Zweites Action-Spektakel des kleinsten Marvel-Helden, bei dem es nur in ganz bestimmten Situationen auf die Größe ankommt. Neben Paul Rudd sind wieder Michael Douglas, Evangeline Lilly und neu Michelle Pfeiffer im Einsatz.

Kinostart: 26.07.2018

Handlung

In "The First Avenger: Civil War" hat der einstige Dieb Scott Lang (Paul Rudd) noch alles gegeben, damit Captain America (Chris Evans) den Kampf gegen Iron Man (Robert Downey Jr.) gewinnt. Wieder zurück in den USA wird er mit einem Peilsender prompt unter Hausarrest gestellt. Von nun an will Scott alles tun, um der perfekte Vater für seine Tochter zu sein.

Doch es dauert nicht lange, bis Scott von Dr. Hank Pym (Michael Douglas) und dessen Tochter Hope van Dyrne (Evangeline Lilly) um Hilfe gebeten wird: Der Ex-Knacki soll Hope dabei helfen, ihre Mutter Janet (Michelle Pfeiffer) wiederzufinden, die bei einer früheren Mission verschwand und für tot gehalten wurde.

Während der Ant-Man noch verarbeiten muss, dass Hope als The Wasp nun ebenfalls einen Anzug mit weitaus besserer Ausstattung trägt, treten Bösewichte auf den Plan, die das Duo maximal fordern: Die mysteriöse Ghost (Hannah John-Kamen) kann wie ein Geist feste Materie durchbrechen. Eine nie dagewesene Herausforderung für den Ameisen-Flüsterer …

Kritik

Zweites Soloabenteuer des Marvel-Helden Ant-Man, der anpacken muss, um die vor Jahrzehnten verschollene Mutter seiner Freundin Hope ausfindig zu machen.

Als Paul Rudd als versierter Langfinger Scott Lang vor drei Jahren erstmals ins Kostüm von Ant-Man schlüpfte, gefiel der Film von Peyton Reed als sympathischer Gegenentwurf zu den "Avengers"-Epen, die bei aller erzählerischen und technischen Brillanz mit ihrer schieren Masse an Figuren und Handlung zwangsläufig den Charakter einer Nummernrevue, einer endlosen Best-of-Kompilation haben müssen: Jeder kriegt seinen Close-Up und darf einen coolen Move hinlegen und einen lässigen Spruch ablassen. Das macht Spaß und ist zuschauerträchtig, ein rundes Filmerlebnis kommt dabei eher nicht heraus. Weshalb man sich auf die Soloauftritte des kleinsten aller Superhelden des Marvel Cinematic Universe freuen darf, der im dritten Marvel-Film in diesem Jahr wieder souverän die Qualitäten des erfrischenden Originals ausspielt: Gags und eine lockere Erzählhaltung sind Trumpf unter der Regie von Peyton Reed, der den ersten Teil kurz vor Drehstart von dem im Unguten scheidenden Edgar Wright übernommen hatte und jetzt mit dem Sequel unterstreicht, dass er der Architekt des filmischen "Ant-Man"-Universums ist. Und weil er weiß, dass man beim zweiten Mal nicht mehr das Element der (angenehmen) Überraschung für sich erklären kann, drückt er diesmal mehr auf die Tube, ohne allerdings den ureigenen Charme seines Narrativs zu vernachlässigen. Wenn überhaupt, verstärkt er noch die augenzwinkernde Subversion: "Ant-Man and the Wasp" rückt clever und unaufdringlich drei weibliche Figuren in den Mittelpunkt der Erzählung: Scott Langs Freundin Hope, die ihren ersten Auftritt als neue Wasp hat, ihre Mutter Janet, die originale Wasp, die vor Jahrzehnten bei einem Einsatz für S.H.I.E.L.D. in den Tiefen des Quantum-Mikrokosmos verloren ging, und die geheimnisvolle Ava aka Ghost, die sich als hartnäckige Widersacherin mit eigener Agenda entpuppt. Was man dagegen vergeblich sucht, ist ein klassischer Bösewicht, wie man ihn bislang noch in jedem Film des MCU finden konnte. Kein größenwahnsinniger Verbrecher, der die Welt beherrschen, zerstören oder auf den Kopf stellen will. Nur der verzweifelte Versuch, Janet Van Dyne zu retten, und dabei die Verfolger auf Distanz zu halten, die ihrerseits an die genialen Erfindungen von Hopes Vater und Ant-Man-Architekt Hank Pym kommen wollen. Neben Ghost gibt es nämlich noch einen schmierigen Gangster namens Burch und die Polizei von San Francisco, die Scott auf den Fersen ist, weil der mit seinem auffälligen Kampfauftritt an der Seite der anderen Avengers in Berlin (siehe "First Avenger: Civil War" von 2016) gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte und zu zwei Jahren Hausarrest verdonnert worden war. Eine Anordnung, der er zuwider handeln muss, wenn er Hope helfen und vielleicht zurückgewinnen will. Ansonsten taucht noch das komplette Restpersonal des Originals wieder auf (Michael Peña - YES!), während Michelle Pfeiffer, Abby Ryder Fortson, Laurence Fishburne und Walton Goggins neu zum Ensemble stoßen. Es gibt also auch für Peyton Reed viel zu jonglieren, aber er macht das so souverän und pfiffig und mit so vielen tollen Actionszenen, dass man nur hoffen kann, dass Ant-Man, die Wasp und ihre Kumpels künftig eine noch größere Rolle im MCU spielen werden. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 26.07.2018

USA 2018

Länge: 1 h 58 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: Ant-Man and the Wasp

Regie: Peyton Reed

Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers, Paul Rudd

Musik: Christophe Beck

Kostüme: Louise Frogley

Kamera: Dante Spinotti

Schnitt: Dan Lebental, Craig Wood

Ausstattung: Shepherd Frankel

Website: https://disney.de/filme/ant-man-and-the-wasp

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