TV-Biopic über die legendäre Erotikunternehmerin.

Kinostart: nicht bekannt

Franka Potente

Franka Potente
als Beate Uhse verh. Rotermund

Ray Fearon
als Jeff

Hans-Werner Meyer

Hans-Werner Meyer
als Ewe Rotermund

Henry Hübchen
als Georg Tauber

Sylvester Groth
als Martin Volke

Josefine Preuß
als Susanne Teufer

Rike Schmid
als Helga

Bert Tischendorf
als Dr. Rath

Miguel Herz-Kestranek
als Wilhelm Teufer

Mariella Ahrens
als Viola Volke

Siegfried Rauch
als Richter Hartmann

Luka Andres
als Klaus

Kritik zu Beate Uhse - Das Recht auf Liebe

Das ZDF setzt Beate Uhse ein vor allem darstellerisch sehenswertes filmisches Denkmal und zeigt die Erotika-Händlerin von einer ganz anderen Seite.

Mit dem Namen Beate Uhse verbinden die Deutschen zweierlei: Sex und Geld. Dank ihres untrüglichen Geschäftssinns erkannte die Witwe und passionierte Pilotin nach dem Krieg, dass vor allem Frauen großen Nachholbedarf in Sachen Aufklärung hatten. Ihre entsprechende Broschüre "Schrift X" wurde ein Bestseller. Innerhalb weniger Jahre baute sie eine florierende Firma auf.

Der 111 Minuten lange Film "Beate Uhse", der Titelzusatz "Das Recht auf Liebe" deutet es an, stellt seine Heldin in etwas anderem Licht dar: Im Drehbuch von Timo Berndt wird die clevere Kauffrau zur Streiterin für die Wonnen der körperlichen Liebe. Das war Uhse sicher auch, doch Berndt unterstellt ihr darüber hinaus einen fast missionarischen Eifer. Für die kaufmännische Seite steht vor allem ihr Mann (Hans-Werner Meyer), der Uhse später mit dem Kindermädchen (Rike Schmid) betrügt. Dass die ehrgeizige Unternehmerin auch Pornografie produziert hat, wird kurzerhand unterschlagen. Immerhin verhindert die bodenständige Verkörperung durch Franka Potente, dass die Erotika-Händlerin vollends zur Mutter Teresa des Ehebetts wird.

Zweites Manko ist das Misstrauen in die Stärke des Stoffs: Die Hauptfigur erzählt ihr Leben in mehreren Rückblenden. Auf diese Weise wirkt die Handlung zwar weniger sprunghaft, weil der Film zwischendurch immer wieder in die "Gegenwart" der frühen Siebziger zurückkehrt; daher ist diese Struktur auch legitim. Aber dann hätten die Rückblenden harmonischer in die Rahmenhandlung integriert sein müssen; oder umgekehrt (Regie: Hansjörg Thurn). Unglücklich ist zudem die Wahl des Zuhörers: Der Brite Ray Fearon bleibt als Uhses späterer Ehemann völlig farblos.

Trotzdem ist der Film fesselnd, weil er natürlich viel über das prüde Klima der jungen Bundesrepublik erzählt. Und weil neben Potente zwei Großmeister der Schauspielkunst am Werk sind: hier Sylvester Groth als Staatsanwalt, ein Kämpfer für Anstand und Moral, der Uhse ein ums andere mit dem Unzuchtparagrafen 184 das Leben schwer macht; dort Henry Hübchen als mit allen Wassern gewaschener Justitiar der Firma, der immer wieder Auswege findet. Wäre "Beate Uhse" ein Kinofilm, die beiden allein wären das Eintrittsgeld wert. Dass dem Staatsanwalt ein Sexproblem angedichtet wird, weshalb er umso gnadenloser gegen die Fleischeslust zu Felde zieht, ist zwar ein etwas billiger dramaturgischer Kniff, aber erfahrungsgemäß nicht aus der Luft gegriffen. tpg.

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Info

Plakat des Films: Beate Uhse - Das Recht auf Liebe

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2011

Genre: Drama

Originaltitel: Beate Uhse - Das Recht auf Liebe

Regie: Hansjörg Thurn

Drehbuch: Timo Berndt

Musik: Ulrich Reuter

Produktion: Michael Souvignier, Dominik Frankowski, Ica Souvignier

Kostüme: Monika Buttinger

Kamera: Markus Hausen

Schnitt: Ingo Recker

Ausstattung: Thomas Schmid