Hinreißend skurrile Komödie, in der sich im Kopf von Hollywoodstar John Malkovich neugierige Touristen tummeln.

Kinostart: 04.05.2000

John Cusack

John Cusack
als Craig Schwartz

Cameron Diaz

Cameron Diaz
als Lotte Schwartz

Catherine Keener

Catherine Keener
als Maxine

Orson Bean
als Dr. Lester

Mary Kay Place
als Flor

John Malkovich
als John Horatio Malkovich

Charlie Sheen
als Charlie

Handlung

Craig Schwartz will als Puppenspieler prominent werden und seine erloschene Liebe zu Frau Lotte durch die frisch entfachte Leidenschaft für Bürokollegin Maxine ersetzen. Wünsche, die auf ungewöhnlichste Art in Erfüllung gehen, als er den Zugang zum Kopf von John Malkovich entdeckt und den Hollywoodstar als Medium eigener Ambitionen manipuliert.

Der geniale Puppenspieler Craig Schwartz ist beruflich, privat und finanziell am Ende. Um sich seiner Geld- und Beziehungssorgen zu entledigen, nimmt Craig einen Aktenjob in der kuriosen 7 1/2. Etage eines Wolkenkratzers an. Dort verliebt er sich nicht nur in die unterkühlte Maxine sondern entdeckt obendrein eine geheime Pforte, die ihm einen Kurzbesuch im Körper des Hollywood-Stars John Malkovich ermöglicht. Craig weiht Maxine in seine Entdeckung ein, mit deren Hilfe der Kurztrip zum Kassenschlager wird - und zur Obsession für alle Beteiligten.

Der erfolglose Puppenspieler Craig stolpert über den Eingang zum Kopf von John Malkovich und ermöglicht auch anderen Interessierten gegen Bares Kurztrips in das Innere des Stars. Kafkaeskes Kino-Debüt von Regisseur Spike Jonze und Autor Charles Kaufman.

Kritik

Zwei Debütanten auf kreativ verantwortungsvollsten Positionen stehen hinter einer der originellsten Komödien der letzten Jahre, deren einzigartige Prämisse das Gehirn von Schauspieler John Malkovich zu einer Art Vergnügungspark macht, in dem man für 15 Minuten das Leben eines Hollywoodstars erfahren und sogar beeinflussen kann. Drei Oscarnominierungen für Autor Charlie Kaufman, Regisseur Spike Jonze und Darstellerin Catherine Keener honorieren die Qualitäten dieser Fantasy-Komödie angemessen, die ein anspruchsvolleres Publikum sucht und dieses hoffentlich auch finden wird.

Die brillante Prämisse von Charlie Kaufman garantiert Szenen amüsanter Situationskomik, aber auch intelligente ironische Reflexionen über Veränderung, den Starkult und den Wunsch, jemand anderes sein zu wollen. Manipulation ist ein weiteres zentrales Thema, und der Beruf des Protagonisten dafür ideal gewählt. John Cusack ist Puppenspieler und ein armer Hund. Die Öffentlichkeit ignoriert ihn, seine Frau (Cameron Diaz im unglamourösen Tarnlook) ist ein reizarmes Neutrum, das ihren Mann wie eines der vielen Haustiere behandelt, und Cusacks künstlerische Berufung fruchtlos. Sein neuer Akten-Job im hinreißend komischen kafkaesken Stockwerk 7 1/2 eines Geschäftshauses bedeutet nüchterne Demütigung, gäbe es nicht mit Kollegin Maxine (sexy, aber ein kalter Brocken: Keener) eine verführerische, ihres gelangweilten Desinteresses wegen aber illusionäre amouröse Offerte und natürlich das geheimnisvolle Portal hinter einem Aktenschrank, das den direkten Zugang zum Kopf von John Malkovich ermöglicht. Voyeurismus und der trendige Wunsch nach dem Erleben von (virtuellen) Sekundärerfahrungen begegnen sich in dieser Prämisse höchst vergnüglich und ermöglichen den Hauptfiguren die Erfüllung ihrer Sehnsüchte. Diaz kann endlich Mann sein, Keener die Zärtlichkeit einer Frau mit dem Körper eines Mannes fühlen, Cusack mit Keener schlafen und durch das prominente Medium zum Star-Puppenspieler werden. Malkovich ist eine komische selbstironische Offenbarung in diesem Film, der die lästigen Begleiterscheinungen des Starkults genauso thematisiert wie die Selbstverliebtheit der VIPs, die dank optischer Tricks in einer superben Sequenz in einer reinen Malkovich-Welt gespiegelt wird. Spike Jonze, einer der gefragtesten Regisseure der Musikclipbranche und zuletzt als Darsteller in "Three Kings" tätig, passt sich mit stilistischer Zurückhaltung den Erfordernissen der Story an, zeigt aber im letzten Drittel, bei der Reise in Malkovichs Unterbewusstsein, sein ganzes Potential. Der exzentrische Newcomer und Schwiegersohn Francis Ford Coppolas ist der ideale Steuermann für diese unorthodoxe, respektlose und absurde Komödie, die ganz nebenbei auch noch das Trauma gefangener Affen oder die Unsterblichkeit von Charlie Sheen anspricht, der sich mutig über sein Image lustig macht, wenn er sich nicht mit Liebesdienerinnen, sondern einem Rubik's Cube anregt. Ein Spaß, der jedes Ausrufezeichen verdient hat. kob.

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Info

Plakat des Films: Being John Malkovich
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 04.05.2000

Großbritannien/USA 1999

Länge: 1 h 53 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Being John Malkovich

Regie: Spike Jonze

Drehbuch: Charlie Kaufman

Musik: Carter Burwell

Produktion: Steve Golin, Charlie Kaufman, Vincent Landay, Michael Stipe, Sandy Stern

Kostüme: Casey Storm

Kamera: Lance Acord

Schnitt: Eric Zumbrunnen

Ausstattung: K. K. Barrett, Peter Andrus

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