Achtes Zeichentrickabenteuer von Asterix und Obelix, die sich kulturell und kämpferisch mit Furcht erregenden Nordmännern austauschen.

Kinostart: 11.05.2006

Handlung

Die Wikinger, denen Angst bis jetzt ein unbekanntes Phänomen war, haben davon gehört, dass Angst Flügel verleiht. Weil sie sich auch gerne mal in die Lüfte erheben würden, beschließen sie, südlichere Breitengrade aufzusuchen, um bei echten Könnern die Kunst der Angst zu studieren. Im kleinen gallischen Dorf hat man zwar keine Angst vor Wikingern, doch dafür ein ganz anderes Problem: Der verweichlichte Neffe vom Chef ist zu Gast, säße aber lieber im Pariser Tanzschuppen.

Nach zwei Realverfilmungen nun mal wieder ein Zeichentrickfilm über den antiken Superhelden und seinen dicken Kumpel. Christian Tramitz, Smudo, Nora Tschirner, Götz Otto und Dieter Hallervorden lieferten Stimmen für die Produktion frei nach dem Comicband "Asterix und die Normannen".

Weil Angst Flügel verleihen soll, brechen die Wikinger nach Gallien auf. Dort wollen sie die Furcht und damit das Fliegen lernen. Im Neffen von Majestix entdecken die Nordmänner ihren Großmeister der Angst und entführen ihn. Verfolgt von Asterix und Obelix, die keine Ahnung haben, wie heldenhaft ihr bisher softer Ex-Schützling sein kann, wenn er um die Liebe einer Wikingertochter kämpfen muss.

Grautvornix, der verweichlichte Neffe von Majestix, soll von Asterix und Obelix zum Mann gemacht werden. Doch bevor das Zaubertrank-Duo seinen Auftrag zu erfüllen vermag, wird das Weichei von Wikingern entführt. Grund: Die Nordmänner glauben, dass Angst Flügel verleiht. Also haben sie den Feigling gekidnappt, damit dieser sie in Sachen Angsthaben unterrichtet. Dabei wird jedoch von allen Parteien übersehen, dass so ein Softie ungeheure Energien entwickelt kann, wenn es darum geht, das Herz einer Wikingertochter zu gewinnen.

Kritik

Nach zwei erfolgreichen Realverfilmungen geben sich René Goscinnys und Albert Uderzos Kultgallier ein weiteres Mal animiert, um schrecklichen Nordmännern das Fürchten zu lehren.

Mit einem Budget von 22 Millionen Euro stößt dieses französisch-dänische Projekt in die Produktionslücke nach den beiden Spielfilmen mit Asterix & Obelix und vor dem dritten Abenteuer, das 2007 seine Premiere haben soll. Technisch trotzt die Produktion dem CGI-Trend, spiegelt den Widerstand Kleinbonums gegen das mächtige Rom, vertraut traditionellen Animationstechniken, die nur in ausgewählten Passagen digitale Unterstützung erfahren. Für die Inszenierung, die sich dem Stil und dem Retro-Charme der Vorlagen verpflichtet hat, gewann man die Dänen Stefan Fjeldmark und Jesper Moller, die 2001 mit "Hilfe, ich bin ein Fisch" einen Überraschungshit landen konnten. Mit einigen Updates zur Popkultur und Kommunikationstechnik bildet der Band "Asterix und die Normannen" das Plotgerüst für diese insgesamte achte Zeichentrickadaption. Völkerverständigung, Frühfeminismus und Toleranz (Ausnahme: Vokalquäler Troubadix) sind die zentralen Themen dieses Films, der mit einer Pythonesk-absurden Prämisse an den Start geht. Die sieggewohnten Wikinger sind sauer, weil ihnen ein menschliches, ihnen allerdings unbekanntes Persönlichkeitsmerkmal den Spaß verdirbt. Wann immer auch sie Landstriche oder Siedlungen verwüsten wollen, sind die Bewohner bereits ausgeflogen. Aus der Phrase, dass Angst Flügel verleiht, leitet Wikingerchef Maulaf eine zwingende Reaktion ab. Wenn also auch Wikinger fliegen können wollen, müssen sie Furcht lernen. Dummerweise glauben sie den Großmeister dieser Kunst kontinentaleuropäisch in Gallien zu finden. Ausgerechnet in Grautvornix, den verweichlichten Neffen von Majestix, den Asterix und Obelix zum Helden trimmen sollen, erkennen sie ihren Guru und entführen ihn in den hohen Norden. Gut nur, dass die renitente, selbstbewusste Tochter des Clanchefs auf den schlaksigen Sonderling steht, der vielleicht nicht beim Treten, dafür aber beim Tanzen seinen Mann steht. Ganz im Sinne der Vorlagen ist die Story kindgerecht einfach gehalten. Abgesehen von einem machthungrigen intriganten Seher und seinem geistig schlichten, aber muskulösen Sohn Olaf gibt es keinen Bedrohungsfaktor. Das mögen Römer und Piraten natürlich ganz anders sehen, die routinemäßig von den Galliern verdroschen werden - wie auch andere Standards wie Wildschweinjagd, Hinkelsteinschleppen, Zaubertrankeinnahme und Dorffeten abgehakt werden. Auch wenn mit der Brieftaube SMS-ix ein moderner Gag eingebaut wurde, hätte man sich dieses Abenteuer durchaus noch origineller und frecher vorstellen können, um auch die ältere Jugend erreichen zu können, der Synchronsprecher wie Smudo, Christian Tramitz und Nora Tschirner wohl am meisten bedeuten. So bleibt situationskomisch der tumbe Titan Olaf die ergiebigste Figur des Films, dem Götz Otto den richtigen Ton, Sprachrythmus und Hirnhaushalt in die Stimme legt. kob.

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Info

Plakat des Films: Asterix und die Wikinger
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 11.05.2006

Dänemark/Frankreich 2006

Länge: 1 h 19 min

Genre: Animation

Originaltitel: Astérix et les Vikings

Website: http://www.asterix-und-die-wikinger.de/

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