Cate Blanchett oscarreif in Woody Allens neuer Tragikomödie um eine High-Society-Frau, die abstürzt und Zuflucht bei ihrer armen Schwester sucht.

Kinostart: 07.11.2013

Alec Baldwin

Alec Baldwin
als Hal

Szenenbild aus Blue Jasmine mit Cate BlanchettCate Blanchett

Cate Blanchett
als Jasmine

Louis C.K.
als Al

Bobby Cannavale
als Chili

Andrew "Dice" Clay
als Augie

Sally Hawkins
als Ginger

Peter Sarsgaard
als Dwight

Michael Stuhlbarg
als Dr. Flicker

Tammy Blanchard
als Jane

Max Casella
als Eddie

Alden Ehrenreich
als Danny

Handlung

Nach der Verhaftung ihres Gatten wegen Investmentbetrugs fliegt Society-Lady Jasmine aus ihrem sündteuren Manhattan-Luxus-Appartement und findet Unterschlupf in der kleinen Mietwohnung bei ihrer Adoptivschwester in San Francisco. Mangels Ausbildung und Computerkenntnissen findet sie keinen ihr genehmen Job. Als sie einen reichen und von ihr faszinierten Diplomaten kennen lernt, hofft das Nervenbündel auf einen Neuanfang.

Nach der Verhaftung ihres Gatten wegen Investmentbetrugs fliegt Society-Lady Jasmine aus ihrem sündteuren Manhattan-Luxus-Appartement und findet Unterschlupf in der kleinen Mietwohnung bei ihrer Adoptivschwester in San Francisco. Mangels Ausbildung und Computerkenntnissen findet das Reichtum im Überfluss gewöhnte Trophy-Wife keinen ihr genehmen Job. Als sie einen reichen und von ihr faszinierten Diplomaten kennen lernt, hofft die Frau, die längst mit den Nerven am Ende ist, auf einen Neuanfang.

Als ihr stinkreicher Mann wegen Anlagebetrugs auffliegt, verliert High-Society-Lady Jasmine den Boden unter den Füßen. In Woody Allens Rückkehr in die USA brilliert Cate Blanchett als mental und emotional gestörte Heldin.

Kritik

In Woody Allens dramatischer Charakterstudie trumpft Cate Blanchett als New Yorker Society-Lady im freien Fall auf

Woody Allen zeigt sich hier so gut wie seit Jahren nicht. Nach einigen in Europa realisierten Filmen kehrt der Meister nach Amerika zurück, dahin, wo er die besten Inspirationen bekommt. Es ist nicht nur die tragikomische Geschichte, die zündet, sondern vor allem die Hauptdarstellerin. Komplexe Frauenfiguren gehören zum Stadtneurotiker wie das Amen in der Kirche, bleiben als Fixpunkte seiner Filme im Gedächtnis. Diesmal schlägt Cate Blanchett furios auf und gibt hier wohl die beste Performance ihrer Karriere und gilt schon jetzt als eine der Oscar-Favoritinnen. Als Blanche Dubois in Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht" im Theater gefeiert, nimmt sie deren Fragilität und Neurosen mit in diese dramatische Charakterstudie einer Frau, die alles verloren hat, den wegen Investmentbetrug verurteilten Gatten, den sozialen Status, die Familie, die wohlhabenden Freunde. Auch die sündteure Luxusbleibe in Manhattan muss sie aufgeben. Quasi ohne einen Dollar in der Tasche (aber First Class Flug) und mit Antidepressiva vollgepumpt, landet sie in San Francisco und findet Unterschlupf bei ihrer im Supermarkt arbeitenden Adoptivschwester (sehr zurückgenommen und bodenständig Sally Hawkins, Mike Leighs Poppy aus "Lucky go Happy").

Der Niedergang der einstigen Society-Lady gehört wohl zu dem psychologisch brutalsten, was Allen einer seiner Heldinnen je angetan hat, ist gleichzeitig aber auch zutiefst menschlich und anrührend. Von Anfang an ist klar, dass sie verloren ist. Wie Blanchett versucht, mit Würde die Insignien einstigen Reichtums in die triste Realität hinüberzuretten, auf die Proll-Freunde ihrer Schwester herunterschaut und verdrängt, dass sie nicht mehr zu den Oberen Zehntausend gehört, das tut schon beim Anschauen weh. Rückblenden in das New Yorker Leben erinnern daran, was sich einst hinter der feudalen Lügen-Fassade abspielte, zeigen die Kontraste zwischen Gestern und Heute. Als Jasmine im vollgestopften Appartement in San Francisco ankommt, folgt fast logisch der Schnitt auf die riesige leere Wohnung in der Fifth Avenue.

Im Gegensatz zu seinen letzten Filmen "To Rome with Love" oder "Midnight in Paris" verzichtet Allen auf die Präsentation von markanten Sehenswürdigkeiten, konzentriert sich auf Seelenlandschaften und Abgründe, Sehnsüchte und Abstürze, geht verzwickte Umwege und überrascht mit nicht vorhersehbaren Situationen, verknüpft ein schweres Thema mit graziler Leichtigkeit. Die Besetzung ist vom Feinsten. Neben Blanchett und Hawkins brillieren Alec Baldwin als filmisches Pendant zu Bernie Madoff, Andrew Dice Clay mimt den Arbeiter, wie ihn sich Gewerkschaften wünschen. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 754 -34

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
4
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 07.11.2013

USA 2013

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: Blue Jasmine

Regie: Woody Allen

Drehbuch: Woody Allen

Produktion: Letty Aronson, Edward Walson, Stephen Tenenbaum

Kostüme: Suzy Benzinger

Kamera: Javier Aguirresarobe

Schnitt: Alisa Lepselter

Ausstattung: Santo Loquasto

Website: http://wwws.warnerbros.de/bluejasmine

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe:

Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.