Raffiniert erzählte Geschichte eines Superhelden-Darstellers, der ein Raymond-Carver-Stück am Broadway inszenieren will.

Kinostart: 29.01.2015

Michael Keaton

Michael Keaton
als Riggan Thomson

Edward Norton

Edward Norton
als Mike Shiner

Zach Galifianakis

Zach Galifianakis
als Jake

Andrea Riseborough
als Laura

Amy Ryan
als Sylvia

Emma Stone
als Sam

Naomi Watts
als Lesley

Jeremy Shamos
als Ralph

Lindsay Duncans
als Tabitha

Merritt Wever
als Annie

Jamahl Garrison-Lowe
als Daniel

Bill Camp
als Crazy Man

Damian Young
als Gabriel

Handlung

Riggan Thomson zehrt vom vergangenen Ruhm als Darsteller des Superhelden "Birdman". Er will sich mit einem von ihm inszenierten Stück einer Raymond Carver Story am Broadway als ernsthafter Künstler beweisen. Nachdem sein Hauptdarsteller von einem Scheinwerfer getroffen wurde, findet Riggan einen populären Ersatz, der jedoch ein größeres Ego als Riggan hat und es mit dem Method Acting zu ernst nimmt. Ärger und Alpträume bescheren dem ehrgeizigen Regisseur neben den Kosten auch Ex-Frau und Geliebte, eine knallharte Kultur-Kritikerin und seine Tochter.

Kritik

Raffiniert erzählte Geschichte eines Superhelden-Darstellers, der ein Raymond-Carver-Stück am Broadway inszenieren will.

Zwischen Tragödie, Künstlerdrama, beißender Satire und schwarzer Komödie pendelt der neue Film des renommierten mexikanischen Filmemachers Alejandro González Iñárritu. Sein "Birdman" ist auch Milieustudie des Theaters und Films und (über)zeichnet das psychologische Profil eines Künstlers. Er heißt Riggan Thomson und war ehemals als "Birdman" im Kino erfolgreich. Batman-Darsteller Michael Keaton spielt ihn. Das ist nur einer der zahlreichen Bezüge zwischen Fiktion und Realität, von denen der Film lebt und die er virtuos verwebt.

Riggan bereitet die Premiere einer Raymond-Carver-Adaption am Broadway vor, mit der er als Künstler reüssieren und etwas von Wert schaffen will. Etliche Hindernisse stellen sich ihm in den Weg. Die Kosten - er will sein Haus pfänden - gehören noch zu den kleinsten. Der neue Hauptdarsteller (Edward Norton) hat ein größeres Ego als Riggan selbst und nimmt es mit dem Method Acting all zu ernst, die Ex-Frau (Amy Ryan) und Geliebte (Andrea Riseborough), eine seiner Darstellerinnen, nerven. Seine von ihm für seine Karriere vernachlässigte Tochter kämpft mit ihrer Drogensucht und lebt im Web, eine Kritikerin will ihn zerstören. Und zu allem Überfluss sitzt ihm sein Birdman-alter-ego im Nacken und wiegelt ihn mit radikalen Ratschlägen auf.

Faszinierend und unglaublich elegant inszeniert sind die nahtlosen Übergänge, von der Probe zur Aufführung, von der Fiktion des Stücks zur Realität der Spielenden, die auch nur eine Realität in Anführungsstrichen ist, macht sich doch jede/r etwas vor. Kameramann Emmanuel Lubezki gelingen nicht nur hier auf der Bühne, in den Gängen, Umkleideräumen des Theaters fließende Kamerafahrten und starke Bilder, sondern auch vom Neon-beleuchteten belebten New York. Die Streitgespräche aus "What We Talk About When We Talk About Love", so der Titel der Carver-Story, werden in Konfrontationen und Beziehungsscharmützeln der Schauspieler untereinander weitergeführt, Theatereffekte und Superhelden-VFX brechen die reale Handlung. Eine genaue Grenze zwischen Fiktion und Nicht-Fiktion lässt sich nicht immer ziehen, was wohl auch dem Wunsch des Regisseurs entspricht. Ein ungewöhnlicher Score, moderne Schlagzeug-Stücke - manchmal ist der Schlagzeuger als Verfremdungseffekt im Bild - aber auch hochdramatische, einschlägige Filmmusik ist dem Film unterlegt, der nicht nur fasziniert, sondern auch oft mit schrägen Einfällen überrascht.

Die Bandbreite im Ton variiert von verbissen, verzweifelt, zu staubtrockenen Humor bis hin zum Slapstick (etwa ein von zahllosen Handykameras dokumentierter Flitzerauftritt von Riggan vor dem Theater). Dass "Birdman" trotz fast durchgehender Dialoge fesselt, liegt auch am hervorragenden Ensemble, angeführt von Keaton, der eine beeindruckende, nuancenreiche Performance abliefert. U.a. auch Norton und Watson überzeugen, besonders in den gemeinsamen wunderbaren Szenen auf dem Dach des Theaters. Es war klar, dass es vom Macher von "Amores Perros" und "Babel" keine simple Komödie geben würde, "Birdman" ist ein schräger Vogel. hai.

Wertung Questions?

FilmRanking: 2166 -195

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.01.2015

USA 2014

Länge: 2 h 0 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Birdman

Regie: Alejandro González Iñárritu

Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo

Musik: Antonio Sanchez

Produktion: Arnon Milchan, John Lesher, James W. Skotchdopole, Alejandro González Iñárritu

Kostüme: Albert Wolsky

Kamera: Emmanuel Lubezki

Schnitt: Stephen Mirrione, Douglas Crise

Ausstattung: Kevin Thompson

Website: http://www.fox.de/birdman

Auszeichnungen

3 Oscars: 2 Golden Globes: