Brian De Palmas Verfilmung von James Ellroys Noir-Krimiklassiker über zwei Cops im L.A. des Jahres 1947, für die sich der legendäre (und in Wahrheit ungelöste) Mordfall an dem Sternchen Elizabeth Short als Schicksal erweist.

Kinostart: 05.10.2006

Josh Hartnett

Josh Hartnett
als Bucky Bleichert

Scarlett Johansson

Scarlett Johansson
als Kay Lake

Aaron Eckhart

Aaron Eckhart
als Lee Blanchard

Hilary Swank
als Madeleine Linscott

Mia Kirshner
als Elizabeth Short

Mike Starr
als Russ Millard

Fiona Shaw
als Ramona Linscott

Patrick Fischler
als Ellis Loew

James Otis
als Dolph Bleichert

John Kavanagh
als Emmett Linscott

Troy Evans
als Chief T. Green

Anthony Russell
als Morrie Friedman

Pepe Serna
als Dos Santos

Angus MacInnes
als Capt. John Tierney

Rachel Miner
als Martha Linscott

Victor McGuire
als Bill Koenig

Gregg Henry
als Peter Lukins

Jemima Rooper
als Lorna Mertz

Rose McGowan
als Sheryl Saddon

Handlung

Auf einem Stück Brachland mitten in Los Angeles wird 1948 die Leiche des Starletts Elizabeth Short gefunden, übel verstümmelt, quer in der Taille halbiert und ausgeweidet. Die Cops Leland "Lee" Blanchard (Aaron Eckhart) und Dwight "Bucky" Bleichert (Josh Hartnett), die neben der Vergangenheit im Boxring auch die Zuneigung zur selben platinblonden Freundin (Scarlett Johansson) teilen, sollen den Fall klären. Schnell wird er für beide zur Obsession. Als Bucky ein wenig im Leben der Society-Lady Linscott (Hilary Swank) schnüffelt, sticht er in ein Wespennest.

Voyeurismus, Besessenheit, Verschwörung - Hitchcock-Epigone Brian De Palma ("Carrie", "Dressed To Kill") ist ganz in seinem Element bei der prachtvollen Adaption des wohl persönlichsten Buches von Krimi-Star James Ellroy.

Im Jahr 1947 wird die Leiche des vom Land nach Los Angeles gezogenen Sternchen Elizabeth Short, genannt "Die Schwarze Dahlie", auf einem unbebauten Grundstück gefunden - zweigeteilt, entleibt, das Gesicht zu einer grotesken Maske verformt. Die befreundeten Cops Bucky Bleichert und Lee Blanchard, beide ehemalige Boxer, werden mit dem Fall betraut - und sie lassen sich auf eine Dreiecksaffäre mit dem ehemaligen Liebchen eines Gangsters ein. Als Bleichert sich auch noch in ein reiches Mädchen verliebt, das die Dahlie kannte, sticht er ahnungslos in ein Wespennest.

Passanten entdecken auf einem leerstehenden Grundstück in Los Angeles des Jahres 1947 eine grausam zugerichtete Frauenleiche. Ihr Rumpf ist durchtrennt, der Mund zu einem grotesken Lachen aufgeschnitten. Die Ermordete wird als Starlet Elizabeth Short, genannt "Die schwarze Dahlie", identifiziert, und die Cops Bleichert und Blanchard auf den mysteriösen Fall angesetzt. In der Stadt der (gefallenen) Engel machen sie sich auf Tätersuche, und stoßen dabei auf korrupte Kollegen, machtgeile Politiker, knallharte Gangster und intrigante Frauen.

Kritik

Knapp zehn Jahre nach Curtis Hansons großem Wurf "L.A. Confidential" folgt mit "Die schwarze Dahlie" die lange geplante Verfilmung eines weiteren Romans aus James Ellroys wegweisendem L.A.-Quartett.

