Bildgewaltiger, französischer Western nach der berühmten Comicreihe über einen U.S. Marshall und seinen Kampf gegen seinen Erzfeind.

Kinostart: 01.07.2004

Vincent Cassel

Vincent Cassel
als Mike Blueberry

Juliette Lewis

Juliette Lewis
als Maria Sullivan

Michael Madsen

Michael Madsen
als Wallace S. Blount

Temuera Morrison
als Runi

Ernest Borgnine
als Rolling Star

Djimon Hounsou
als Woodhead

Eddie Izzard
als Prosit

Geoffrey Lewis
als Sullivan

Colm Meaney
als McClure

Hugh O'Conor
als Mike Blueberry, jung

Vahina Giocante
als Madeleine

Die Handlung von Blueberry und der Fluch der Dämonen

Irgendwann im Wilden Westen: Der Outlaw Blount (Michael Madsen) ermordet die Freundin des US Marshalls Blueberry (Vincent Cassel) und macht sich auf ins Indianergebiet, um die Rothäute um eine reiche Goldmine zu erleichtern. Auf die Goldmine ist auch der Abenteurer Prosit (Eddie Izzard) scharf, hinter dessen lustigem Pseudonym sich der deutsche Baron Werner Amadeus von Luckner befindet. Blueberry rettet ihn vor einem aufgebrachten Lynchmob und eilt, unterstützt von einem mysteriösen Indianer (Temuera Morrison), Blount hinterher, um Rache zu üben.

Jan Kounen

Jahre nachdem Mike Blueberry von Indianern gefunden und an ihrer Seite erwachsen wurde, kreuzen sich die Wege des Marshalls und eines Mannes erneut, der Blueberrys Freundin ermordete. Bandit Blount ist mit anderen Halsabschneidern vermeintlich auf der Spur eines Goldschatzes, sucht aber tatsächlich nach dem großen Geheimnis des Lebens, das nur die Indianer kennen.

Vor Jahren tötete der Revolvermann Blount vor den Augen des jungen Blueberry dessen Freundin. Nun laufen sich die beiden Männer erneut in die Arme. Auf der Jagd nach einer mysteriösen Schatzkarte pflastern Leichen Blounts Weg, der ihn auch nach Palomito führt - der Stadt, in der der bei Indianern aufgewachsene Blueberry inzwischen als Marshall dient Zusammen mit seinem Schamanen-Blutsbruder Runi und der Sängerin Maria macht sich Blueberry auf, den Erzfeind endlich zur Strecke zu bringen.

Kritik zu Blueberry und der Fluch der Dämonen

Üppig budgetiert und dekorativ visualisiert, wagt die erste Realverfilmung des französischen Kultcomics von Jean Giraud und Jean Michel Charlier eine Spiritualisierung des Westerns, lässt den Titelhelden seinen zentralen Kampf in der Welt der Geister austragen, die bisher nur Indianern offen stand. Für diese Bewusstseinserweiterung müssen jedoch als Nebenwirkungen Verlustgefühle in Dramatik, Spannung und erzählerischer Kohärenz in Kauf genommen werden. In den französischen Kinos reagierte man auf diese prominent besetzte 37-Millionen-Euro-Genrevariation reserviert, woraus sich schließen lässt, dass im Kino immer noch dramatische gegenüber halluzinogenen Erfahrungen bevorzugt werden.

"Eine Jan Kounen Session" heißt es im Abspann, was man als europäische Antwort auf den "Spike Lee Joint" oder als verkürzten Hinweis auf das Motivationsniveau des Regisseurs deuten kann. Obsession des gebürtigen Niederländers ("Dobermann") ist nicht der seit 40 Jahren verehrte Comic und dessen Welt, sondern eine mystische Neudeutung, die sich davon entfernt. Grundlage für das in Dialogen und Charakterzeichnung skizzenhafte Drehbuch sind zwei 1969 und 1970 erschienene Alben der Blueberry-Reihe, die im Laufe der Jahre auch Hollywood-Veteranen wie Walter Hill zu einer Verfilmung reizte. Aus dem Abenteuer-Comic schuf Kounen eine rätselhafte Melange aus Western und kosmischem Trip, der an der Blueberry-Basis vorbeidriftet und noch mehr als "The Missing" den Schamanismus zum Handlungsträger macht. "Ich verlasse diese Welt", heißt konsequent Blueberrys eröffnende Absichtserklärung, bevor uns der Film zurück in seine Biographie führt. Kaum auf der Farm seines Onkels angekommen, verliebt sich Blueberry (Vincent Cassel) in eine junge Prostituierte, die vor seinen Augen, so seine Erinnerung, vom Banditen Blount (Michael Madsen) getötet wird. Jahre später, unter Indianern erwachsen geworden, ist er nun Marshall, ohne sich im Film wirklich als solcher zu qualifizieren. Kounens Blueberry ist ein reservierter Melancholiker, kein Actionheld und erlebt den Showdown demzufolge auch nicht in einer Dimension des Handelns. Der etwas verworrene Plot führt den Nihilisten Blount wieder zurück in Blueberrys Leben, um in den "Heiligen Bergen" der Indianer deren großes Geheimnis, die Welt der Toten bereisen zu können, zu erfahren. Bevor es für beide Männer in einem Special-Effects-satten Trip dazu kommt, hakt der Film Western-typische Actionstandards ab, darunter auch eine Indianerattacke, die visuell, wenn auch nicht strategisch überzeugt.

Im Wirkungsgrad bleiben diese Sequenzen oft hinter ihrem Potenzial zurück, weil man die Charaktere nicht genügend kennen lernt, es an Spannungsaufbau fehlt und der Film oft unvorbereitet in eine Situation zappt und sie auch zu schnell wieder verlässt. Vertraute Westernlandschaften bereist der in Mexiko und Spanien gedrehte optisch eindrucksvolle Film nur geographisch, legt seinen Schwerpunkt auf eine relativ undramatische spirituelle Erfahrung, die aufwändig visualisiert ist, aber mit ihrem digitalen Tentakel- und Schlangeninferno Assoziationen an "Matrix" weckt. Dieser Trip endet für Blount im Nichts, was für einen Nihilisten keine Enttäuschung darstellt, für Blueberry im hüllenlosen Tümpeltauchen mit der Frau, die ihn liebt. Als Zuschauer bleibt man unerfüllter, wünschte man sich weniger Dämonen, mehr Drama. kob.

Wertung Questions?

FilmRanking: 26392 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Blueberry und der Fluch der Dämonen
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 01.07.2004

Frankreich 2004

Länge: 2 h 4 min

Genre: Western

Originaltitel: Blueberry

Regie: Jan Kounen

Drehbuch: Gérard Brach, Jan Kounen, Matt Alexander

Musik: Jean-Jacques Hertz, François Roy

Produktion: Ariel Zeitoun, Thomas Langmann

Kostüme:

Kamera: Tetsuo Nagata

Schnitt: Jennifer Augé, Joël Jacovella, Bénédicte Brunet

Ausstattung: Michel Barthélémy

Website: http://www.blueberry-derfilm.de