Gefühlvolle Love-Story nach Allana Nashs Biografie "Golden Girl" über die Nachrichtensprecherin Jessica Savitch.

Kinostart: 12.09.1996

Die Handlung von Aus nächster Nähe

Die naiv-ungebildete Casino-Angestellte Tally hat sich eine Karriere als Nachrichtensprecherin in den Kopf gesetzt. Sie landet einen Job als Assistentin für Warren Justice, den Nachrichtenleiter einer lokalen Fernsehstation. Sie verliebt sich nicht nur unsterblich in ihn, sondern wird unter seiner schonungslosen Anleitung schließlich bei einem CNN-artigen Sender engagiert. Zum dramatischen Höhepunkt kommt es, als Tally bei einem Gefängnisaufstand zugegen ist und live Bericht erstattet.

Tally Atwater will Karriere als Nachrichtensprecherin machen. Tatsächlich kann sie einen Job bei Warren Justice, dem Nachrichtenleiter einer lokalen TV-Station, ergattern. Unter seiner Anleitung avanciert Tally vom Wetterfrosch zur versierten Live-Reporterin und wird bald darauf von einem großen US-Sender engagiert. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die beiden Medienmacher bereits unsterblich ineinander verliebt. Als Tally live von einem Gefängnisaufstand berichtet, kommt es zum dramatischen Höhepunkt.

Casino-Angestellte Tally möchte Nachrichtensprecherin werden. Der erfahrene Journalist Warren baut sie zum Star auf. Beide verlieben sich unsterblich ineinander. Love-Story im Journalistenmilieu mit Starbesetzung.

Kritik zu Aus nächster Nähe

Michelle Pfeiffer ("Dangerous Minds - Wilde Gedanken") und Robert Redford ("Ein unmoralisches Angebot") verleihen dieser gefühlvollen Love Story, angesiedelt in der knallharten Welt des "Nachrichtenfiebers", die optimale Injektion an geballter Starpower, um einen Blockbuster zu garantieren. Für die unbeirrbar auf sentimental-ergreifende Emotionen setzende Inszenierung zeichnet Jon Avnet verantwortlich, der mit dieser unfehlbaren Rezeptur bereits "Grüne Tomaten" zum weltweiten Überraschungshit machte.

Die stark fiktionalisierte Disney-Version von Allana Nashs Biografie "Golden Girl" über die selbstzerstörerische Nachrichtensprecherin Jessica Savitch ist nunmehr lediglich an die Vorlage "angelehnt". Das angesehene Autorenteam Joan Didion und John Gregory Dunne ("A Star is Born" - Ähnlichkeiten kommen nicht von ungefähr) schrieb sein Drehbuch so lange um, bis sämtliche negative Aspekte wie Drogenmißbrauch, Mißhandlung, Persönlichkeitsprobleme und Unfalltod der berühmten Karrierefrau Savitch getilgt waren und als Antriebsmotor der Story die ergreifende Liebesromanze zwischen ihr und ihrem Boß herauskristallisiert worden war. Der Aufstieg einer kleinen Casino-Angestellten zum gefeierten Network-Star mag märchenhafte "Aschenputtel"-Züge tragen, doch das mit Sinnlichkeit aufgeladene Zusammenspiel der beiden charismatischen Protagonisten verleiht der Geschichte romantisch-feuriges Leben. Der Handlungsrahmen in der Welt amerikanischer TV-Nachrichten, in der sich schonungslos Kleingeistigkeit und Kommerzialität manifestieren, geben der 50-Mio.-Dollar-Produktion ein gewisses Quantum an Dringlichkeit, das vom deutschen Kameramann Karl Walter Lindenlaub ("In the Line of Fire") stilvoll ins Bild gesetzt wurde. Die junge Tally Atwater (die gewohnt zuverlässige Pfeiffer stellt mit Frisurenvielfalt ihre optische Wandlungsfähigkeit unter Beweis) hat sich eine Karriere als Nachrichtensprecherin in den Kopf gesetzt. Ähnlich wie Nicole Kidmans Figur in "To Die For" ist sie attraktiv und ambitioniert, verfügt aber auch über viel Naivität und ein gerüttelt Maß an Bildungsmangel - womit sich die Parallelen mit Gus Van Sants Medienschelte auch schon erschöpfen: Satirische Ansätze sind hier nicht zu finden. Sie erhält einen Job als Assistentin für den Nachrichtenleiter einer lokalen Fernsehstation in Miami - Warren Justice (Robert Redford büßt trotz zunehmenden Alters nichts von seinem umwerfenden jungenhaften Charme ein). Unter seiner gnadenlosen Anleitung avanciert sie von der Wettersprecherin zur Live-Reporterin, wechselt zu einem Sender nach Philadelphia, wonach sie schließlich zur Krönung von einem CNN-artigen Sender engagiert wird. Bis die zähe Karrieristin dort anlangt, muß sie von Warren einige Demütigungen über sich ergehen lassen, um sich schließlich in ihn zu verlieben. Nach ihrer Heirat kristallisiert sich immer mehr eine Midlife-Krise des ehemaligen White-House-Korrespondenten Warren heraus, der auf dem Weg nach unten im Schatten seiner Frau zu stehen beginnt. Zum dramatischen Höhepunkt kommt es, als Tally bei einem Gefängnisaufstand zugegen ist und live Bericht erstattet.

In hervorragend besetzten Nebenrollen sind Joe Mantegna als aalglatter Top-Agent sowie Stockard Channing und Kate Nelligan als taffe Nachrichtenjournalistinnen zu sehen. Doch vorrangig ist das in allen Belangen professionell umgesetzte Nachrichtendrama ein Zwei-Personen-Stück, das von Pfeiffer und Redford getragen wird: Ihre magnetische Anziehungskraft wird eine Vielzahl von Zuschauern bewegen, einen nahen und ganz persönlichen - und wie bei "Die Brücken am Fluß" sicherlich tränenreichen - Blick auf diesen anrührenden Taschentuch-Tornado zu werfen. ara.

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Info

Plakat des Films: Aus nächster Nähe
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 12.09.1996

USA 1996

Länge: 2 h 0 min

Genre: Drama

Originaltitel: Up Close and Personal

Regie: Jon Avnet

Drehbuch: Joan Didion, John G. Dunne

Musik: Thomas Newman

Produktion: Jon Avnet, Jordan Kerner, David Nicksay

Kamera: Karl Walter Lindenlaub

Schnitt: Debra Neil-Fisher