Garfield, "Von Löwen und Lämmern") identifiziert haben, der 14 Jahre Haft verbüßte - für eine Tat, die ihn in Albtraumbildern wohl lebenslang plagen wird. Sein väterlicher Bewährungshelfer Terry (Veteran Peter Mullan) rät ihm zu einem Identitätswechsel: Als "Jack" nimmt er einen Job an, lernt in dem Unternehmen Michelle (Katie Lyons) kennen, die seine erste Freundin wird. Er hat eine verlorene Jugend nachzuholen, tastet sich unsicher in die fremde Welt vor und ist dabei immer auf der Hut, entdeckt zu werden. Derweil starten die Medien eine Hasskampagne über den vermeintlich gemeingefährlichen Mörder. Rückblenden enthüllen, wie Mobbingopfer Eric (Alfie Owen spielt ihn als Kind) an einen falschen Freund geriet, Philip (Taylor Doherty). Der Totmacher wird als Anstifter geschildert, Eric als naiver, manipulierter Mitläufer. Zwar enthüllt Regisseur John Crowley den Tathergang am Ende, lässt die Frage nach der Schuld aber offen.

In grau melierten, weichen Bildern von oft intimer Nähe und eindringlichem Realismus handelt er nach dem Roman von Jonathan Trigell die Resozialisierung eines Jugendgewalttäters ab - als bewusst kleiner Schauspielerfilm, der zeitweilig wie ein subtiler Thriller anmutet und einen schüchternen Milchbubi vorstellt, dem man niemals abnimmt, jemanden ermordet zu haben. Doch Jack trägt das furchtbare Geheimnis in sich und sehnt sich nach Erlösung. Dramaturgisch geschickt entblättert sich sein Stigma, der Ausschluss aus der Gesellschaft, die ihn, nur als "Boy A" bekannt, angeekelt als personifiziertes Böses für immer wegsperren will. Man kann anhand kurzer Erinnerungsfetzen nur vermuten, was für eine Hölle die Haft war, während der Philip starb. Einblick in die Psyche hat man in der Studie über einen Täter, der ein Opfer ist, nur indirekt. Als Jack einem kleinen Mädchen das Leben rettet, wird er als lokaler Held gefeiert, was die Gefahr, enttarnt zu werden, vergrößert. Stattdessen ist es eine beiläufige Unachtsamkeit von Terry, die Jack enttarnt. So grausam und fragil ist das Leben in diesem lange nachwirkenden, tragischen Drama.

tk.

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Info

Plakat des Films: Boy A
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.05.2009

Großbritannien 2007

Länge: 1 h 46 min

Genre: Drama

Originaltitel: Boy A

Regie: John Crowley

Drehbuch: Mark O'Rowe

Musik: Paddy Cunneen

Produktion: Lynn Horsford

Kostüme: Julian Day

Kamera: Rob Hardy

Schnitt: Lucia Zucchetti

Ausstattung: Jon Henson

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