Porträt des Fotografen und späteren Filmemachers, der mit Bildern und Musikvideos etwa von Joy Division, R.E.M. oder Björk bekannt wurde.

Kinostart: 19.04.2012

Handlung

Mit eigenwilligen Schwarzweiß-Fotografien und Musikvideos von Berühmtheiten wie Joy Division, Johnny Cash, The Rolling Stones, U2 und Nirvana hat Anton Corbijn sich einen Namen gemacht. In seinem Spielfilmdebüt "Control" erzählte er die Geschichte des Joy-Division-Sängers Ian Curtis und entdeckte Sam Riley für die Hauptrolle. In einem strengen niederländischen Pastorenhaushalt ist er aufgewachsen, heute zählt der Schulabbrecher zu den vielseitigsten und einflussreichsten visuellen Künstler der Populärkultur der letzten 30 Jahre.

Kritik

Vielschichtiges, formal spannendes Porträt des Fotografen und Filmemachers, der mit Bildern und Musikvideos von Joy Division, R.E.M. oder Björk bekannt wurde.

Mit Schwarzweiß-Fotografien von Berühmtheiten wie Clint Eastwood und Miles Davis, Stephen Hawking und Björk hat er sich einen Namen gemacht: Anton Corbijn, den man inzwischen auch in der Filmwelt kennt - dank seines Spielfilmdebüts "Control" über den Joy-Division-Sänger Ian Curtis und den entschleunigten George-Clooney-Actioner "The American". Jetzt steht er selbst im Mittelpunkt eines Films, einer Dokumentation seiner niederländischen Landsfrau Klaartje Quirijns, die wie er in London ihrem Beruf nachgeht.

"Anton Corbijn Inside Out" nennt sie ihr Porträt, dessen Titel schon suggeriert was sie vorhat: Sie will das Innerste des Künstlers nach Außen kehren. Dazu begleitete sie ihn mit der Kamera über vier Jahre, durfte bei einem Foto-Shooting mit U2 dabei sein und zuhören wenn Lou Reed und Metallica ihn für sein Fotokonzept zu ihrem Theatermusikprojekt "Lulu" loben. Corbijn, seine Schwester, Freunde und Verwandte kommen in Interviews zu Wort: Corbijns Vater war Pfarrer, ein strenger Mann, die Mutter tat sich schwer, sich anderen emotional zu öffnen. Dennoch verboten die Eltern ihm nicht die Schule abzubrechen, um sich der Fotografie zu widmen. Das "protestantische Element" ist ihm geblieben, hat ihn nachhaltig geprägt.

Und Corbijn hat die Musikszene (mit-)geprägt, im Look, im Stil. James Hetfield von Metallica weiß, dass der Niederländer jeden "cool aussehen" lassen kann - "sogar uns". Martin Gore von Depeche Mode meint gar, dass man seine Synthie-Pop-Band ohne Corbijns Bilder gar nicht kennen würde. Es gibt da definitiv eine Wechselwirkung, denn die Liebe zur Musik hat Corbijn zur Fotografie gebracht: die Bilder von Hermann Brood, Johnny Rotten und Joy Division ließen ihn dazugehören - aber mit Sicherheitsabstand.

Viel erfährt man vom Corbijn, von seiner Art zu arbeiten, von seinem Blick auf die Dinge und seiner bevorzugten Kleidung. Er öffnet sich über seine Bilder - wird zugänglich, (be-)greifbar. Leider "vergisst" Quirijns vor lauter "Bilderschauen" den innovativen Clip-Regisseur, der beispielsweise Nirvanas "Heart Shaped Box" oder den "Dr. Mabuse"-Clip von Propaganda inszeniert hat. Dafür greift sie formal Corbijns Stil auf, versucht sich diesem anzunähern - mit ungewöhnlichen Perspektiven und in dessen Farben. Ein faszinierender Blick auf einen Mann, der sonst davon lebt, seinen auf andere zu werfen. geh.

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Info

Plakat des Films: Anton Corbijn Inside Out

Kinostart: 19.04.2012

Niederlande 2012

Länge: 1 h 24 min

Genre: Doku

Originaltitel: Anton Corbijn Inside Out

Regie: Klaartje Quirijns

Musik: Gavin Friday

Produktion: Sander Verdonk, Gertjan Langeland

Kamera: Martijn van Broekhuizen, Diderik Evers

Schnitt: Boris Gerrets

Website: http://www.antoncorbijninsideout-film.de

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