Wunderschönes, melancholisches, bisweilen auch amüsantes Drama um eine 45-Jährige, die nach dem Tod ihres Mannes die Trauer überwindet.

Kinostart: 10.01.2002

Ángela Molina

Ángela Molina
als Anna Kastelano

Herbert Knaup

Herbert Knaup
als Max Feldmann

Dimitris Katalifos
als Leon Kastelano

Maria Skoula
als Anna Levi

Rosana Pastor
als Malena

Agis Emmanouil
als Nikola

Themis Bazaka
als Zoi

Dimitris Kaberidis
als Gro

Antigone Glikofridi
als Gro

Despo Diamantidou
als Maria

Christos Stergioglou
als Immobilienmakler

Helga Bellinghausen
als Annas Freundin

Vassilis Andreou
als Marco Kastelano

Maria Galeta
als Anna (Kind)

Alexandra Koumentakou
als Zoi (Kind)

José Manuel Franco
als M. Ch

Stephanie Corneille
als Mme. Ch

Michalis Mitroussis
als Yannis

Alexandros Mylonas
als Notar

Elektra Triandafillidi
als Dimitra

Prokopia Charitou
als Nikolas Gro

Dimitris Sifonios
als Nikolas Gro

Handlung

Anna Kastelano kehrt nach dem Tod ihres Mannes zum Haus ihrer Familie auf einer griechischen Insel zurück. Sie forscht in der Familiengeschichte, entdeckt Fotos und Briefe, und versucht den Charakter der beiden Annas, die das Leben ihres Vaters bestimmt haben, zu entziffern. Außerdem beginnt sie eine Affäre mit einem viel jüngeren Einheimischen.

Kritik

Wie man Erinnerung mitnehmen kann ins Leben, Vergangenheit ins hier und heute, das zeigt Jeanine Meerapfel auf eine sehr animierende, leichte, sanft melancholische und auch immer wieder emotional fröhliche Weise. Hauptdarstellerin Angela Molina trägt die nachdenkliche, politisch unaufdringliche, sehr persönliche Geschichte einer reifen Frau, die mit der Vergangenheit ihrer Familie Zwiesprache hält, mit dem Charme und der Diskretion einer gestandenen Profi-Darstellerin.

Einst tanzte Ulla Jacobsson nur einen Sommer, und es ging um Liebe und Freisein. Das war vor genau einem halben Jahrhundert. Und eigentlich geht es Jeanine Meerapfel um nichts anderes, wenn auch in einem sehr viel komplexeren Kontext. Die Regisseurin und Autorin, als Emigrantenkind in Argentinien geboren und aufgewachsen, ist aufgrund ihrer eigenen Biografie an existentiellen Fragen interessiert, die aus gelebten historischen Ereignissen resultieren. So erzählt sie die Geschichte einer Frau, die Erfolg in ihrem Beruf als Fotografin hat und den Sommer auf einer griechischen Insel verbringt. Dort, im Haus, das vor dem zweiten Weltkrieg ihren Eltern gehörte und das sie jetzt zu verkaufen gedenkt, wird sie von Erinnerungen eingeholt. Keiner ihrer Familie ist mehr am Leben - väterlicherseits waren sie Griechen, Juden, die Großmutter kam in Theresienstadt um, Annas Mutter war Spanierin. Während Anna heute mit einer gewissen heiteren Gelassenheit die sonnendurchflutete Insellandschaft genießt, die leckersten Wassertiere direkt aus dem Meer verspeist oder auf köstlichste Weise in der Küche zubereitet - Rezepte werden im Dialog mit einer Freundin für den Kinozuschauer mitgeliefert - , fallen ihr immer wieder Erinnerungen ein, bilden sich Gedankenansätze, die weiter gehen, Fragen aufwerfen - vom banalen bürokratischen Papierkrieg bis zu sensibleren Geheimnissen. Der Film schafft es, nie diese zumeist bedrohlich belehrende Achtung-Rückblende-Stimmung aufkommen zu lassen. Diese emotionalen Einschnitte, die den Fluss einer Geschichte aufhalten und oft zerstören, existieren hier nicht. Alle episodischen Szenen, ob Vergangenheit oder Gegenwart, fügen sich wunderbar lebendig ineinander, funktionieren in dieser imaginären Zeitgleichheit der Erinnerungen. Das gibt dem Film einen erzählerischen Reichtum und eine vielfältige Spannung, wie sie in einer so persönlichen, oft fast schon intimen Geschichte wie der von Anna selten ist. Anna lernt in diesem Sommer, mit ihren Erinnerungen umzugehen, auch mit dem ein Jahr zurück liegenden Tod ihres geliebten Mannes. Aus dem, was vergangen ist, nimmt sie jedoch nicht nur Trauer, sondern auch Lebenskraft mit. Angelina Molina spielt das auf eine ebenso dezente wie ansteckende Weise, ganz nach innen und deshalb so präzise, überzeugend. An Jeanine Meerapfels bei allem Ernst heiterem Sommerfilm wird ganz sicher ein großes Arthouse-Publikum Gefallen finden - und Appetit bekommen. fh.

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Info

Plakat des Films: Annas Sommer
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.01.2002

Deutschland/Griechenland/Spanien 2001

Länge: 1 h 48 min

Genre: Drama

Originaltitel: Annas Sommer

Regie: Jeanine Meerapfel

Drehbuch: Jeanine Meerapfel

Musik: Floros Floridis

Produktion: Dagmar Jacobsen, Fanis Synadinos, José Luis Borau

Kostüme: Ioulia Stavridou

Kamera: Andreas Sinanos

Schnitt: Bernd Euscher

Ausstattung: Alexander Scherer, Dora Lelouda

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