Fesselnder Psychothriller um einen Dorfpolizisten, der sich in ein Katz- und Mausspiel mit einem mutmaßlichen Serienkiller verstrickt.

Kinostart: 07.07.2005

Wotan Wilke Möhring

Wotan Wilke Möhring
als Michael Martens

André M. Hennicke

André M. Hennicke
als Gabriel Engel

Heinz Hoenig

Heinz Hoenig
als Kommissar Seiler

Ulrike Krumbiegel
als Rosa Martens

Nina Proll
als Lucy

Hauke Diekamp
als Christian Martens

Norman Reedus
als Polizist Schmitz

Laura Szalski
als Sarah Martens

Jürgen Schornagel
als Sucharzewski

Gudrun Ritter
als Frau Sucharzewski

Klaus Zmorek
als Bosowski

Hans Diehl
als Pfarrer

Handlung

In Berlin wird der mutmaßliche Mörder Gabriel Engel (André Hennicke) von einem Sonderkommando unter Leitung von Kommissar Seiler (Heinz Hoenig) gefasst. Eine über Jahre andauernde Ritualmordserie an Kindern scheint damit ihr Ende gefunden zu haben. Aus einem katholischen Landweiler reist Dorfpolizist Martens (Wotan Wilke Möhring) herbei, weil er sich über den brutalen Mord an einem kleinen Mädchen Aufklärung verspricht. Doch stattdessen hält Engel beunruhigende Neuigkeiten für Marten parat.

Mit einem stark besetzten Killerthriller à la "Sieben" fordert der deutsche Jungregisseur Christian Alvart die internationale Konkurrenz heraus.

Der Polizei geht der Psychopath Gabriel Engel ins Netz, der mehr als 15 Jugendliche ermordet haben soll. Bei den Verhören scheitert Kommissar Seiler jedoch an Engels Kaltblütigkeit. Zu den Ermittlungen wird Dorfpolizist Michael Martens hinzugezogen, in dessen Dorf vor eineinhalb Jahren die kleine Lucia ermordet wurde. Martens glaubt nicht an Engels Schuld.

Bei einer Routinekontrolle machen Berliner Ermittler den vermeintlichen Serienkiller Gabriel Engel dingfest. Er soll eine Reihe von Jungen für makabre Kunstobjekte umgebracht haben. Im Dorf Herzbach lastet man dem Psychopathen auch den Mord an der kleinen Lucia an - weshalb Polizist Mertens nach Berlin reist, um Engel zu vernehmen. Doch Mertens kämpft mit seinen eigenen Dämonen und wird während des Verhörs vom durchtriebenen Engel immer mehr verunsichert. Bald gerät sogar er selbst in den Kreis der Verdächtigen.

Kritik

Eine der gelungensten Genrearbeiten aus deutschen Landen seit "Anatomie": Regisseur und Autor Christian Alvart erweist sich mit seinem zweiten Thriller ("Curiosity & the Cat" aus dem Jahr 1999 erschien nur auf Video) mit schnörkelloser, karger Inszenierung, cleveren Twists, von Anfang an beklemmender Atmosphäre und wohldosierter, aber stets in neue Richtungen gelenkter Verweise auf "Das Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" als beachtliches Talent, das internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht.

So traut sich Alvart, den leichten Weg zu umgehen, indem er den sadistischen Serienkiller (gespielt von einem wieder einmal beängstigenden André Hennicke) bei einem eindrucksvollen nächtlichen Polizeikommando mit anschließender Verfolgungsjagd gleich zu Beginn verhaften lässt. Gabriel Engel (!) soll fünfzehn Jugendliche bestialisch ermordet und mit deren Blut apokalyptische Gemälde gemalt haben, was ihn gleich mal als Psychopathen auszeichnet, mit dem nicht zu spaßen ist. Derweil hat der Dorfpolizist Michael Martens (ein exzellenter Wotan Wilke Möhring) in der nahen Provinz mit den eigenen Dämonen, seinem Glauben, einem ungehorsamen Teenagersohn und dem Unmut der Anwohner zu kämpfen, nachdem ein vor Jahren hier wütender Kindermörder noch immer auf freiem Fuß ist. Da es sich auch bei diesem um Engel handeln könnte, wird Martens von dem mit dem Fall beauftragten Kommissar (Heinz Hoenig) nach Berlin beordert. Engel durchschaut Martens von der ersten Begegnung an und wird nicht müde, den Spieß bei den Befragungen umzudrehen, auf Martens unterdrückten sexuellen Bedürfnissen herumzureiten und dessen wundeste Punkte zu treffen. Das fiese Katz-und-Maus-Spiel führt dazu, dass Martens beginnt, jeden anderen als Engel zu verdächtigen - einschließlich seines Schwiegervaters, seiner Familie und sich selbst.

Alvarts intelligentes Skript verlässt sich mehr auf Grusel als auf Gore. Der Regisseur überlässt Letzteren größtenteils der Fantasie des Zuschauers, die verstörendsten Szenen sind tatsächlich die Sexszenen zwischen Martens und seiner Frau und zwischen Martens und einer Verkäuferin, die er in Berlin aufreißt. Natürlich gibt es daneben die für das Genre unerlässlichen Schockmomente, wenn die Polizei die heimischen vier Wände des Serienkillers inspiziert. Was "Antikörper" darüber hinaus als gelungenen Thriller auszeichnet, ist vor allem die Komplexität des Themas - und der Charaktere. Es gelingt Alvart, dass sich jede der Figuren - angefangen vom Jugendlichen bis zum Killer - im Verlauf des Films auf einer Skala von Gut bis Böse bewegt, mal in diese, mal in die andere Richtung. Er balanciert die Natur des Verbrechens und die Natur des Menschen perfekt aus und liefert einen verblüffenden Twist am Ende, der definitiv über das hinausgeht, was das deutsche Genrekino ansonsten zu bieten hat. Nicht zu vergessen, ist "Antikörper" brillant gefilmt, Alvart gibt Kameramann Hagen Bogdanski ("Der alte Affe Angst") genügend Raum, seine Bilder von üblichen Fernsehformaten abzusetzen und Kontraste zu schaffen, den Protagonisten aus der Distanz zu beobachten und dessen moralisches Dilemma zu unterstreichen und selbst bei der mutigen, aber durchaus angemessenen Filmlänge von 127 Minuten immer wieder neue Blickwinkel zu finden. deg.

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Info

Plakat des Films: Antikörper
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 07.07.2005

Deutschland 2005

Länge: 2 h 7 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Antikörper

Regie: Christian Alvart

Drehbuch: Christian Alvart

Musik: Michl Britsch

Produktion: Theo Baltz, Rainer Kölmel

Kostüme: Silke Sommer

Kamera: Hagen Bogdanski

Schnitt: Philipp Stahl

Ausstattung: Christian M. Goldbeck

Website: http://www.antikoerper-derfilm.de

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