Remake von Jean Renoirs Komödienklassiker "Boudu - Aus den Wassern gerettet" aus dem Jahr 1932.

Kinostart: 28.07.2005

Gérard Depardieu

Gérard Depardieu
als Boudu

Catherine Frot

Catherine Frot
als Isolde Lespinglet

Gérard Jugnot
als Christian Lespinglet

Die Handlung von Boudu

An einem lauen Frühlingsabend in Aix-en-Provence hält der frustrierte Galeriebesitzer Christian Lespinglet (Gérard Jugnot) den Obdachlosen Boudu (Gérard Depardieu) vom Selbstmord ab und nimmt ihn auch mit zu sich nach Hause. Lespinglet fristet sein Dasein zwischen seiner depressiven Frau Ystel (Catherine Frot) und seiner mehr oder weniger bankrotten Galerie. Da bringt Boudu erst einmal ordentlich Schwung in die Bude.

Grundlage dieser witzigen französischen Komödie ist Jean Renoirs Klassiker "Boudu - Aus den Wassern gerettet" aus dem Jahr 1932, der bereits als Vorlage für Hollywoods "Zoff in Beverly Hills" diente. Das Regieduo Francois Breniaux und Gérard Jugnot inszenierte die Neufassung mit Gérard Depardieu in der ihm auf den Leib geschriebenen Rolle des Tramps.

An einem lauen Frühlingsabend in Aix-en-Provence hält der frustrierte Galeriebesitzer Christian Lespinglet den Obdachlosen Boudu vom Selbstmord ab und nimmt ihn mit zu sich nach Hause, wo Lespinglet sein Dasein zwischen seiner depressiven Frau Ystel und seiner mehr oder weniger bankrotten Galerie fristet. Das mischt Boudu erst einmal ordentlich auf.

Just als sich Galerist Lespinglet zu einem Schäferstündchen mit der Praktikantin anschickt, entschließt sich der Landstreicher Boudu zum Selbstmord. In einem spontanen Akt der Menschenliebe rettet Lespinglet den armen Tropf aus den kalten Fluten und nimmt ihn mit nach Hause. Das hätte er besser bleiben lassen, denn schnell entpuppt sich der Obdachlose als penetranter Schmarotzer mit dickem Sitzfleisch. Anstatt wieder auf der Straße Freiheit und Abenteuer zu suchen, stellt die Boudu den Haushalt des Kunsthändlers kräftig auf den Kopf.

Kritik zu Boudu

Fies, charmant und hemmungslos: "Penner" Gérard Depardieu nistet sich bei einem Pleite-Galeristen ein und sorgt für Superstress beim Hausherrn und für Supersex bei der Hausherrin. Französischer Humor ohne intellektuelle Herausforderung, verständlich und vergnüglich, aber nur in Grenzen deutsch-kompatibel.

Als altruistischer Schulmeister in "Die Kinder des Monsieur Mathieu" brachte er die Zuschauer zum Weinen, als Regisseur versucht Gérard Jugnot, das Zwerchfell zu kitzeln mit nicht ganz durchschlagendem Erfolg - obwohl Gérard Depardieu als treuherziges Ekelpaket ohne Kinderstube glänzt. Die Geschichte beginnt in einer lauen Frühlingsnacht in Aix-en-Provence.

Das geplante Schäferstündchen des Galeristen Christian Lespinglet (Jugnot) mit seiner Praktikantin im Auto platzt durch den verhinderten Selbstmörder Boudu. Der verärgerte Monsieur verzichtet widerwillig auf heiße Küsse und rettet den Obdachlosen aus den kalten Fluten. Dass er sich damit eine fette und parasitäre Laus in den Pelz setzt, merkt er schon bald. Denn der Bohémien hat es faustdick hinter den Ohren, pupst, rülpst und frisst wie ein Scheunendrescher, macht es sich im fremden Nest bequem und denkt nicht mehr daran, auszuziehen. Nach und nach übernimmt er das Kommando und schläft obendrein noch mit Lespinglets neurotischer Gattin und mit besagter Praktikantin. Ganz nebenbei bringt er mit nicht gerade sanfter Gewalt einen faulen Künstler wieder zum Malen und damit Geld in die klamme Kasse seines unfreiwilligen Gastgebers.

Jugnot entschied sich bewusst, die Einflüsse des Theaterstücks von René Fauchois und der Verfilmung von Jean Renoir zu negieren. Er wollte kein Remake machen, sondern eine neue Version des Stoffes präsentieren. Unwillkürlich denkt man dann doch zurück an Renoirs klassische Komödie "Boudu - Aus dem Wassern gerettet" mit Michel Simon in der Titelrolle, ein Meisterstückchen an anarchischem Witz. Der fehlt hier, stattdessen gibt's Blödeleien am Fließband, der Angriff auf Bigotterie und bürgerlicher Moral findet nicht mit dem Seziermesser, sondern dem Holzhammer statt. Das mag in sich stimmig sein, aber etwas mehr unterschwellige Bösartigkeit hätte man sich schon gewünscht. Der Film vergibt einen Großteil der Chancen, setzt auf billige Lacher und die Schenkelklopf-Fraktion, obwohl er das wahrlich nicht nötig hat. Die Besetzung ist formidabel, trotz Depardieus exzentrischer Präsenz kann sich Jugnot als heroischer Dulder behaupten. Es ist aber Cathérine Frot vorbehalten, die wackelige Chose zu retten. Als Ex-Alkoholikerin, Möchtegern-Mondäne und liebestolle Lady, trifft sie punktgenau den richtigen Ton und spult süffisante Spitzfindigkeiten ab. Eine großartige Komödiantin. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 3203 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Boudu
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 28.07.2005

Frankreich 2005

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Boudu

Regie: Gérard Jugnot

Drehbuch: Gérard Jugnot, Philippe Lopes-Curval

Produktion: Gérard Jugnot, Jean-Pierre Guérin

Kostüme: Martine Rapin

Kamera: Gérard Simon

Schnitt: Catherine Kelber

Ausstattung: Jean-Louis Poveda