Am 15. Januar 1947 fanden Passanten auf einem leerstehenden Grundstück die grausam zugerichtete Leiche des Starlets Elizabeth Short: Sie war in zwei Hälften zertrennt, ihre Beine waren mehrfach gebrochen, ihr Mund war zu einem grotesken Lachen bis zu den Ohren aufgeschnitten. Für James Ellroy war der nie aufgeklärte Mordfall der "Schwarzen Dahlie" Ausgangspunkt für einen furiosen fiktiven Krimi, mit dem er 1987 sein viel gerühmtes L.A.-Quartett ("L.A. Confidential" war Teil drei der Reihe) eröffnete: ein lustvoll in die Zeit eintauchendes, wilde Haken schlagendes Kaleidoskop über die verruchten und dekadenten Schattenseiten der Stadt der Engel, festgemacht an der Geschichte zweier Cops, beste Freunde und Rivalen, die, jeder für sich, eine regelrecht pathologische Obsession für Elizabeth Short entwickeln und einen hohen Preis dafür bezahlen müssen. Ein Roman wie eine offene Wunde, episch angelegt und kompromisslos im Stakkato eines Mickey Spillane erzählt. Mehr als zehn Jahre wurde um die Verfilmung gekämpft. Dass sie schließlich mit Brian De Palma als Regisseur realisiert wurde, ist ein Glücksfall. Viele der angerissenen Themen, allen voran Besessenheit, Voyeurismus und sexuelle Abartigkeit, tauchen immer wieder im Werk von Hitchcocks gelehrigsten Schüler auf. Sein Gefühl für die Ära hatte bereits "The Untouchables" zu einem Meisterwerk gemacht. Kein Wunder also, dass De Palma, unterstützt von seinem Kameramann Vilmos Zsigmond, mit dem er seit "Fegefeuer der Eitelkeiten" nicht mehr gearbeitet hat, auf der Höhe seiner Kunst agiert: Einzelne Plansequenzen sind an Suspense und technischer Virtuosität kaum zu überbieten: Vor allem eine Kranfahrt, die einem Flüchtenden bei einer Schießerei aus einem Haus folgt und wie zufällig einen beiläufigen ersten Blick auf die Leiche der schwarzen Dahlie auf dem dahinter liegenden Grundstück gestattet, um wieder zur Schießerei zurückzukehren, gehört zum Besten, was De Palma jemals gemacht hat. Überhaupt kann er sich bei seinem fast komplett in Bulgarien gedrehten Film auf Topleistungen der künstlerischen Abteilungen verlassen: Wie in "Chinatown" schimmern die Dekors in einem beinahe unechten Glanz, als würde man die Verdorbenheit der gezeigten Welt allein an der Textur erkennen. In diesem fast artifiziellen Ambiente bewegen sich die beiden von Josh Hartnett und Aaron Eckhart gespielten Cops Bleichert und Blanchard, die sich bei einem Boxkampf anfreunden und schließlich zwischen der blonden Madonna Scarlett Johansson und der dunklen Hure Hilary Swank oszillieren und in einem Flammenball aus Korruption, Betrug und Dekadenz unterzugehen drohen. Das ist sattes, großes Kino mit der Pracht einer Oper - auch wenn das Drehbuch nicht immer mithalten kann mit der Wucht der Inszenierung und damit sich die Emotion der Geschichte nicht immer mit der gewünschten Effizienz entfaltet. Sämtliche Beteiligte können dennoch stolz sein: Ihre "schwarze Dahlie" erblüht mit morbidem Glamour. ts.

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Info

Plakat des Films: Black Dahlia
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 05.10.2006

Deutschland/USA 2006

Länge: 2 h 1 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Black Dahlia

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: Josh Friedman

Musik: Mark Isham

Produktion: Art Linson, Avi Lerner, Avi Lerner, Moshe Diamant, Rudy Cohen

Kostüme: Jenny Beavan

Kamera: Vilmos Zsigmond

Schnitt: Bill Pankow

Ausstattung: Dante Ferretti

Website: http://www.blackdahlia-derfilm.de/

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