Detlev Bucks wilder Gangsterfilm aus der Berliner Unterwelt hat echten Drive. Und mit Jannis Neiwöhner, Samuel Schneider und mit GNTM- und Social Media-Star Stefanie Giesinger eine knackige Besetzung.

Kinostart: 30.08.2018

Samuel Schneider

Samuel Schneider
als Atris

Jannis Niewöhner

Jannis Niewöhner
als Frank

Ella Rumpf

Ella Rumpf
als Marie

Stefanie Giesinger
als Oxana

Kida Khodr Ramadan
als El Kaitar

Oktay Inanç Özdemir
als Mo

Uisenma Borchu
als Mongolin

Georg Friedrich
als Ronny

Erdogan Atalay
als Hassan

Stipe Erceg
als Omar

SSIO
als Kotti-Boss

Handlung

Die zweite Reihe ist nichts für Atris (Samuel Schneider). Ein kleiner Dealer unter der Fuchtel des Paten El Keitar (Kida

Khodr Ramadan), das ist überhaupt nicht, was er sich unter einer Ganoven-Karriere vorgestellt hat. Zumal sein Kumpel Frank (Jannis Niewöhner) gerade mit seinem Falschgeld-Business so richtig durchzustarten schein.

Atris steigt bei Frank ein und am Anfang floriert das Geschäft, bis eine renitente Ladendiebin (Ella Rumpf), ein wildgewordener Rottweiler, eine mongolische Auftragsmörderin und die rätselhafte Russin Oxana (Stefanie Giesinger) alles vollkommen durcheinander bringen. Und von hier an ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Gauner-Ehre, Mob-Loyalitäten und Macho-Getue auf den Straßen das totale Chaos ausbrechen lassen ...

Kritik

Nach vier sehr erfolgreichen "Bibi & Tina"-Kinderfilmen am Stück hat Regisseur Detlev Buck eine Abwechslung gesucht: Mit dem lässig-harten Gangsterfilm "Asphaltgorillas" nach Ferdinand von Schirachs Erzählung "Der Schlüssel" hat er den perfekten Ausgleich gefunden. So viel Spaß hat schon länger nicht mehr ein deutscher Genrefilm im Kino gemacht.

Es geht um zwei ehemalige Jugendfreunde in Berlin, die für einen Coup wieder zusammen finden. Frank (Jannis Niewöhner) braucht Atris (Samuel Schneider) als Boten bei seinem großen Falschgeld-Deal, den er mit dem Triaden abziehen will. Der arbeitet aber eigentlich als Handlanger für Gangsterboss El Keitar ("4 Blocks"-Star Kida Khodr Ramadan) und hat sich gerade in die mysteriöse Ladendiebin Marie (Ella Rumpf) verliebt. Dazu wartet die Geschichte mit einer mongolischen Killerin (Uisenma Borchu), einem über alle Maßen aufgepumpten Bodybuilder-Schläger, dem Rottweiler Platon, dem Kleinkriminellen Ronny (Georg Friedrich) und einem Haufen anderer erinnerungswürdiger Figuren auf.

Natürlich geht der Coup schief. Aber wie dieser Plan nach hinten los geht und dabei die Realität auf das Genreklischee trifft, ist als wahrer Hochgenuss zu erleben. Zumal dieser Cast von tollen Schauspielern mit einem Skript arbeiten kann, das jedem seine Momente gibt und selbst ungelernte Gaststars wie Stefanie Giesinger, das weibliche Hip-Hop-Duo SXTN oder den Rapper Ssio gut aussehen lässt. Rapperin Nura von SXTN darf als Assi-Braut Ceylan sogar glänzen. Der heimliche Star dieses Eskalationsreigen, bei dem ein vollgeschissener Lamborghini noch das kleinste Problem der Protagonisten darstellt, ist Usenma Borchu ("Schau mich nicht so an"). Sie spielt die Killerin, die von den Triaden auf Frank angesetzt wird, um die Geldübergabe zu überwachen. In zwei, drei harten Szenen voller Adrenalin, mit coolen Onelinern und auf einem schnittigen Motorrad zu wummernder Musik empfiehlt sie sich ernsthaft für Quentin Tarantinos eventuelle Martial-Arts-Fortsetzung "Kill Bill: Vol. 3".

"Asphaltgorillas" hat den von Schirach Touch: Die Lust des Zuschauers wächst, wenn die verschiedenen Figuren aufeinandertreffen, Schlüssel und Geldtaschen vertauscht und alles und jeder von einer Lawine immer größer werdender Katastrophen überrollt wird. Der aus der Realität gegriffene Fall hat in von Schirachs Beobachtungen die Qualität von Crime-Großmeistern wie Elmore Leonard und Donald E. Westlake. Detlev Buck erzählt den Film dann auch, als ob er seine Karriere ganz neu starten wolle: Handkamera, Plansequenzen, wildeste Zeitlupen, Wummer-Score und Hip-Hop-Beats. Das Liebespaar Atris und Marie inszeniert er wie Clarence und Alabama in "True Romance": Samuel Schneider, der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Christian Slater hat, trägt irgendwann sogar ein Hawaiihemd.

Fazit: Detlev Bucks wilder Gangsterfilm fetzt!

Michael Müller.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 30.08.2018

Deutschland 2018

Länge: 1 h 43 min

Genre: Drama

Originaltitel: Asphaltgorillas

Regie: Detlev Buck

Drehbuch: Constantin Lieb, Cüneyt Kaya, Detlev Buck

Musik: Bowen Liu, Pierre Baigorry, Torsten Reibold

Produktion: Viola Jäger

Kostüme: Ingken Benesch

Kamera: Marc Achenbach

Schnitt: Dirk Grau

Ausstattung: Sebastian Soukup

Website: http://www.constantin-film.de/kino/asphaltgorillas

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